Die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) sind eine Erfolgsgeschichte. Sie kandidierten 1993 erstmals unter diesem Namen bei ÖH-Wahlen und schon 1995 wurden sie mit 18,5 % der Stimmen zweitstärkste Fraktion. Seither sind sie ständig in der „Spitzengruppe“ vertreten. Derzeit stellen sie mit Sigrid Maurer auch die Vorsitzende der ÖH-Bundesvertretung.

Die grüne Gelse der GRAS (Bild: gras.at)
Vielleicht auch deshalb stimmt man nicht, wie andere Fraktionen, in die Kritik am Ablauf von Sitzungen der Bundesvertretung ein (Kritik wie z.B. „schlechtes Benehmen“, „Taktlosigkeit“) sondern meint, dass das Benehmen der MandatarInnen verglichen mit Nationalratssitzungen sogar vorbildlich sei. Außerdem – „wenn viel Freizeit und Herzblut in den Angelegenheiten und der politischen Arbeit steckt ist es schwer nicht emotional zu werden“.

Möglicherweise liegt die unterschiedliche Wahrnehmung der Sitzungen auch daran, dass sich die GRAS in der internen Organisation erheblich von den anderen, in der Regel mehr oder weniger hierarchisch strukturierten, Fraktionen unterscheidet. Die GRAS ist basisdemokratisch organisiert – das heißt dass es (angeblich) niemand gibt, der „das Sagen hat“: „es gibt keine ChefInnen oder Vorstand. Alle in der GRAS haben das gleiche Mitspracherecht bei allen Entscheidungen, egal wie lange sie dabei sind oder was sie studieren“.

Das Maskottchen der GRAS ist eine grüne Gelse, mit der man nicht etwa „lästig“ oder „Blutsauger“ in Verbindung bringt, sondern das Motto unter dem das Engagement der GRAS steht: „widerständig und lebendig!“.

Für dieses Engagement hat man in einem Wahlkampfjahr ca. 35.000 Euro zur Verfügung, ansonsten 30.000 Euro, die vollständig von den Grünen getragen werden. Mit diesem Budget gehe man „ausgenommen sparsam“ um und deshalb sei es

„manchmal tatsächlich schwer zu glauben, was gewisse Fraktionen mit ihrem angegebenen Budget so alles auf die Beine stellen. Give-Aways in großer Auflage wie Feuerzeuge, Kugelschreiber und Online-Werbung könnten wir uns nicht leisten. Ebenso wenig Aussendungen an alle Studi-Haushalte“.

Dennoch wird die GRAS auch nach der Wahl eine der stärksten Fraktionen sein. Im Neuwal-Interview haben die Spitzenkandidatinnen Maria Clar und Janine Wulz Platz 1 als Ziel vorgegeben.

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Jahrgang 1986, lebt in Graz, bloggt und twittert politisch und schreibt auch sonst gerne.