Die Ideologie ist älter als die Organisation. Der Kommunistische StudentInnenverband (KSV) tritt seit 1974 bei ÖH-Wahlen an. Warum man sich von einem Honigdachs symbolisiert sieht, was es mit dem Essen kleiner Kinder auf sich hat und mehr erzählten sie neuwal.com.

Anders als der Name vermuten lassen würde, habe man kein Nahverhältnis zur KPÖ, erklärt der KSV gegenüber neuwal.com. Dieses hätte zwar bis 2006 bestanden, aber

„nach dem Verkauf des Ernst-Kirchweger-Hauses durch die KPÖ an einen Rechtsextremen übte der KSV daran massiv Kritik, die mit Rauswürfen und Parteischlüssen geahndet wurde. Der KSV hat seit diesem Zeitpunkt nichts mehr mit der Partei zu tun“.

Das Logo des KSVWomit die Spaltung freilich noch nicht abgeschlossen war. Nicht alle KSV-Mitglieder waren damit so glücklich, und so gibt es an der ÖH Uni Wien mit dem KSV LiLi eine Abspaltung von dem KSV (der dort als KJÖ kandidiert). Doch die Distanzierung gilt auch nicht für die ganze KPÖ, sondern für die Wiener bzw. Bundespartei. Die steirische KPÖ teilt mit dem KSV das eher schlechte Verhältnis zu diesen. KSV und KPÖ Steiermark verstehen sich wiederum gut, so ist auch der Sitz des KSV in Graz und an der Uni Graz etwa konnte man im Wahlkampf des KSV Unterstützung von der steirischen KP-Landtagsabgeordneten Claudia Klimt-Weithaler beobachten.

Schlager
Einfach als diese „Beziehungsgeschichte“ ist da schon unsere Frage nach einem Tier, dass den KSV symbolisiert. Man entschied sich für den Honigdachs, denn dieser „schaut ganz lieb aus, kennt aber keine Angst, muckt immer auf und legt sich auch mit den größten Raubtieren an. Siehe: z.B. youtube-Suche „honey badger“. Auch die Fragen nach Musik und Film die zu ihnen passt, beantwortete der KSV wesentlich klarer als die meisten anderen Fraktionen, die sich in die Ausrede von der Pluralität flüchteten. Der KSV sieht sich als Schlager: „oft für tot erklärt, aber einfach immer ‚in‘“. Als Film wählte man, wohl angesichts des jahrelangen Namensstreits mit dem KSV Lili, „Highlander: es kann nur einen geben.

Politisch vielleicht relevanter ist aber, dass der KSV für sechs Universitäten auf ein Wahlkampfbudget von 10.000 Euro kommt. Man schließt sich hier den anderen Fraktionen im gegenseitigen Misstrauen an und glaubt die offengelegten Budgetzahlen der MitbewerberInnen nicht so recht. Die Frage woraus sich das KSV-Budget speist, blieb leider unbeantwortet. In Nichtwahljahren hängt dies aber, zumindest so viel wurde verraten, davon ab „wie erfolgreich diverse Feste sind, wie gut Materialien wie T-Shirts und Feuerzeuge verkauft werden und was so an Mitgliedsbeiträgen und Spenden reinkommt“.

Kinderspeise
„Am ehesten,“ meint man, treffe noch das Klischee zu, „dass wir gerne miteinander ein Gläschen Vodka trinken.“ Und, so der Nachsatz, „außerdem essen wir kleine Kinder“. Tatsächlich muss sich der KSV wie sonst wohl nur der RFS mit scharfen Vorwürfen, wo Sympathie für totalitäre Regime noch einer der harmlosesten ist, herumschlagen.

Freilich, selbst wenn an den Unterstellungen etwas stimmen würde, wird die ÖH wohl nicht Gefahr laufen, für den Wiederaufbau der Sowjetunion zu kämpfen. Mit einem Mandat in der Bundesvertretung ist die Bedeutung des KSV marginal, und daran dürfte sich künftig wenig ändern.

The following two tabs change content below.
Jahrgang 1986, lebt in Graz, bloggt und twittert politisch und schreibt auch sonst gerne.