Seit Samstag Abend protestieren Flüchtlinge aus dem Flüchtlingslager Traiskirchen in einem Protestcamp im Sigmund-Freud-Park in Wien gegen ihre prekäre Lebenssituation. Heute fand eine Presskonferenz statt. Ins Pressezelt des Camps zwängten sich mehrere Dutzend Journalistinnen, Flüchtlinge und Aktivistinnen. Durch die mehrsprachig abgehaltene Pressekonferenz führten Bewohnerinnen des Camps selbst.

Es gehe den Flüchtlingen um die Anerkennung ihrer Rechte und eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Dazu gehören das Recht auf Bildung genauso wie das Recht sich durch Arbeit selbst zu finanzieren. Vor allem aber soll ihr Asyl gewährleistet sein, solange sich die Lage in ihren Herkunftsländern nicht grundlegend verbessert hat.

„Mama“ Ute Bock, die das Camp genauso wie Josef Hader besuchte, meinte, ob der schlimmen Lage in der sich Asylwerber in Östereich bzw. der EU befänden, sollten eher Österreicher als Flüchtlinge hier und heute Demonstrieren. Josef Hader sprach den Protestierenden seine volle Solidarität aus und stand Flüchtlingen wie Journalistinnen zum Gespräch bereit.

In den nächsten Tagen soll das Protestcamp weiterbestehen. Eine Solidaritätsdemonstration ist schon für Montag Nachmittag, 16 Uhr vor der Universität Wien, geplant. Der Protest wird weitergehen, so die Aktivistinnen. Sie schließen auch die Möglichkeit eines Hungerstreiks nicht aus.

 

Eine Neuwal Fotostrecke: 

 

AKTUELLE LINKS:
Interview mit Ute Bock und Josef Hader im Flüchtlingscamp vor der Votivkirche (WienTV.org)

 

LINKS:
Refugee Camp Vienna (der Blog des Protestcamps)
FOTOS: 
Flüchtingsmarsch Traiskirchen –> Wien | Wien 24.11.2012 (FOTOS von Martin Juen)
Flüchtlingsmarsch von Traiskirchen nach Wien am 24.11.2012 (FOTOS von AUGE/UG)
VIDEOS:
Traiskirchen schweigt (WienTV.org)
Filmen verboten (VIDEO von Renate Sassmann)
Protestcamp der Flüchtlinge 25 11 2012 (VIDEO von Renate Sassmann)
BERICHTE:
Marsch protestierender Geflüchteter von Traiskirchen nach Wien zum Refugeecamp im Sigmund-Freud-Park (ausführlicher Bericht auf nochrichten.net)
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Daniel Weber, geboren 1980 im weststeirischen Voitsberg, lebt seit 2001 in Wien. Der Behindertenbetreuer studiert Bildungswissenschaften und ist bei neuwal verantwortlich für das Ressort Protest-Aktion-Demonstration.