Eine rassistisch motivierte Gruppe von 9 Personen hat heute die Votivkirche in Wien „gegenbesetzt“. Man wolle so lange bleiben, bis die protestierenden Flüchtlinge die Votivkirche verlassen haben oder die Kirche geräumt werde, so eine Erklärung der Gruppierung. Nach wenigen Stunden verließen die letzten 4 verbliebenen „Besetzer“ die Votivkirche auf eigenen Wunsch unter Polizeischutz.

Die 9 jungen Männer, die sich selbst als Teil einer europaweiten Bewegung bezeichnen, kamen während eines Gottesdienstes in die Votivkirche. Sie wurden von den protestierenden Flüchtlinge als Gäste empfangen. Decken und heißer Tee wurden angeboten. Man wolle den rechten Aktivisten die Realität der Situation der Flüchtlinge näher bringen, hieß es auf einer am Kirchentor angebrachten Erklärung der Refugees.

Unterdessen versammelten sich vor der Kirche etwa 100 Sympathisantinnen der Flüchtlinge und  zahlreiche Presseleute. Die Votivkirche war aus Sicherheitsgründen geschlossen. Kurz nach 17 Uhr wurden die verbliebenen 4 Personen von der Wiener Polizei aus dem Kirchengebäude eskortiert und in einem Polizeibus abtransportiert.

Bei den Rechtsextremen Aktivisten handelt es sich um eine Gruppe die bereits im Vorjahr durch eine Störaktion gegen eine Caritas- Veranstaltung auffielen. Damals mischten sich eine Hand voll mit Tiermasken kostümierte Personen grölend unter die Teilnehmerinnen des Festes, ehe sie sich nach kurzer Zeit wieder zurückzogen.

Eine neuwal Fotostrecke:

 

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weitere FOTOS von:
Martin Juen
BERICHTE:
uebermorgen.at : Lehren aus der Votivkirche
stopptdierechten.at : Rechtsextreme besetzten Votivkirche
10.2.2013 ORF Wien heute: Besetzer in der Votivkirche
progress-online.at : Hintergrundgespräch: Wer sind die Identitären?
stopptdierechten.at : Die braunen Ränder der Identitären (V): Sind die Identitären rechtsextrem?
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Daniel Weber, geboren 1980 im weststeirischen Voitsberg, lebt seit 2001 in Wien. Der Behindertenbetreuer studiert Bildungswissenschaften und ist bei neuwal verantwortlich für das Ressort Protest-Aktion-Demonstration.