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Was erlauben sich die Medien eigentlich, Heinz-Christian Strache bei jeder Möglichkeit Antisemitismus zu unterstellen? Wie kommen sie nur auf solch perfide Ideen? Was treibt sie nur, diese Hetze gegen den „neuen Juden“ Strache zu führen? Ein Kommentar von Dominik Leitner.

Abb. 1: Die Hakennase das Bankiers und die Manschettenknöpfe mit dem Davidstern – in früheren Versionen  tauchen diese Merkmale nicht auf

Der vermeintliche Retter Österreichs leidet. Da wird in seinem Namen auf Facebook ein Bild (Abb. 1) gepostet, das die Unverhältnismäßigkeit aufzeigt, wie die Regierung mit Banken und dem eigenen Volk umgeht. Und schon unterstellen ihm alle möglichen Medien Antisemitismus. Ihm! Ja, sind denn nun (wieder einmal) alle von Sinnen? Heinz-Christian Strache ist von der Antisemitismus-Ecke so weit entfernt, wie … ja, wie eigentlich?

Abb. 2: Diesen SchaSS findet man im FPÖ Comic „Der blaue Planet“ auf Seite 36

Man sieht doch selbst, dass es sich bei den Schmierereien im FPÖ-Comic von 2009 (Abb. 2) um boshafte Unterstellungen handelt. Wer sieht hier denn bitte SS-Runen? So etwas sehen nur jene, die es unbedingt wollen. Und indem die FPÖ es drei Seiten später noch einmal versucht, und diesmal Rechtschreibfehler einbaut, weiß man endlich, wer diese Nazisymbole in Wahrheit benutzt. Diese unsäglichen Ausländer!

Mit dem Facebook-Eintrag bei einem Spanferkel-Anstich, der mit den Worten „Isst du Schwein, kommst du rein. :)“ endet, habe man ja auch nur (wieder einmal) boshafte Plakate politischer Mitbewerber zitiert. (Oder etwa doch: die Titelseite des FALTER, Ausgabe 21/2006?)

Und dass man sich Wahlkampf zur EU-Wahl in ganzseitigen Inseraten gegen den Beitritt Israels ausgesprochen hat (Abb. 3), hat ja wohl auch nur damit zu tun, dem Land aufzuzeigen, wie böse und furchtbar die Europäische Union ist. [Es überrascht, aber da fand sogar Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) die passenden Worte: „“Der einzige Grund, Israel hier zu nennen, ist es, antisemitische Vorurteile zu bedienen. Das ist eine Schande.“ (Kleine Zeitung, 17.5.2009)]

Abb. 3: Strache warnt vor einem EU-Beitritt Israels, der nie wirklich zur Debatte stand

Doch glücklicherweise hat Strache auf Europaebene einige Freunde, die immer zu ihm halten werden: z.B. die Front National in Frankreich (englischer Wikipedia-Eintrag über Antisemitismus in der Partei) oder Filip Dewinter von der belgischen Partei Vlaams Belang (englischer Wikipedia-Beitrag über neonazistische Aktivitäten des Politikers). Und auch in der eigenen Partei kommt kein braunes Gedankengut zum Vorschein. Außer vielleicht hie und da mal eine Holocaust-Leugnung (John Gudenus, 2006).

Also, liebe links-linke Jagdgesellschaft: Wie kommt ihr nur auf so perfide Ideen, dass Strache antisemitische Ansichten verbreitet, mit antisemistischen Vorurteilen spielt und nicht genügend Abstand zu diesem Gedankengut hält? Heinz-Christian Strache ist ein Saubermann, wie er im Buche steht! (Eventuell in einem Lexikon, wenn man unter Antisemitismus nachsieht.)

[Es gilt vorsorglich die Unschuldsvermutung]

Bildquellen:

Titel- und Teaserbild: NamensnennungKeine kommerzielle Nutzung Bestimmte Rechte vorbehalten von sugarmelon.com (Dieter Zirnig)
Abbildung 1: Bilder von Straches Facebook-Seite, zu einem GIF-Bild verschmolzen durch Dieter Zirnig
Abbildung 2: selbstgemachter Screenshot aus dem Strache-Comic
Abbildung 3: Bild von quotenqueen.wordpress.com

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freier Journalist (dominikleitner.com) • Autor (Neon|Wilderness) • Lokaljournalist (MFG-Magazin) • CD-Kritiker (subtext.at • Journalismus-Student an der FHWien

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  • Christian Sterzl

    Weiss doch jedes Kind dass Strache Antisemit ist. Daran ist nichts neues. Schön mal eine kleine Aufstellung zu sehen. Doch schreib auch mal vom linken Antisemitismus, der immer so schön politisch korrekt als Israelkritik daherkommmt und Israel die Legitimation versucht abzusprechen.

  • Dominik Leitner

    Diesen linken Antisemitismus gibt es sicherlich auch, keine Frage. Man erinnere sich nur an den Text der Partei Die Linken in NRW. Der Unterschied: Strache (und seine Ansichten) haben eine unglaublich große Anhängerschaft, seine Aussagen werden gerne wiedergegeben. Linker Antisemitismus darf man nicht verleugnen, aber Politiker mit solchen Ansichten scheinen es in Österreich eh nicht in eine Position zu schaffen, in der sie gewählt werden könnten. Strache hingegen möchte Bundeskanzler werden, das ist der Unterschied.

