Barbara Rosenkranz schaffte es nicht ins höchste Amt Österreichs. Nun versucht sie es anderswo: als selbstlose Retterin des Weihnachtsfestes. Eine Geschichte von Dominik Leitner.

wortschwallSo glücklich sah sie aus, die perfekte Familie – drei Generationen an einem Tisch vereint. Alle warten schon sehnsüchtig aufs Christkindl. Doch jede Hoffnung ist umsonst – es wird dieses Jahr keine Bescherung geben. Das Christkind hat Zahlungsschwierigkeiten und weiß auch schon, wer sie in diese missliche Lage gebracht hat. Es waren die rotschwarzgrünen Verbrecher, die fragwürdige Kunst, unwürdige Asylanten, die faulen Griechen und die bösen Banken mit Milliarden überschütten. Das arme, arme Christkind und vor allem: die arme, arme, typisch-österreichische Familie so kurz vor Weihnachten.

Doch Frau Rosenkranz kennt den Ausweg. Sie ist gleich zur Stelle und zeigt, wie es anders sein könnte. Mit ihr würden nicht Milliarden nach Griechenland wandern, denn unser Geld ist ja für unsere Leut. So wie in Kärnten, wo unter blauer Führung Milliarden Euro im Nirvana verschwinden 1. Und man ohne dem Geld der Steuerzahler  eh schon längst pleite wäre.

Man würde auch nicht mit Steuergeld spekulieren, so wie es die regierenden Verbrecher überall tun. Da sollte es nun auch niemanden überraschen, dass man offensichtlich nur unabsichtlich in Niederösterreich bei der Spekulation mit dem Geld der Wohnbauförderung dafür stimmte. 2 Und mit der freiheitlichen Rettern würde man glücklicherweise endlich auch keine Fäkalkünstler wie Hermann Nitsch fördern. Für sie käme wohl nur fäkale Sprachkunst á la „Die Hinichn“ in Frage. Oder zumindest für ihre Kollegen aus Wien.

Wenn alles gut geht, nächstes Jahr durchgehend blauer Himmel sein wird, und Barbara Rosenkranz endlich Erwin Pröll als Landeshauptmann ablöst und Heinz-Christian Strache im Kampf um Österreich Werner Faymann aus dem Lande gejagt haben wird, dann, ja dann muss das Christkind endlich nicht mehr schwarz sehen. Oder rot. Oder gar fäkalgrün. Und für die Asylwerber hat Frau Rosenkranz, da bin ich mir sicher, irgendwie auch eine Idee.

Quellen und Fußnoten:

  1. Wie zum Beispiel zuletzt 1,5 Milliarden Euro für die Hypo Alpe Adria
  2. Zitat NÖ-Landtagsabgeordneter Rambossek (FPÖ): „Kurz ein paar Worte zur Verwertung der beste­henden Wohnbauförderungsdarlehen von rund 64 Milliarden Schilling. Ich meine, die Veranlagung dieser Ausleihungssumme auf dem Geldmarkt, die Mobilisierung der Wohnbauförderungsdarlehen kann von uns als eine zukunftsorientierte und nachhaltige sowie Maastricht-Einnahmen-wirksame Bewirtschaftung des Ausleihungsvolumens be­zeichnet werden.“ (aus: Protokoll 41. Sitzung vom 28. Juni 2001, Seite 1115)
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