Bereits seit April 2010 treffen sich österreichische BloggerInnen regelmäßig zum politischen Diskurs, der in Form eines Podcasts online gestellt wird. ‚Politikpodcast‘ nennt sich dieses Format und hat – trotz seines erst kurzen Bestehens – bereits eine spannende Geschichte hinter sich. Wir haben mit Susanne Zöhrer vom Politikpodcast und von The Sandworm’s Blog für neuwal gesprochen.

BäckBlog Politikpodcast
Der Wunsch nach politischem Austausch unter österreichischen BloggerInnen wurde von Gerald Bäck im Frühjahr 2010 realisiert und in einem „BäckBlog Politikpodcast“ als Online-Diskussions-Format umgesetzt. Mit Gerald Bäck, Natascha Chrobok, Max Kossatz, Martin Thür, Martin Schimack und Susanne Zöhrer ist seit Beginn ein kompaktes Team an (politischen) BloggerInnen an Board. Der Podcast besteht aus einer Handvoll Themen, die sich primär um Österreich’s Innenpolitik bewegen: „Wenn es wirklich interessant war, haben wir auch bestimmte ausländische Themen aufgenommen„, meint Susanne Zöhrer im neuwal-Interview.

LIVE-Podcast zur Wien- und Steiermarkwahl 2010
Nach 16 erfolgreichen Politikpodcasts gab es im Herbst 2010 zwei große Highlights: Im Zuge der Wahlen in der Steiermark und in Wien entschied sich die Podcast-Mannschaft, einen LIVE-Podcast am Wahlsonntag zu veranstalten. Der steirische Podcast-Wahlsonntag wurde ein großer Erfolg. Darauf hin entschied sich das Team, den Wiener Wahlsonntag nicht nur LIVE, sondern auch vor Publikum im Sektor 5 coworking space gemeinsam mit einer „Wahlparty“ zu podcasten.

Der Politikpodcast muss sich emanzipieren
Der Politikpodcast muss sich emanzipieren„, schreibt Gerald Bäck in seinem Resümee im Oktober 2010 und stellt Änderungswünsche in Aussicht: Der Podcast soll sich vom BäckBlog lösen, weil dadurch eine Vereinnahmung durch den Ideengeber entsteht. Das Ziel ist es, einen Podcast für politische BlogerInnen in Österreich mit eigener URL, eigenem Logo und eigenem Feed zu gestalten.

Mit dem Politikpodcast ins Jahr 2011
Dieser Wunsch wurde mit Jahreswechsel 2010/11 realisiert: Mit einem Jahresrückblick wurde der „Politikpodcast“ – mit gleichbleibendem Team – am 9. Jänner 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt. Eine Woche darauf kam es zum zweiten Politikpodcast, bei dem u.a. über die ‚Abschaffung der Wehrpflicht‘ bis hin zu ‚Kreisky – Nostalgie und Wahrheit‘ diskutiert wurde. Am Sonntag, 30. Jan. 2011 findet die vierte Sendung im neuen Format statt, der von Martin Schimak moderiert wird: „Testosteron und Muskelspiel“ lautet das Thema und dreht sich um die derzeit heftig diskutierte Wehrpflicht, Studiengebühren und man wagt einen Schwenk von Lauda über Grasser zum Papst.

2011: Jeden Sonntag um 21 Uhr – der politikpodcast.at
Diese Regelmäßigkeit soll sich jeden Sonntag um 21 Uhr fortsetzen und jedem Zuhörer/jeder Zuhörerin die Möglichkeit geben, aktiv über Twitter (#ppcast) und Skype mitzudiskutieren: „Wir freuen uns über rege Teilnahme„, meint Susanne Zöhrer und wir wünschen dem gesamten Team für die weiteren Podcasts alles Gute, interessante Insights und feine Diskussionen.

Unser Politikpodcast befindet sich auf politikpodcast.at und findet jeden Sonntag live um 21 Uhr statt. Er dauert ungefähr eine Stunde – manchmal mehr, manchmal weniger. Je nach dem, wie die Themen sind, die wir behandeln. Man kann auf Twitter unter dem Hashtag #ppcast mitdiskutieren. Wer will kann sich durch Kontaktaufnahme mit uns auch über Skype einklinken und mitdiskutieren. Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!

» Politikpodcast – Jeden Sonntag um 21:00 LIVE


neuwal podwal

Der Artikel zum Nachhören. podwal. der neuwal podcast. Audioversion (Dauer: ca. 10 Minuten).[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2011/01/neuwal.susanne-zoehrer.001.mp3[/podcast]
neuwal (Dieter Zirnig): Seit letztem Jahr (2010) gibt es einen Podcast über Politik, bei dem Du mitdabei bist. Dieses Jahr wurde er in politikpodcast umbenannt und findet regelmäßig am Sonntag Abend statt. Was hat sich verändert und was sind eure Ideen und Ziele?

