Als die Rot-Schwarze Bundesregierung 2008 das Wahlalters auf 16 Jahre absenkte wurde gleichzeitig ein Vorstoss in puncto politischer Bildung vorgenommen. „Demokratieinitiative“ hieß das damals. Heuer, nur vier Jahre nach Einrichtung eines eigenen Departements zur Didaktik politischer Bildung, wird dieses bereits wieder geschlossen.


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In Deutschland beispielsweise findet eine Professionalisierung politischer Bildung bereits länger statt. Wenn auch nicht immer unproblematisch (die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit – bzw. der Mangel selbiger – wird debattiert) gibt es bei unseren nördlichen Nachbarn immerhin seit 1963 eine Bundeszentrale für politische Bildung und auf deren Website sehr detailierte und gut aufbereitete Inhalte für politische interessierte junge Menschen.

Die Schließung des Departements könnte zu keinem schlechteren Zeitpunkt kommen: Selten zuvor war die Politikverdrossenheit und dadurch die Bereitschaft für zeitgemäße (Re-) Formen der Bürgerbeteiligung so hoch; selten das politökonomische System so komplex wie heute. Vor allem letzteres sollte Sorgen bereiten: In einem selbst für Experten immer schwieriger zu durchschauenden Geflecht aus Interessen und Verbindungen braucht es deutlich mehr Wissen – und dieses zu vermitteln bedarf finanzieller Mittel und nachhaltiger Strukturen.

Schlussendlich ist aber auch dieses Vorkommnis nur ein weiteres Symptom der erschreckenden politischen Ignoranz, der das heimische Bildungs- und Ausbildungssystem ausgesetzt ist.

Wer aktiv werden möchte: Von Seite der IG Politische Bildung gibt es eine Petition gegen die Schließung.

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Politikwissenschaftsstudent an der Universität Wien. Nachrichtenjunkie und Musiker.