Seit nunmehr 13 Tagen befinden sich ca. 40 Flüchtlinge in der Votivkirche im Hungerstreik. Nach dem  gestrigen ersten Gesprächstermin mit Innenministerin Mikl-Leitner und der Demonstration am Abend (neuwal.com berichtete) wurde heute von den Flüchtlingen in die Votivkirche zur Pressekonferenz geladen.

Der Haupteingang der Votivkirche ist versperrt. Die gut 50 Medienvertreterinnen gelangten durch eine von einem privaten Wachdienst gesicherte Seitentür ins Innere der Kirche. In einem Seitenschiff des neugotischen Sakralbaues halten sich zur Zeit etwa 30 bis 40 Flüchtlinge im Hungerstreik auf. Es ist sehr kalt und düster und die Refugees kauern in Decken gehüllt auf Matratzen. Es gibt Wasser und heißen Tee. ZiGe.TV hat den Flüchtlingen eine Videokamera überlassen. Im von ihnen produzierten Video ist ein nächtlicher Rettungseinsatz in Folge des Hungerstreiks zu sehen.

Die Pressekonferenz selbst wurde in englischer und französischer Sprache abgehalten. Die Protestierenden bewerten zwar das Gesprächsangebot der Innenministerin als positiv, die grundsätzliche Weigerung, auf die Forderungen einzugehen, hindere sie aber nicht daran ihren Protest fortzusetzen. Man wolle den Hungerstreik solange fortführen bis die Forderungen erfüllt seien. Kritik gab es auch an der Vermittelnden Caritas. So hätte die Kirchliche Hilfsorganisation von sich aus eine Abordnung für das Gespräch mit Mikl-Leitner bestimmt. Darüber hinaus fühle man sich in der Kirche eingesperrt. Der österreichischen Bevölkerung solle der Zugang zur Kirche gewehrt werden, damit diese sich von der Lage der Flüchtlinge selbst ein Bild machen könnten. Dieser Aussage steht jene der  Caritas, die Flüchtlinge selbst hätten einen Sicherheitsdienst bzw. ein Verschließen der Tore gewünscht, gegenüber. Auch hätten laut Caritas Sprecher Klaus Schwertner die Flüchtlinge selbst eine Delegation für das Gespräch mit der Ministerin bestimmt.

Mehrfach wurde die Selbstständigkeit der Flüchtlinge betont. Niemand ziehe, wie medial kolportiert wurde, im Hintergrund die Fäden. Der Protest gehe alleine von den Flüchtlingen aus und sie alleine bestimmten über dessen Verlauf. Natürlich gebe es viele Helferinnen und solidarische Menschen denen man sehr dankbar sei. Auch die kritisierte Caritas mache einen guten Job.

Unterdessen hat die FPÖ in einer Aussendung angekündigt, die protestierenden Flüchtlinge anzuzeigen und fordert vom Innenministerium die sofortige Räumung der Kirche.

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