Die Votivkirche wurde am Abend des 18.12 durch Aktivistinnen des #Refugeecamps besetzt. Es wurden Matratzen und persönliche Gegenstände in die Kirche gebracht. Der Pfarrer drohte mit einer polizeilichen Räumung. Dazu kam es nicht.

Bis etwa 22 Uhr hielten sich rund 100 Personen, darunter Flüchtlinge, Aktivistinnen und zahlreiche Journalistinnen in der Kirche auf. Nach Vermittlungen der Caritas wurde in der Sakristei der Votivkirche unter Einbeziehung von 3 Flüchtlingsvertreterinnen hinter verschlossenen Türen gut 3 Stunden lang Verhandelt.

Ergebnis der Verhandlungen war ein eher undurchschaubarer Kompromiss, die Gespräche mit 5 Flüchtlingen über die ganze Nacht weiter zu führen. Alle Anderen sollten die Votivkirche währenddessen verlassen. Dieses Verhandlungsergebnis wurde von den Anwesenden Protestierenden mit eher gemischten Gefühlen aufgenommen. Besonders kritisiert wurde das Aufteilen der Aktivistinnen in 2 Gruppen.

Zur Stunde finden eben diese Verhandlungen weiterhin statt. Ob die übrigen Anwesenden die Kirche bereits verlassen haben, oder vorhaben die Nacht im Inneren des Gebäudes zu verbringen ist im Moment nicht klar. Es soll morgen, 19.12., eine Pressekonferenz, in oder vor der Votivkirche geben.

Eine neuwal Fotostrecke:

VIDEO: Keine Herberge in der Kirche (wienTV.org)

Flüchtlinge bleiben in der Votivkirche (Aussendung APA ots)

Weitere FOTOS von Martin Juen
Dechant Gump: „Jesus hätte keine Herberge gefunden“ (Wiener Zeitung)
Presseaussendung von kathpress.at

 

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Die Geschehnisse am Nachmittag:

Geplant war ein „Tag der offenen Zelttür“, kolportiert wurde eine Kirchenbesetzung und drohende Räumung des Camps. Geworden ist es ein medienwirksamer „Besuch“ des #Refugeecamp in der Wiener Votivkirche mit einer improvisierten Pressekonferenz.

PK in der #Votivkirche

Nach einem „Tag der offenen Zelttür“ und einer geplanten Diskussionsrunde im Protestlager im Sigmund-Freud-Park, verlegten etwa 30 Flüchtlinge ihren Protest in die Wiener Votivkirche. Zu einer anfänglich kolportierten „Besetzung“ der Kirche kam es aber nicht. Vielmehr hielten die Protestierenden in der Kirche eine improvisierte Pressekonferenz mit den zahlreich anwesenden Journalistinnen ab. Es wurden Interviews gegeben. Ein bereits am Vortag auf der Kirchenaußenwand befestigtes Transparent wurde in der Zwischenzeit wieder entfernt.

PK in der Votivkirche

Die seit 24.11., also seit gut 3 Wochen, bei eisiger Kälte im Sigmund-Freud-Park ausharrenden Flüchtlingen sehen kaum mehr Möglichkeiten auf ihre Lage aufmerksam zu machen. Mit dieser Aktion wird daher versucht das mediale Interesse wieder auf den Flüchtlingsprotest zu richten. Wie ein Sprecher betonte wahre man aber größten Respekt vor der Kirche und den religiösen Gefühlen der gläubigen. Der Pfarrer der Votivkirche sucht jedenfalls keine Eskalation und gewährt den Flüchtlingen den Protest in seiner Kirche noch bis 18 Uhr fortzuführen. Danach solle das Gotteshaus wieder rein als solches zur Verfügung stehen. Er wertet die Aktion aber, laut einer Aussendung der KathPress als Besetzung.

Vor der Votivkirche

Zu einem im Raum stehenden Treffen mit dem Pfarrer kam es, zumindest am heutigen Tag, nicht. Der Geistliche, der schon zuvor seine Solidarität mit den Protestierenden angeboten haben soll, befindet sich laut Auskunft nicht in Wien. Eine drohenden Räumung des Camps stellte sich (als Twitter-) Gerücht heraus.

Das Protestcamp /und auf Facebook.com
Votivkirche.at
Presseaussendung von kathpress.at

 

 

Weitere FOTOS gibt es hier:

 

 

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Daniel Weber, geboren 1980 im weststeirischen Voitsberg, lebt seit 2001 in Wien. Der Behindertenbetreuer studiert Bildungswissenschaften und ist bei neuwal verantwortlich für das Ressort Protest-Aktion-Demonstration.