    Aber vielen Dank für den Input, ich werde in diese Richtung weiter recherchieren. Vielleicht entsteht daraus ja wirklich ein Beitrag!

  • Christian Sterzl

    Ich weiss natürlich dass diese Positionen in Österreich im Gegensatz zu Deutschland auf Grund einer fehlenden starken linksextremen Partei wenig in den Medien sind und Strache viel grösser ist. Wollt halt auch mal provozieren. 😉

    Hab aber ehrlich gesagt noch nie gehört dass jemand Strache wählt ohne dessen Position zu Ausländern zu kennen. Allerdings viele die die Tragweite solcher Positionen nicht verstehen.

  • Matthias

    Liebe Redaktion, das animierte GIF kann gar nicht das „Original“ zeigen, da dies deutlich weniger Details aufweist als die „Strache-Kopie“. Das echte Original trägt auch eine englischsprachige Beschriftung. Wenn man etwas beweisen will, dann sollte man tatsächlich bei der Wahrheit bleiben. Ich finde jeder der verbreiteten Varianten nicht besonders komisch. (Um bei den Ärmel-Köpfen bei der Strache-Variante David-Sterne erkennen zu können, braucht es aber Phantasie. Die Linien kreuzen sich nicht, auch nicht bei maximaler Vergrößerung. Macht Euch selbst ein Bild.)

  • Dominik Leitner

    Lieber Matthias! Ich habe persönlich am selben Tag, als Strache das Bild auf Facebook gepostet hat, zu recherchieren begonnen. Als ich die Karikatur durch eine Bildersuchmaschine laufen ließ (die mir ähnliche Bilder auf anderen Websiten anzeigt), bekam ich einige Ergebnisse. Und da gab es das entschärfte Bild eben in allen möglichen Sprachen (ich habe es auf portugiesisch, rumänisch, ungarisch, englisch und eben auch spanisch) gefunden. Welches nun das Original war, konnte ich nicht feststellen. Aber wir, Dieter Zirnig und ich, haben uns eben für dieses Bild entschieden, um einen Vergleich zu machen. Ich sehe keinen großen Unterschied zu den anderen Versionen (die Schatten fehlen hier, an den Details wurde aber nichts verändert.)

    Und zur Debatte, ob es nun Davidsterne sind oder nicht, empfehle ich hier noch einmal den Beitrag vom Lindwurm. Außerdem stelle ich mir die Frage: Warum wurden nicht die alten Manschettenknöpfe (ohne allem) beibehalten? (Ich sehe übrigens gekreuzte Linien.)

  • Matthias

    Wenn man etwas schreibt, dann sollte es schon korrekt sein. Der Vergleich Eures Originals mit der ursprünglichen Version von Strache (Strache1) hätte zumindest bei einem zweiten Blick erkennen lassen, dass Strache1 und der nachgeschobenen Version (Strache2) an der unteren Kante den ursprünglichen, gerissenen Rand zeigt. Daher kann es schon nicht das Original sein.

    Sowohl bei Strache1 als auch bei Strache2 ist augenscheinlich die Torte retuschiert. Auf dem Original stand „Interest“ zu lesen. Dass etwas retuschiert ist lässt sich schon dadurch erahnen, dass im hellen Rand der Torte keine $-Zeichen angebracht sind, wo hingegen das Zeichen überall an Flächen (der Spreisen) angebracht wurde. So ein offensichtlicher Fehle darf nicht passieren.

    Und nun zu den angeblichen Judensternen. Ich finde keine Auflösung, auf der mehr als ein Ring mit aufgesetzten Zacken zu sehen sind. Strache1 gibt bei mir nicht einmal annähernd die notwendigen Details her. Schickt mir bitte Euer Exemplar per Email, das interessiert mich jetzt. Der Banker kann auf eine Karikatur aus den 1920ern zurückgehen, da bin ich schon dran.

  • Dominik Leitner

    Also, noch einmal: das ist das Bild, das Strache zuerst auf Facebook geposted hat. Dieses Bild hat er dann nachgereicht. Und das hier haben wir ausgewählt. Ganz ehrlich: Ich sehe zwischen Bild 2 und 3 keine signifikanten Unterschiede (außer die Färbung, Schatten und den Rahmen). Wir haben auch nicht gesagt, dass unseres das Ur-Original sei. Es sei nur eines von vielen, das bisher im Umlauf war. Also keine unnötigen Vorwürfe, bitte.

    Und zumindest ich kann am Screenshot vom Lindwurm erkennen, dass es nicht bloß ein Kreis mit Zwacken ist.

  • Christian Sterzl

    Sorry, Matthias, aber da kann sich nicht einmal der grösste Populist mehr rausreden. Und Strache schon gar nicht. Das ist schon ziemlich eindeutig.
    Und wenn du hier was anderes siehst dann frag ich mich schon.

