Woche für Woche wird hier etwas zu finden sein, das in der österreichischen Politik selten geworden ist: Klare Worte zu wichtigen Themen ohne politische Scheuklappen. Die neuwal Montagsrede ist das Gegenteil einer Sonntagsrede (Duden: abwertend, bei feierlichen Anlässen gehaltene schöne Rede mit großen, der Realität meist nicht standhaltenden Worten). Woche für Woche ehrliche 15 Sätze, die mutige Politiker Ihren mündigen Wählern zugestehen sollten.

(CC) pfig / Pedro Figueiredo, Fotomontage: Stefan Egger
(CC) pfig / Pedro Figueiredo, Fotomontage: Stefan Egger

Liebe Österreicher, liebe Österreicherinnen: Es reicht!

Mit diesen Worten wurde in unserem Land nicht nur eine Koalition oder Politikerkarriere beendet, sondern auch von verschiedenen Seiten politischer Unmut über die heutige Politik geäußert.

Zuerst platzte Österreichs Nobel-Banker Andreas Treichl der Kragen: Er bezeichnete uns Politiker grosso modo als „zu dumm und zu feig“.

Diese Worte waren wohl war und haben Treichl viel Aufmerksamkeit gebracht, der Sache selbst haben sie aber geschadet, da sie den Selbstverteidigungsreflex auslösen.

Nun hat auch Hannes Androsch, die graue Eminenz der Sozialdemokratie, ordentlich auf den Tisch gehaut, um die „Wölfe der Verhinderung“ zu bekämpfen.

Treichl und Androsch sehen das Land in Gefahr, bedroht von der Geiselhaft der Verhinderer und Blockierer. Sie sprechen die richtigen Themen an, doch ihre Methoden sind nicht mehr zeitgemäß.

Die Politik kann längst nicht mehr alle Herausforderungen bewältigen, weder national noch international.

Wir können nur Spielräume ausgestalten, die von mündigen Bürgern genutzt werden müssen – ob in der Wirtschaft oder im gesellschaftlichen Zusammenleben.

Das erfordert neue Zugänge und viel Mut, Stärken, die den Österreichern oft abgesprochen werden, die ich aber im Kern als Erfolgsgeheimnis unseres kleinen Landes sehe.

Es wird daher nicht den einen, großen Wurf von oben geben – weder in der Verwaltungsreform, noch in der Bildung, noch im Steuerrecht. Jeder von uns ist angehalten, in seinen Bereichen Verbesserungen zu erzielen.

Speziell in der Verwaltung hat sich viel getan in den letzten Jahren: Wir langsam immer transparenter und freuen uns über Feedback.

Österreich war nie besonders radikal oder revolutionär, weder im Absolutismus noch in der Hippie-Zeit – doch es war wandlungsfähig und kreativ.

Das heißt nicht, dass man nicht Großes denken und fordern soll: die Abschaffung der Bundesländer, eine Flat Tax, eine einzige Schule für alle und vieles mehr.

Wichtig ist, was aus diesen Visionen am Ende des Tages gemacht wird, und das ist momentan zu wenig.

In diesem Sinne: Packen wir’s an – Feige, Dumme und Faule nehmen wir mit, auch die haben Potenzial!