Die ÖVP hat nachgelegt: Nach einer Wahlumfrage für Wien von triconsult, die im Auftrag der SPÖ in der letzten Woche an die Öffentlichkeit gelangt ist, gibt es nun eine Wahlumfrage von GfK im Auftrag der ÖVP. Und, wen wundert es, dass dabei die SPÖ schlechter und die ÖVP besser abschneidet?

Die Feinheit liegt im Detail
Die Vorsicht bei dieser Wahlumfrage liegt ganz klar im Bereich des Auftraggebers und deren Interpretation: Nachdem es sich bei der Umfrage im Auftrag einer Partei – in diesem Fall die ÖVP – handelt, gilt es, diese Umfragewerte auch aus dieser Perspektive wahrzunehmen.

Ganz kurz ins Detail: Bei einer Befragungsgröße von n=1.500 (Schwankungsbreite: +/- 2.12 %) liegt die SPÖ in Wien mit 36-37 % voran (-7 % im Vergleich zur Wahl 2010). Die ÖVP käme laut GfK auf 14-15 % und kann ganz leicht dazu gewinnen. Ebenso leicht dazu gewinnen die Grünen. Die FPÖ verliert massiv und das Team Stronach liegt bei 9-10 Prozent und ist somit mit Mandaten vertreten. Andere Parteien liegen bei 4-5 %.

Zwei Wahlumfragen für Wien im Auftrag von jeweils SPÖ und ÖVP
In der letzten Woche gab es zwei Wahlumfragen: Eine im Auftrag von der SPÖ und eine im Auftrag von der ÖVP. Was beide Sonntagsfragen verbindet: Beide zeigen eine große Befragungsgröße auf: triconsult im Auftrag der SPÖ hat 1.800 Leute befragt und GfK im Auftrag der ÖVP 1.500. Qualitativ, was die Befragungsgröße betrifft, liegen beide Umfragen im Bereich "OK". Was jedoch auffällt ist der markante Unterschiede bei der Bewertung der SPÖ: Gleich 5-6 Prozentpunkte trennen beide Umfragen, die einmal bei 42 % (triconsult/SPÖ) und einmal bei 36-37 % (GfK/ÖVP) liegen. Ebenso sieht die ÖVP-nahe Wahlumfrage die Grünen bei 13-14 während die SPÖ-nahe Umfrage die Grünen bei 16 % bewertet. Einmal liegen die GRÜNEN vor der ÖVP, bei der anderen Umfrage knapp dahinter. Aber sehen Sie hier die Unterschiede der beiden Umfragen mit unterschiedlichen Auftraggebern gleich mal im Detail an:

Datum Institut Auftrag Befr.
SPÖ
ÖVP
FPÖ
GRÜ
BZÖ
PIR
TS
And.

24.03.13 GfK
ÖVP
1.500
36-37
14-15
20-21
13-14
9-10
4-5
19.03.13 triconsult
SPÖ
1.800
42
13
20
16
7
2

Differenz
     
5.5
1.5
0.5
2.5
   
2.5
2.5

 

neuwal Mandatsberechnung
Bei der neuwal-Mandatsberechnung, basierend auf den triconsult-Umfragewerten braucht die SPÖ eine andere Partei zur Mehrheitsfindung. Bei 100 vergebenen Mandaten kommt die SPÖ auf 39 Mandate – eine Mehrheit ist somit mit den Grünen, der FPÖ, der ÖVP, nicht aber mit dem Team Stronach (10 Mandate) möglich.

Analyse von Politanalyst Thomas Gutmann
Die SPÖ verliert zur Gemeinderatswahl 2010 einiges an Zustimmung und würde bis zu acht Prozent verlieren – der FPÖ geht es hier nicht wesentlich besser, sie muss, wie schon bei der Wien-Umfrage in der vergangenen Woche bis zu sechs Prozent abgeben. Neu im Gemeinderat wäre das Team Stronach, das in Wien, wie in Kärnten und Niederösterreich, zwischen neun und zehn Prozent erreichen würde.

Mehr Analysen von Thomas Gutmann

 

Wahlumfrage-Details

  • Umfragegröße (n): n=1.500
  • Schwankungsbreite: +/- 2.12 %
  • Umfragezeitraum: –
  • Methode: –
  • Auftraggeber: ÖVP
  • Agentur: GfK
  • Veröffentlicht: ÖSTERREICH

Inhalt

  1. Sonntagsfrage
  2. Mandatsberechnung und Koalitionsmöglichkeiten
  3. BürgermeisterInnen-frage
  4. Alle Wahlumfragen Wien

» Alle Wahlumfragen

Aktuelle Sonntagsfrage

Partei
Umfrage
2010
Differenz
in %
Mandate (100)
in %
Mandate (100)
in %
Mandate
SPÖ
36-37
39
44.3
49
-7.3
-10
FPÖ
20-21
22
25.8
27
-5.3
-5
ÖVP
14-15
15
14
13
+1
+2
GRÜNE
13-14
14
12.6
11
+0.9
+3
BZÖ
1.3
0
-1.3
KPÖ
1.1
0
-1.1
LIF
0.7
0
-0.7
neos
TS
9-10
10
+9.5
+10
Andere
4-5
0
1.3
0
+0.7

 



Mandatsberechnung

 





 

Koalitionsmöglichkeiten

100 Mandate werden vergeben: Ab 51 Mandaten gibt es eine Mehrheit.

 

SPÖ
FPÖ
ÖVP
GRÜ
BZÖ
PIR
TS
Ges.
39
22
15
14
0
0
10
100

39
22
61
39
15
54
39
14
53

22
15
10
47

 

 

Wahlberechtigt
1.144.510
abgegeb. Stimmen
774.079
ungültige Stimmen
2,47 %**
19.141
Gültige Stimmen
754.938

*) Mandate wurden nach dem D’Hondt’schen
Verfahren
unter Berücksichtigung möglicher Schwankungen in einzelnen Gemeinden am Beispiel von 2010 berechnet

**) Die Berechnung der gültigen Stimmen erfolg auf einer Annahme von
abgegebenen und gültigen Stimmen von den Wahlen 2010. Die gültigen
Stimmen (754.938) sind die Basis für die Mandatsberechnung

 

BürgermeisterInnenfrage

Stand: –
Quelle:

Alle Wahlumfragen

Datum Institut Befr.
SPÖ
ÖVP
FPÖ
GRÜ
BZÖ
PIR
TS
And.
24.03.13 GFK 1.500
36-37
14-15
20-21
13-14
9-10
4-5
13.03.13 triconsult 1.800
42
13
20
16
7
2
22.07.12 Gallup 400
38
12
28
15
7
 
07.10.10 Gallup  
44-45
16-17
23-24
12-13
 
06.10.10 IMAS  
47
17
22
12
1
 
1
01.10.10 Gallup  
16
17
21
12
2
 
2
19.09.10 OGM  
43-44
16-17
23-24
12-13
3-4
 
18.09.10 OGM  
47
17
21
11
2
 
2
11.09.10 Gallup  
48
18
21
10
 
3
04.09.10 Gallup  
46
16
23
10
2
 
3
28.08.10 Gallup  
45
17
23
11
3
 
1
17.08.10 market  
50
17
19
14
 
14.08.10 Gallup  
45
17
23
11
2
 
2
04.06.10 Gallup  
44
18
22
13
 
10.04.10 Gallup  
44
18
22
13
 
03.02.10 OGM  
42
17
20
16
3
 
3
06.11.09 Gallup  
45
18
20
15
 
2
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