Wer kann schon einem sympathischen Schaf widerstehen? Das Maskottchen der Unabhängigen FachSCHAFtslisten, die seit den 1980er Jahren die hochschulpolitische Landschaft Österreichs verändert haben, scheint für Erfolg zu stehen. Die inzwischen zweitstärkste Fraktion im Kurzporträt.

Seit Anfang der 1980er-Jahre gibt es Fachschaftslisten in der politischen Landschaft der HochschülerInnenschaft. Die erste Kandidatur gab es an der TU Wien, andere Universitäten folgten und schließlich schlossen sich diese Gruppen zu den Fachschaftslisten Österreichs (FLÖ) zusammen.

Als gemeinsamen Nenner machen diese die Unabhängigkeit von politischen Parteien aus. Stolz wird betont, dass die Mitglieder der FLÖ keine Partei-Jungfunktionärinnen oder –funktionäre seien, „die ihre zukünftigen Parteikarrieren durch Pseudoengagement in der Hochschulpolitik vorbereiten“.

Das fachSCHAF  (c)Fachschaftsliste TU WienFür ein einheitliches oder kontinuierliches Auftreten ist dies freilich wenig. Wenn gegenüber neuwal.com erklärt wird, dass „weder rechts noch links sein“ ein zutreffendes Klischee über die FLÖ sei, so schließt man damit auch eine gewisse Beliebigkeit nicht aus. Auch wenn die FLÖ betont, dass es ihnen nicht um Einzelpersonen gehe, so stellt sich doch die Frage, was, wenn nicht Interessen und Vorlieben Einzelner die Funktion die das Parteiprogramm bei anderen Fraktionen hat, übernimmt?

Auch in Sachen Budget betont man vor allem, dass dies nicht von Parteien oder deren Vorfgeldorganisationen stammt. Zahlen nennt man uns keine, allerdings wird darauf hingewiesen, dass die FLÖ auf Bundesebene überhaupt kein Wahlkampfbudget habe. Bezüglich der Budgets der anderen Fraktionen betont man, dass diese aus Parteikassen stammen würden. Dabei schätzt die FLÖ dass, zählt man die Budgets der lokalen Gruppen zusammen, die meisten Fraktionen auf über 100.000 Euro kommen würden. Verifizierbar sind diese Schätzungen, mangels Transparenz aller Fraktionen, aber nicht.

Freilich – bei aller Kritik an den „ParteisoldatInnen“ ist die FLÖ, so sie Verantwortung übernehmen will, darauf angewiesen mit diesen zu koalieren, zumindest auf Bundesebene. Im Moment ist die FLÖ die an Mandaten zweitstärkste Fraktion in der ÖH-Bundesvertretung (ex aequo mit den Grünen Studierenden), sitzt aber gemeinsam mit der stärksten Fraktion (der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft) auf der Oppositionsbank. Das Selbstvertrauen weitere ganz vorne dabei zu sein, hat man jedenfalls. Auf die Frage, wer den FLÖ wähle, lautet die Antwort:

Studierende die eine aktive Studierendenvertretung ohne parteipolitische Dogmen an ihrer Universität schätzen und die ÖH als offenen Ort für Alle sehen. Alle, die schon einmal mit einem Problem zu uns gekommen sind und kompetent beraten und vertreten wurden

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Jahrgang 1986, lebt in Graz, bloggt und twittert politisch und schreibt auch sonst gerne.