Von allen ÖH-Fraktionen haben die FPÖ-Studierenden die wenigsten Berührungsängste mit der Mutterpartei. Die Wahlkämpfe sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Doch mit dem Erfolg der FPÖ kann der RFS nicht mithalten. Während erstere in Umfragen vorprescht, bleibt man bei den Studierenden eine Kleinstpartei.

Prost! Foto:RFSInhaltlich komme man aus der Aufklärung, so die Antwort des Rings Freiheitlicher Studenten (RFS) auf unsere Frage nach der Geschichte ihrer Fraktion. Man habe sich „über 1848 bis hin zum kritischen Realismus weiterentwickelt.“ Auch auf unsere Frage nach einem Fraktionsmaskottchen antworten die FPÖ-nahen Studierenden geschichtsbewusst: „Wir würden uns für den Adler „Viktor“ entscheiden, denn der hatte noch Österreichs Interessen im Blick.“ Ein Adler namens Viktor ist auch das Symbol von unzensuriert.at, jener umstrittenen Website die von von Mitarbeitern des Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) betrieben wird.

Mit der Nähe zur Mutterpartei hat der RFS von allen ÖH-Fraktionen die wenigsten Probleme. Während Aktionsgemeinschaft (ÖVP), VSStÖ (SPÖ) und GRAS (Grüne) die Formulierung „kritisches Nahverhältnis“ strapazieren, übernimmt man beim RFS einfach das Plakatdesign und Wordings der FPÖ, wie etwa „Österreich zuerst“. Das antwortete der RFS neuwal.com auf die Frage, welches Klischee über sie zutreffend sei. Man setze sich primär für österreichische StaatsbürgerInnen ein.

Diese will man unter anderem mit radikalen Plänen für die ÖH-Bundesvertretung davon überzeugen, blau zu wählen. Ginge es nach dem RFS, würde der

„Politkindergarten abschafft, und durch ein Gremium ähnlich der Rektorenkonferenz ersetzt. Dadurch würden wir endlich eine studentenwürdige Vertretung bekommen.“

Auch in Sachen Budget steht der RFS offen dazu, von der FPÖ unterstützt zu werden. So bekommt man „Standardsache wie Plakate, Kugelschreiber, Flyer und Feuerzeuge“ von der Mutterpartei, da diese „ganz andere Konditionen bekommt, als wir sie bekommen würden“. Als besonderes Highlight hat die FPÖ dieses Jahr noch zusätzlich 12.000 Bierdosen gesponsert. Insgesamt, schätzt RFS-Spitzenkandidat Oskar Polak, käme so und durch diverse Veranstaltungen an den einzelnen Unis ein Gesamtbudget von ca. 45.000 Euro zusammen. Eine genaue Abrechnung sei aber erst nach der Wahl möglich.

Auf die will man bei den anderen ÖH-Fraktionen gar nicht warten, hier geht man schon jetzt davon aus, dass diese „wie in der großen Politik ohne Ende tricksen. Die AG lebt nur von Werbung die ein Ministerium schaltet, die Gras gibt nur ein Bundesbudget an und verlagert die meisten Kosten auf die einzelnen Universitäten und die FLÖ redet von 54€. Ein wenig mehr Ehrlichkeit würde dem Ansehen der ÖH wohl gut tun“.

Kritik wie man sie von einer Oppositionsfraktion erwarten kann. Und auf diese Rolle hat der RFS ein Abo. Denn bis auf die JuLis, die derzeit überhaupt ohne Mandat dastehen, hat jede Fraktion eine Koalition mit dem RFS ausgeschlossen.

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Jahrgang 1986, lebt in Graz, bloggt und twittert politisch und schreibt auch sonst gerne.