Die Wochenschau kommt heute mit einem Special zu den Landtagswahlen in Kärnten und Niederösterreich.kw9

KÄRNTEN

Bereits um 16 Uhr gab es gestern erste Zahlen zur Landtagswahl im südlichsten Bundesland, und diese ließen bereits erahnen, dass es einen größeren Wandel gibt. Anfangs noch bei über 20 Prozent, rutschte die FPK im späteren Verlauf ab auf weit unter 20. Das vorläufige Endergebnis bescheinigt der SPÖ 37,1 Prozent, der FPK 17,1; der ÖVP 14,2; den Grünen 11,8 womit sie erstmals in ihrer Kärntner Geschichte zweistellig sind; das Team Stronach kommt auf 11,3 Prozent und das BZÖ schafft mit 6,5 Prozent den Einzug in den Landtag.

Der SPÖ-Spitzenkandidat und designierte Landeshauptmann Peter Kaiser freute sich naturgemäß über den Wahlerfolg und sieht die kommende Arbeit als „riesige Herausforderung“. Auch stelle er den Anspruch als Landeshauptmann von Kärnten und nahm sich als Ziel, das Vertrauen der Kärntnerinnen und Kärntner zurück zu gewinnen. Man werde zwar mit der FPK in Gespräche treten, schließt aber eine Koalition mit ihr aus. Auch Werner Faymann meldete sich zu Wort und gratulierte seinem Kärntner Kollegen in einer Aussendung zur „Trendwende in Kärnten“.

Uneinig sind sich die Medien, wem nun die großen Verluste zu 2009 anzurechnen sind, der FPK oder dem BZÖ, welches bei der letzten Wahl noch knapp 45 Prozent aufweisen konnte. In der ersten Reaktion war FPK-Chef Kurt Scheuch gegenüber dem ORF sehr einsilbig und meinte, dass es eine „schwere Niederlage“ sei, welche man „demütig zur Kenntnis“ nehme – Personalentscheidung schloss er vorerst aus und bekräftigte auch, dass er „Parteichef bleiben“ werde, am Montag trat er fdann doch zurück. Allerdings wird die Partei Peter Kaiser zum Landeshauptmann wählen und weiters wollen die Freiheitlichen in der Regierung bleiben. Der nun scheidende Landeshauptmann Gerhard Dörfler meinte in einer ersten Reaktion, dass er „durchgerasselt“ sei und nicht mit so einer Niederlage gerechnet habe.
Bundesobmann Heinz-Christian Strache zeigte sich in seiner ersten Reaktion „persönlich sehr enttäuscht“ – die FPK hätte den „Oppositionsauftrag in Kärnten erhalten“

Die Grünen verdoppeln sich in Kärnten und mit den Wahlkarten könnte sich sogar eine rot-grüne Mehrheit ausgehen. Auf jeden Fall erreicht die Partei das beste Ergebnis in ihrer Kärntner Geschichte. Rolf Holub zeigte sich in einer ersten Reaktion „sehr zufrieden“. Am Ende hätte „Kärnten gewonnen“, allerdings sieht er noch „Luft nach oben“. Auch die grüne Bundesobfrau zeigte sich zufrieden und hofft nun auf eine Zusammenarbeit zwischen SPÖ, ÖVP und den Grünen. Es brauche „einen echten Neustart“ meinte Glawischnig gegenüber der APA.

Auch das Team Stronach zeigte sich mit ihrem Spitzenkandidaten Gerhard Köfer „mehr als erfreut“. Man hätte so ein Resultat erhofft, allerdings nicht erwartet. Laut aktuellem Stand kommt die Neopartei auf vier von 36 Landtagsabgeordnete, was Köfer als „sensationell“ bezeichnete – allerdings sollte man noch auf das Endergebnis warten.

Wieder im Landesparlament, nachdem es 2009 ausschied, ist das BZÖ. Zwar stellt man mit Josef Bucher nicht, wie angekündigt, den Landeshauptmann und kommt auch nicht in die Regierung, aber die „Totenglocken“, die manche ausgepackt hätten, „bleiben stumm“, so Josef Bucher. Seine Partei hat in der Heimatstadt von Bucher übrigens Platz zwei erreicht. Insgesamt sieht Bucher das Ergebnis als „wichtiges Signal für das bundespolitische aufstreben des BZÖ“.

NIEDERÖSTERREICH

Im größten Bundesland blieb alles beim Alten – und dann irgendwie doch nicht. Die ÖVP kann laut dem vorläufigen Endergebnis trotz Verlusten die absolute Mehrheit halten und kommt auf 50,8 Prozent. Die SPÖ hingegen fährt das historisch schlechteste Ergebnis ein und kommt mit 21,6 Prozent auf Platz zwei. Das Team Stronach zieht aus dem Stand heraus in die Landesregierung ein und löst mit 9,8 Prozent die schwächelnde FPÖ, die 8,2 Prozent erreicht, auf Platz drei ab. Letzter werden trotz eines Gewinns von über einem Prozent die Grünen mit acht Prozentpunkten.

Die erste Reaktion zum ÖVP-Ergebnis kam unter Anderem vom Generalsekretär der Bundespartei, Hannes Rauch, der von einem „sensationellen Ergebnis für Niederösterreich“ spricht und sich nach der erfolgreichen Volksbefragung jetzt über die „beiden erfolgreichen Landtagswahlen“ freute. Das werde „das Jahr der ÖVP“.

Nicht in Feierstimmung war die SPÖ von Sepp Leitner, der ein „unerfreuliches Ergebnis“ sieht. Die Sozialdemokraten hatten im Vorfeld ein Wahlziel von 27 Prozent ausgegeben und dieses klar verfehlt. Kanzler Faymann meinte, dass sich die SPÖ in Niederösterreich neu aufstellen sollte, was mutmaßlich bedeutet, dass Leitner den Hut nehmen muss – er selbst selber, dass er mit den Wahlkampfthemen nicht zu den Leuten durchgedrungen sei. Am Montag trat er schließlich zurück.

Der Stronach-Kandidat und Landesgeschäftsführer Ernest Gabmann jun. Zeigte sich „überglücklich“. Sein Chef und Spitzenkandidat des Team Stronach trat am Sonntag nicht vor die Medien, werde sich aber am heutigen Montag um 14 Uhr den Fragen der Journalisten stellen.

Barbara Rosenkranz nannte das Wahlergebnis „schmerzlich“. Man wollte „die absolute Mehrheit der ÖVP brechen und stärker werden“, werde das Ergebnis jedoch intern diskutieren. Bundesobmann Strache nannte es kein „Optimalergebnis“, allerdings sei es dennoch das „Viertbeste“ in Niederösterreich.

Eva Glawischnig wollte hingegen bei der ATV-Sendung „Am Punkt“ Sonntag Nachmittag das grüne Ergebnis nicht kleingeredet wissen – ganz im Gegenteil hätte man „heute unser bisher bestes Ergebnis in Niederösterreich erzielt “.