  • Matthias

    Einmal halblang liebe Freunde: Wenn man einen Fehler gemacht hat, dann gibt man den zu oder korrigiert diesen zumindest stillschweigend. „Die Hakennase das Bankiers und die Manschettenknöpfe mit dem Davidstern – im Original tauchen diese Merkmale nicht auf“ steht bei Euch zu lesen und was ihr verlinkt ist irgendwo ein schlechter Scan, der vom Original weiter entfernt ist als der erste Upload von Strache. (Fakt 1)

    Der besagte Upload von Strache hat eine so miese Qualität, dass man die Judensterne (wenn hier schon die Antisemitismus-Schiene gefahren wird) gar nicht als solche erkennen kann. Ich weiss nicht woher die Quelle „Lindwurm“ diesen Ausschnitt gezaubert hat, jedenfalls ohne Nachbearbeitung ist diese grafik nicht zustande gekommen oder man hat sich einer weiteren Quelle bedient. (Fakt 2)

    Zusammen genommen habt ihr Euch blamiert, denn so etwas hat mit Journalismus nichts zu tun und zumindest hier in Deutschland hätte es für eine Zeitungsredaktion (oder jemand, das so eingestuft werden will), eine Rüge vom Presserat erhalten. Der Glaubwürdigkeit ist es eben nicht förderlich, wenn man was machen will und dann doch nur irgendwie abschreibt.

  • Matthias

    @Dominik Leiter „Wir haben auch nicht gesagt, dass unseres das Ur-Original sei“ halte ich übrigens nur noch für peinlich. Wenigstens lässt die Wortneuschöpfung Ur-Original auf ein gewisses Maß an Kreativität schließen, was die Sache im Gesamtbild auch nicht besser macht.

  • Christian Sterzl

    Man kann neuwal viel vorwerfen, sicher jedoch nicht schlechte Recherche. Strache 1 ist das Bild, dass zuerst von Strache geppstet wurde. Du bestreitest dies auch gar nicht.
    Deine Argumentation ist so dünn, dass man durchschauen kann.
    Wieso auch die entschärfte Version?
    Und wirfst du der Presse das gleiche vor? http://m.diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1280732/index.do

  • Dominik Leitner

    Vielen lieben Dank, wir legen sehr viel Wert auf Kreativität. Warum die Wortschöpfung Ur-Original? Du sprachst von Eurem Original, dem wahren Original, etc. Um den Überblick nicht zu verlieren, dachte ich mir, wäre die zuallererst gezeichnete Karikatur das Ur-Original. Bei einem Bild, das so oft verändert und angepasst wurde, kann man ja sehr schwer die Herkunft erkennen.

    Und ad Fakt 2: Hilft das beim Erkennen? Und ad Fakt 1: Jep, falsche Wortwahl.

  • Matthias

    Dominik: Meine Vermutung ist, dass sich einer (oder mehrere Personen) auf die Suche nach dieser Karikatur gemacht und eine mit höherer Auflösung gefunden haben. Fakt ist und bleibt, dass auf dem Strache Upload tatsächlich keine Judensterne zu erkennen sind, weil das technisch die Auflösung nicht hergibt. Natürlich steht es jeden frei, das selbst zu testen. Ich hätte die Karikatur aus anderen Gründen nicht geteilt, aber man muss doch auch nicht jedes Bild auf Facebook vorher mit der Lupe anschauen und stundenlang überlegen, ob es korrekt ist.

    (Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es eine Karikatur aus den 1920ern ist, aber dazu ist Papierrecherche notwendig und es interessiert auch niemand. Wozu also die Arbeit…)

    Ach ja, ich bin auch ein Nazi, weil ich ein Bildchen eines Autors von CyberDissidents.com gepostet habe. Was für eine tolarante arme Gesellschaft!

  • Nach ein paar minuten mit Google habe ich eine gallerie mit andere comics von Jude Potvin gefunden, untere anderem eine farb version das als original gelten könnte: http://michaeljournal.org/juvdm/cartoons-cs/page-01.html

    Das ist ein sammlung von Karikaturen das der „künstler“ Jude Potvin für his website micaeljournal.ca gemacht hat.

    Kurier und Sterne haben beide ziemlich früh die auf die originalen hingezeigt.

  • Dominik Leitner

    Vielen Dank, @DaddyD, für den Link. Schön ist auch dieses Zitat aus dem Stern-Artikel.

    Jude Potvin (der auch unter dem Kürzel juvdm veröffentlicht) ist Frankokanadier, zeichnet seit den 70er Jahren Karikaturen und veröffentlicht derzeit vor allem in dem katholischen, finanzsystemkritischen Blatt „Michael Journal“. Als stern.de ihn auf die antisemitische Version seiner Zeichnung aufmerksam machte, reagierte er empört: „NEIN“, er habe nie „eine jüdische Version“ gezeichnet, antwortete er per Email. Von ihm stamme die eine Variante, die auf seiner Website zu finden sei, und das ist die englische. „Ich spreche nur vom Bankensystem, nicht über Juden. Das ‚Michael Journal‘ ist NICHT antisemitisch.“

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