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Susanne Zöhrer (The Sandworm’s Blog): Der Politikpodcast ist von Gerald Bäck 2010 gestartet worden. Gerald Bäck hat vorgeschlagen, dass sich verschiedene österreichische BloggerInnen audiotechnisch über österreichische Politik unterhalten. Eine Zeit lang hat dieser Podcast wöchentlich stattgefunden und ist dann online gestellt worden. Wir haben uns keine Zeitlimits gesetzt und uns aktuellen österreichischen politischen Themen gewidmet. Wenn es wirklich interessant war, haben wir auch bestimmte ausländische Themen aufgenommen.

Konzept hat es grundsätzlich keines gegeben. Wir haben Themen gesammelt, Gerald hat zu Beginn regelmäßig die Moderation gemacht und sind von Thema zu Thema gegangen. Die Essenz des Ganzen war es, Politik zu kommentieren. Und zwar relativ offen und frech und ohne Denkverbote. Meistens ist das relativ lustig geworden und ist auch bei den Zuhörern sehr gut angekommen.

Es gab auch spezielle „Sondersendungen“ im Vorjahr live zu den Wahlen in der Steiermark und in Wien…

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Susanne Zöhrer: …bei den Wahlen in der Steiermark und in Wien haben wir am Wahlsonntag unseren Podcast erstmalig live zu veranstalten. Bei der Wienwahl haben wir den Podcast in ein Studio verlegt und sozusagen live einen Videocast gemacht. Die Sendung wurde auch später noch im Archiv sehr oft von Usern abgerufen.

Wie ging es nach der Wienwahl weiter?

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Susanne Zöhrer: Nach der Wienwahl ist eine Denkpause eingelegt worden. Wir haben besprochen, wer von den TeilnehmerInnen mitmachen möchte, regelmäßig dabei ist und wie wir einen eigenständigen und unabhänigen Podcast gestalten können. Dazu haben wir den Podcast von Gerald Bäck’s Blog genommen und zum Jahresechsel 2011 auf einen eigenen Blog politikpodcast.at gelegt.

Wir haben weiters beschlossen, dass der politikpodcast jeden Sonntag um 21:00 LIVE gesendet wird. Die Moderation soll auch weiters von Sendung zu Sendung wechseln. Der Podcast hat am Sonntag, 23. Jan. 2011 bereits zum dritten Mal stattgefunden.

Wieso habt ihr euch für einen Podcast entschieden und nicht für ein klassisches Radioformat?

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Susanne Zöhrer: Wir möchten uns kein Zeitlimit auferlegen. Grundsätzlich ist der Podcast auf eine Stunde limitiert – wenn es länger dauert, dauert es eben länger und wenn es eine halbe Stunde dauert, dann ist es auch in Ordnung. Wir wollen uns keine Formatgrenzen auferlegen, sondern es frei gestalten können. Das ist unsere Devise.

Wer ist nun beim wöchentlichen Politikpodcast dabei und wie teilt ihr die Aufgaben auf?

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Susanne Zöhrer: Bei unserem Politikpodcast sind im Moment Gerald Bäck, Natascha Chrobok, Max Kossatz (der bis jetzt immer die Technik supererweise gemacht hat), Martin Thür, Martin Schimack und ich (Susanne Zöhrer, Anm.) dabei. Das ist unser klassisches Team.

Wir sprechen uns ab, wer die Moderation in der jeweiligen darauffolgenden Sendung machen wird. Der oder diejenige, ist unter der Woche bei den Tagesthemen aufmerksamer. Die Themen werden in einem Google-Doc für alle anderen notiert, dass auch jeder mitbearbeiten kann. Grundsätzlich liegt die Themenauswahl in der Hand des Moderators/der Moderatorin. Am Freitag/Samstag wird ein Blogposting veröffentlicht, dass die wichtigsten Themen aufzählt und auf die Sendung hinweist.

Der Podcast ist auch sehr eng mit Social Media verbunden und ihr baut auch während der Sendung Kommentare und Anfragen von ZuhörerInnen ein…

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Susanne Zöhrer: …wir freuen uns, wenn die Leute aktiv mit-twittern und die Sendung aktiv mitgestalten und mitdiskutieren. Das macht das ganze meiner Meinung nach noch viel spannender.

Der Politikpodcast hat auch einen Hashtag: #ppcast. Während dem Podcast und den Diskussionen monitoren wir, was über diesen Hashtag geschrieben wird. So fern es sachbezogene Kommentare sind, gehen wir so gut es geht darauf ein. Einige ZuhöererInnen schicken Links oder werfen Kommentare ein, worauf wir Bezug nehmen können. So kann jeder, der vor der Website sitzt und den Podcast hört seinen Senf dazugeben, wo auch wir unseren Senf dazugeben. Und das macht das ganze recht spannend und lebendig. Wir haben auch geplant, dass sich Leute auch via Skype einklinken können. Man kann auf Twitter mit dem Hashtag #ppcast mitdiskutieren. Wer will kann sich durch Kontaktaufnahme mit uns auch über Skype einklinken und mitdiskutieren.

Wir freuen uns über eine rege Teilnahme!

Danke für das Gespräch und viel Erfolg euch allen!
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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.