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Sie werden belächelt, genau beäugt und abwertend gehandelt: neue Parteien drängen sich auf den Markt. Viele sind überrascht über diesen inflationären Anstieg, dabei passiert das in Wahrheit vor jeder größeren Wahl. Doch was wird von diesem Volkshobby bleiben? Ein Kommentar von Dominik Leitner.

SPÖ, ÖVP, FPÖ, Die Grünen und das BZÖ sind out. So scheint es zumindest: fast wöchentlich sprießen neue Parteien aus dem Boden. Matthias Strolz kündigt eine Partei an, die aus der Bewegung Österreich spricht entsteht, der Wandel verspricht wortwörtlich genommen werden zu können (bei der EU Austrittspartei ist das ebenso zu befürchten), und von der selbst noch recht junge Piratenpartei wird abgespaltet, dass mal eben so die Realdemokraten entstehen. Die Onlinepartei Österreichs befragt das Web, MeinOE denkt ja auch schon länger nach und Team Stronach hat beinahe schon Klubstatus. Was ist nur los in diesem Land?

Vielleicht hat man ganz einfach genug. Oft schon hörte ich, dass man bestehende Parteien bottom-up verändern soll. Wer jedoch einmal erkannt hat, wie ungern man dort auf junge, kritische Personen hört, wird sich dort sicher nicht mehr blicken lassen. Andere sehen die Schere immer weiter auseinander klaffen – zwischen den Grundsätzen, auf denen Parteien aufgebaut sind und ihrer tatsächlichen Arbeit. Wieder andere können von Korruption, Inseraten und dergleichen nichts mehr hören. Wer kann es einem also verübeln, sich eben richtig zu engagieren?

Jetzt heißt es warten: es gab schon oft unzählige neue Parteien, die heute zwar noch beim Innenministerium gemeldet sind aber in Wahrheit nicht mehr existieren. Wer hält es also bis Herbst 2013 durch? Wer schafft es, eine Struktur aufzubauen, Grundsätze zu beschließen und Parteiprogramme zu schreiben? Und wer kann es, die nötigen Unterstützungserklärungen sammeln? Jedoch, wie ich schon einmal schrieb, reicht es nicht, einfach nur anders zu sein und … was so viele propagieren: „für alle offen zu sein“. Man muss sich positionieren können, muss Standpunkte haben und eine wählbare Alternative sein. Und das sind manche, so umfangreich ihre Programme auch sein mögen, eben doch nicht.

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freier Journalist (dominikleitner.com) • Autor (Neon|Wilderness) • Lokaljournalist (MFG-Magazin) • CD-Kritiker (subtext.at • Journalismus-Student an der FHWien

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