Geht es nach dem Willen der Regierungsparteien SPÖ und ÖVP soll der Korruptions-Untersuchungsausschuss so schnell wie möglich beendet werden. Am frühen Mittwoch Nachmittag wurde das Vorhaben der Koalition bekannt, den Ausschuss mit Freitag, 21.9.2012, zu beenden. Eine lautstarke Welle der Empörung erfasste (Facebook-) Österreich. Binnen weniger Stunden sagten gut 900 Userinnen ihre Teilnahme an einem „Flashmob: #UAusschuss einschalten zu. Als „Gastgeber“ dieses Facebookevents traten unter anderen der grüne Landtagsabgeordnete (BGLD) Michel Reimon, der Netzaktivist Thomas Lohninger und der Initiator des Anti-Abfangjäger-Volksbegehrens Rudolf Fußi auf.

 

Am Mittwoch Abend fanden sich schließlich rund 1000 Flashmobteilnehmerinnen vor dem Parlament in Wien ein. An der großen Zahl der Demonstrantinnen änderte auch ein Rückrudern der Regierung nichts. Gegen 17 Uhr wurde nämlich bekannt dass der Ausschuss nun doch noch acht mal tagen soll. Wenn auch mit Einschränkungen. Von einer Ladung des amtierenden Bundeskanzlers zur Inseratenaffäre wird jedenfalls abgesehen.

 

Nach dem „offiziellen“ Flashmob vor dem Parlament spaltete sich ein erheblicher Teil der Versammlung ab und marschierte zur SPÖ-Zentrale in der Löwelstraße. Nach einer kurzen Zwischenkundgebung und „Wir wollen den Werner (Faymann Anm.) sehen!“- Gesängen ging es weiter zur ÖVP in der Lichtenfelsgasse. Von dort wurde zur FPÖ am Fiedrich Schmidt Platz und wieder zurück zum Parlament marschiert. Hier löste sich die Kundgebung gegen 19 Uhr auf.

FOTOS von Daniel Weber

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Weitere FOTOS von Martin Juen

VIDEO auf ichmachpolitik.at

VIDEO: Reportage: U-Ausschuss einschalten – Flashmob (Wien, 19.09.2012) von zimtfilm

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Daniel Weber, geboren 1980 im weststeirischen Voitsberg, lebt seit 2001 in Wien. Der Behindertenbetreuer studiert Bildungswissenschaften und ist bei neuwal verantwortlich für das Ressort Protest-Aktion-Demonstration.