Anonymous Austria machte mit #OpPitdog einen (durchschaubaren) Aprilscherz und kaum jemand lacht. Wieso eigentlich nicht?

Wenn man die Hoffnung auf 10.000, teils hochbrisante, E-Mails weckt und dann enttäuscht, muss man damit rechnen, auf Ablehnung und Kritik zu stoßen. Aber war es nicht für die gute Sache? Laut Statement sollte die „Media attention“ für die heute in Kraft tretende Voratsdatenspeicherung „so weit wie es geht“ hochgekurbelt werden. „Dies war auch ein voller Erfolg“, bescheinigt man sich selbst.

Der grüne Justizsprecher Albert Steinhauser schreibt dass klar sei, „dass in den letzten Tagen vielleicht auf Kosten einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der Vorratsdatenspeicherung intensiv in den Medien über AnonAustria und ihre angekündigten Veröffentlichungen berichtet wurde“ und dieser Platz besser genützt hätte werden können.

Die Neugierde und die Aufregung waren großen. Die Aktion hat wohl gezeigt, dass AnonAustria trotz fragwürdiger bis grauslicher Statements und einer Vorgeschichte von „overpromised underdelivered“-Aktionen eine hohe Glaubwürdigkeit besitzt. Wahrscheinlich hat die Aktion auch gezeigt was viele Politinteressierte von Politikern halten (nämlich nichts) und was sie ihnen zutrauen (alles).

Anonymous Austria hat einen Namen der viel verspricht. Die internationale Berichterstattung über Anonymous ist voller größerer und großer Aktionen, man neigt dazu sich rebellisches und antiautoritäres Verhalten basierend auf „moralisch guten“ Werten zu erwarten. AnonAustria dagegen trollt einfach.

Foto: jonanamary

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Jahrgang 1986, lebt in Graz, bloggt und twittert politisch und schreibt auch sonst gerne.