In der aktuellen Ausgabe des ATV Österreich Trends gibt es klare Tendenzen: der Höhenflug der FPÖ scheint vorbei zu sein, eine klare Mehrheit ist für Studiengebühren und Politik gilt als Inbegriff der Korruption. Ein kleiner Überblick.

Vierteljährlich befragt ATV gemeinsam mit Meinungsforscher Peter Hajek Österreich zu Themen, die aktuell relevant sind. Heute wurde der komplette ATV Österreich Trend des  dritten Quartal veröffentlicht. Und zeigt Abstürze, wenn es um die Meinung gegenüber unserer Politiker geht, sowie Antworten auf Fragen nach Eurokrise und Studiengebühren.

Auf ATV.at findet man alle Videos rund um den ATV Österreich Trend zu sehen, zusätzlich auch noch Grafiken und erklärende Worte. Das PDF zur Umfrage gibt es übrigens auch.

[Infos zum ATV Österreich Trend: Im Rahmen der elften Welle des ATV Österreich Trend wurden von 23. bis 28. September 2011 1.000 Österreicherinnen und Österreicher repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ab 16 Jahren zu ihren Einstellungen befragt. Die Schwankungsbreite der Ergebnisse beträgt maximal +/- 3,1 Prozent.]

Sonntags- und Kanzlerfrage

In der Sonntagsfrage hat sich die SPÖ wieder an die Spitze zurück. 30% der Wähler würden den Sozialdemokraten unter Werner Faymann ihre Stimme geben. 25% (und damit um 4% weniger als noch vor drei Monaten) gäben der FPÖ die Stimme, nur 23% der ÖVP (im März 2010 lag sie mit 35% haushoch auf Platz 1). Die Grünen bleiben weiterhin bei 14% und das BZÖ würde bei einer anstehenden Nationalratswahl auf 6% kommen. Hajek betont aber, dass jene, die mit der Wirtschaftlage unzufrieden sind, überproportional zur FPÖ tendieren … und 2012 so für die „Systemparteien“ entscheidend werden könnte. Bei einer Bundeskanzlerdirektwahl dümpeln alle Kandidaten etwas dahin: nur 18% gäben Faymann die Stimme, 15% Strache, 10% Spindelegger, 6% Glawischnig und 2% Bucher. 34% der Befragten sehen übrigens keinen der genannten Kandidaten als geeigneten Kanzler.

Beeindruckend ist die Schere, die sich bei der Zufriedenheit mit der Regierung auftut: War im März 2009 noch eine knappe Mehrheit (49% zu 47%) zufrieden mit der Regierung Faymann I so hat sich jetzt das Blatt eindeutig gewendet. Nur mehr 20 Prozent der Befragten sind zufrieden mit dem Agieren der SPÖ und der ÖVP, ganze 77% sind weniger bis gar nicht zufrieden. Interessant dabei: 48% der SPÖ- und 71% (!) der ÖVP-Sympathisanten gehören zu jener Mehrheit, die unzufrieden mit der Regierungsarbeit ist.

Da ist sogar noch die eigene wirtschaftliche Stimmung besser: 66% sehen sich in guter Wirtschaftslage, 33% in weniger bis gar nicht guter Lage. Die Wirtschaftslage in Österreich hingegen sehen nur 52% positiv, ganze 47% schon negativ, die selben Ergebnisse übrigens wie beim Österreich Trend vor 9 Monaten.

Eurokrise, Studiengebühren und Korruption

71% sind optimistisch: sie glauben, dass die Eurozone auch im kommenden Jahr in ihrer aktuellen Form bestehen bleibt. 81% glauben zudem, dass der Euro die massive Krise überstehen wird, nur 11% können sich vorstellen, dass Länder wieder zu ihrer alten Landeswährung zurückkehren werden.

Das Thema Studiengebühren ist ja beliebt wie eh und je … zwischen ÖVP und SPÖ herrscht ja in Bildungsfragen eine gewisse Pattsituation. Aber die aktuelle Umfrage besagt, dass 68% der Österreicher für Studiengebühren sind. Dabei bevorzugen 48% (aller Befragten) die Idee, dass Studiengebühren von den Universitäten selbst eingehoben werden, 20% denken, dass der Staat dies übernehmen soll. Ob es eine Volksbefragung dazu geben soll? 46% halten dies für eine gute Idee, 49% wollen, dass die Politik selbst entscheidet.

Und dann das, die Medien seit Wochen beschäftigende, Thema Korruption. Auf die Frage, die Bereiche Politik, Medien, Verwaltung, Justiz und Wissenschaftler&Experten auf einer Skala von 1 (gar nicht anfällig) bis 10 (sehr anfällig), schaffte es die Politik auf den traurigen ersten Platz (7,4), vor den Medien (5,9), der Verwaltung (5,4), und Justiz, Wissenschaftlern und Experten (3,9).

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