Neue Farben für die Grazer SPÖ

Die Grazer SPÖ hat schon lange keine überregionalen Schlagzeilen gemacht. Nun schaffte sie es sogar auf die Startseite von orf.at. Allerdings nicht mit Inhalten oder Erfolgen, sondern mit der Aufgabe des traditionellen Aufmarsches am 1. Mai.

Neue Farben für die Grazer SPÖ
Screenshot: mehrfuergraz.at

Die neue Parteivorsitzende Martina Schröck möchte der SPÖ anscheinend ein neues Image geben. Das fing mit der Parteifarbe an. Mit Schröck hielt rosa ins traditionell rote Farbenspiel der Sozialdemokraten Einzug. Das ist bemerkenswert wenn man bedenkt, dass „Rosarot“ bisher meist als Beschimpfung oder Kritik von Links kam, die der SPÖ vorwarf ihre Geschichte und Grundwerte vergessen oder verraten zu haben.

Am 1. Mai wird nun nicht mehr marschiert, sondern gefeiert. In einem äußerst positiv gehaltenen Artikel der „Kleinen Zeitung“ erklärt Schröck dies so: „Wir brauchen etwas Zeitgemäßes.“. Und SPÖ-Stadtrat sagt ganz offen „Der 1. Mai war ursprünglich ein Kampf- und Protesttag“, doch „Heute ist es ein normaler Feiertag.“

Was die Grazer SPÖ feiern will, sagen beide nicht. Die Umfragewerte der SPÖ können es nicht sein. Das ständige Aufgehen der Schere zwischen Arm und Reich? Die zunehmende Jobunsicherheit? Das Anwachsen von working poor und prekären Arbeitsverhältnissen? Die ungleiche Verteilung der Steuerlast zwischen Arbeit und Vermögen? Wohl kaum. Vielleicht feiert die Partei, mit der es seit Jahren steil bergab geht, einfach dass es sie noch gibt?

The following two tabs change content below.
Jahrgang 1986, lebt in Graz, bloggt und twittert politisch und schreibt auch sonst gerne.