Weltweit gehen die Unzufriedenen auf die Straße, um gegen unhaltbare Zustände zu protestieren. Ihr Ärger und ihre Anliegen sind diffus, doch sie richten sich gegen die politisch und wirtschaftlich Mächtigen, die die Zeichen der Zeit nicht erkennen wollen – wie Christian Wulff.

Zeltende Demonstranten auf dem Platz vor der EZB in Frankfurt am Main, Quelle: Wikipedia, (CC) Blogotron
Zeltende Demonstranten auf dem Platz vor der EZB in Frankfurt am MainQuelle: Wikipedia, (CC) Blogotron

Während viele wie das Kaninchen vor der Schlange auf die Krise starren, die unsere Wirtschaften und Währungen beutelt und schon zahlreiche Regierungen zum Scheitern brachte, feiern im Schatten der Sparmaßnahmen Korruption und Freunderlwirtschaft fröhliche Urstände.

Aus dem Amt gejagt
Neben dem soeben zurückgetretenen deutschen Bundespräsidenten Wulff, dem zweiten Wunschkandidaten Merkels, der in Rekordzeit aus “persönlichen Gründen” das Handtuch warf, waren zuvor auch Italiens Premierminister Berlusconi oder Ungarns Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány schmählich aus dem Amt gejagt worden, geplagt von jahrelangen Korruptionsskandalen.

Schamlose Bereicherung
In Österreich kocht noch immer das giftige Erbe der Schwarz-Blauen Koalition hoch, in der Schmiergeldzahlungen, schamlose Bereicherung und Prinzipienlosigkeit neue, selbst in Österreich ungeahnte Höhepunkte erklommen. Erfunden wurde das alles nicht zu dieser Zeit, die Frechheit und Naivität, mit der zugelangt wurde, schockiert dennoch.

Die Schmutzkübel-Methode
Zu allem Überdruss werden nun von einer zentralen Figur des wirtschaftspolitischen Filzteppichs, Lobbyist Peter Hochegger, Politiker aller Couleur mit dem Schmutzkübel überschüttet. Die Ziele sind klar: Herunterspielen der eigenen Rolle und “Verteilung” der Anschuldigungen, um sie so zu entwerten.

Mächtige richten es sich
Den Schaden nimmt die Politik insgesamt, die ohnehin nicht in die Gänge kommen will. Wütende Proteste gegen immer neue Sparmaßnahmen haben hier noch keine besonderen Dimensionen erreicht, doch Wut- und Mutbürger sind in aller Munde. Das Gefühl, dass die Mächtigen es sich auf dem Rücken der hart arbeitenden Menschen und Bürger richten, nimmt überhand.

Zerstörte Vertrauensbasis
Niemand ist perfekt, das erwartet man nicht von Politikern. Doch persönliche Gier und Verlogenheit sind nicht nur bei Bundespräsidenten untragbar. Sie zerstören nachhaltig die Vertrauensbasis zwischen den Wählern und den Repräsentanten demokratischer Institutionen. Auch dagegen gehen die Menschen – zu Recht – auf die Straße!

Mehr Mut – weniger Wut
Es gibt nur eine Lösung: Mehr Rechtschaffenheit in der Politik, wie dies auch immer mehr Vor- und Querdenker fordern. Wir müssen endlich wieder mutigen, charakterstarken Hoffnungsträgern Chancen geben statt austauschbarer Parteisoldaten. Es ist höchst an der Zeit, dass die politische Elite inmitten des Krisengekreisches jemand diese Stimmen hört – Angela Merkel könnte den Anfang machen.