Vor einigen Tagen ging ein schrecklicher Fall von Kindesmisshandlung durch die Medienlandschaft. Ein 26jähriger Vorarlberger schlug das dreijährige Kinde seiner Freundin tot. Außerdem misshandelte er den älteren Bruder des kleinen und die Mutter ebenfalls mehrere Monate lang. Nach der Tat flüchtete der Mann in die Schweiz und wurde am 12. Jan. 2011 gefasst. Am Vormittag des 14. Jan. 2011 kam er in die JVA Feldkirch und sitzt jetzt in Haft. Gerade die Vorarlberger Medien- und Parteienlandschaft berichtete ausführlich über dieses abscheuliche Verbrechen und die Suche nach Schuldigen begann. Doch diese Suche lief schnell in die falsche Richtung und veranlasste mich, diesen Kommentar zu schreiben.

Mike Prock (neuwal.com)Mike Prock
Alle haben es gehört und zeigen sich empört
Wieder ein grausiger Fall von Gewalt in den eigenen vier Wänden. In Vorarlberg wurde ein dreijähriger Junge totgeprügelt, sein Bruder und die Mutter der Beiden ebenfalls mehrmals misshandelt. Hier im Ländle wird viel diskutiert, die Parteien nehmen Stellung, alle regen sich auf, jeder will den Täter am liebsten selber lynchen. Doch die Empörung und die Reaktionen betreffen weniger den Fall und die Ursachen der Misshandlung. Keine Rede davon, wie der Gewalt in den Familien endlich Einhalt geboten werden kann. Niemand fragt sich, wieso schon wieder, was im System falsch läuft, dass immer noch Kinder geschlagen werden und wie man helfen kann.

Bevölkerung und Parteien sprangen auf diesen Zug der Empörung auf

  1. Ein Serbe, der in Österreich wohnt und schon polizeilich bekannt war.
    Das geht doch nicht, was macht er noch da?
    Warum wurde er nicht abgeschoben?
    So fielen die ersten Reaktionen der Vorarlberger aus. Sogar die Grünen wollten in einer Presseaussendung wissen: „Was hat die Fremdenpolizei getan?“. Kaum jemand fragte sich, wieso schon wieder ein Kind verprügelt wurde und warum niemand etwas gemerkt hat.

  2. Die nächste Welle der Empörung galt der Mutter des Kindes.
    Die Mutter gehört angezeigt
    Das Sorgerecht gehört ihr entzogen
    Sie wurde zurecht geschlagen“
    und so weiter.
    Die Reaktionen im Forum von www.vol.at sind bekannt, auch diesmal überschreitet es die Grenzen des guten Geschmacks um vieles.

  3. Nun sind wir bei der dritten und neusten Fragestellung, alleine von der FPÖ erreichten mich schon einige Presseaussendungen zu diesem Thema. Der Kindesmörder hat nicht nur ein Kind umgebracht, noch viel schlimmer. Er ist: Ausländer, Drogensüchtig und Frührentner (mit 26). Dass die Behörde hier einen Fehler gemacht hat, ist klar. Kann passieren bei dieser notorischen Unterbesetzung. Doch auf den Personalzustand der Behörde wird keine Rücksicht genommen.
    (..) Personen aufgrund von Drogenabhängigkeit in Frührente geschickt wurden und das kann es doch wirklich nicht sein! (..)“ schreibt die FPÖ heute.

Wieso ist das Interesse am „Warum?“ so viel geringer als an den Merkmalen Ausländer, Drogenabhängiger, Sozialhilfeempfänger? Suchen die Menschen nur einen Grund, sich aufzuregen oder ist es ein typischer menschlicher Reflex, sich einen Schuldigen zu suchen?

Ich jedenfalls bin entsetzt und will euch mit ein paar Kommentaren aus dem Internet zeigen, welche Schlagzeilen die Menschen wirklich beschäftigen und wie kommentiert wird:

Auszüge aus den Leserkommentaren von vol.at:

„WAS HAT DIESER MANN GELERNT; WO HAT ER GEARBEITET UND WANN HAT ER ZU ARBEITEN BEGONNEN ?????

Das werden sich alle fragen, die eine Pension unter 1000 Euro haben und dafür 580 Beitragsmonate nachweisen mussten.“

„1150 Euro im Monat…ihr verfluchten beamtendreckschweine ihr verfluchten ohne weitere worte“

„Meine Frau (…)bekommt heute € 644,- /mtl. sie ist aber österreicherin und hat nie rauschgift genommen. das wird das hauptproblem sein!“

„ist dieses Drecksschwein überhaubt in Österreich und darf als serbischer Staatsbürger eine Rente beziehen,normal gehört jeder der straffällig bei uns wird sofort abgeschoben,aber das Problem ist ja das unser Stockdummen Politiker die Grenzen aufgemacht haben,also logisch gedacht hat das keinen Sinn denn der ist ja dann nächste Woche wieder bei uns denn die Grenzen werden ja auch nicht mehr überwacht, Also erstens gehörten jene Politiker die solchen Scheiß gemacht haben auch aus Österreich entfernt,und dieser Verbrecher dem gehört die Todesstrafe,hoffentlich wird sie bald eingeführt denn so kann es nicht weitergehen jeden Tag Mord unf Todschlag von diesem großteils Ausländischem Gesindel so kann das nicht weitergehen,wenn die Politiker nichts dagegen tun müssen wir Österreicher uns einmal wehren und zwar so wie in Frankreich denn anders geht es bei uns nicht mehr,solange alle Politiker jenen In Brüssel in den Arsch kriechen,es ist schon fünf nach zwölf.“

„Unkostenwiedergutmachung…man sollte den typen als Organspender ausweiden“

„Land der Stütze, Immigranten,

Taugenichtse, Asylanten,

Land der Hämmer, zuzugsreich!

Heimat warst du großer Söhne,

Höchste Steuern, kleinste Löhne,

Wir verschenken dich im Schleich,“

„… in Österreich ist man als Österreicher total benachteiligt!
Ausländer müsste man sein, und die (dummen) Österreicher für sich arbeiten lassen.“

„Wie ist es möglich,das so eine „Ausländische Ratte “ in unserem Lande eine IV-Pension erhalten kann, wegen Muskelschwund und regelt daneben alles mit Gewalt?“

„Und an die Politischen Parteien: Macht endlich was gegen diese Ausländer-Schmarotzerei in unserem Land! Handelt endlich! So kann es nicht weitergehen, dass das Volk für solches Drecksgesindel arbeiten gehen muss!!!“


Quelle: VOL.at