Was ist die europäische Medienzukunft – und wie sehen Zukunftsmedien in Europa aus? Hochrangige Experten und Journalisten beleuchteten beim Mediengipfel den Zustand Europas, die Bedeutung und Verantwortung klassischer Medien – und die wachsende Bedeutung von Social Media für die Bürger.

Ambros Kindel (APA), Markus Spillmann (NZZ), Alexandra Föderl-Schmid (Der Standard), Elmar Oberhauser (Ex-ORF), Bernard Maissen (Schweizer Depechen Agentur) und Henrik Schott (Naspers), (C) pro.media
(C) pro.media

In Lech am Arlberg diskutierte Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid ohne Scheuklappen mit Ambros Kindel (Leiter APA Außenpolitik), Markus Spillmann (Chefredakteur NZZ), Elmar Oberhauser (Ex-Informationsdirektor ORF), Bernhard Maissen (Chefredakteur Schweizer Depeschen Agentur) und Henrik Schott (Brüssel-Korrespondent für Naspers Südafrika).

Alexandra Föderl-Schmid (Der Standard): Unsere zentrale Frage heute ist: Wie geht es weiter mit der Währungsunion – der Spiegel titelt „Das letzte Gefecht“. Sind wir in Europa am Ende, weil es vielleicht auch an Solidarität fehlt?

„Ein beherztes Nein dazu, dass Europa am Ende ist“ (Kindel)

Ambros Kindel (APA): Ein beherztes Nein dazu, dass Europa am Ende ist. Krise ja, die ist vermutlich lösbar und selbstverschuldet. […] Was man schon anmerken muss – ganz im Anschluss an Hans Magnus Enzensberger – die EU verkauft sich wirklich schlecht. Pressekonferenzen von Kommissaren in Brüssel sind sehr ritualisiert, langweilig…

„Wir müssen weniger Technokratensprech bringen“ (Kindel)

Das ist wie den Schaltplan eines Musikinstruments zu erklären, ohne zu demonstrieren, wie es klingt. Da sind natürlich auch wir Journalisten gefordert, weniger Technokratensprech von Kommissaren, sondern mehr über die Vielfalt und Vernetzung der europäischen Hauptstädte zu bringen.

Markus Spillmann (NZZ), (C) pro.media
Markus Spillmann (NZZ), (C) pro.media

„Wir sind nicht die PR-Agentur für Brüssel“ (Spillmann)

Markus Spillmann (NZZ): Unser Aufgabe ist nicht, etwas zu vermarkten. Wir sind nicht die PR-Agentur für Brüssel oder die Kommission! Journalisten tendieren ein bisschen dazu, die Schattenseiten auszuleuchten und Skeptiker zu sein – das finde ich per se nicht schlimm.

„Europa hat eine grundsätzlich gute Zukunft, ob es in dieser Form weitergehen kann, lasse ich offen“ (Spillmann)

Nein, die EU ist natürlich nicht am Ende. […] Wir haben eine Krise, ja – die ist aber nur teilweise von der EU ausgelöst worden, zum größten Teil aber durch nationalstaatlichen Schlendrian und falschen Rahmenbedingungen, die teilweise von der EU gefördert worden sind. Europa hat eine grundsätzlich gute Zukunft, ob es in dieser Form weitergehen kann mit der Union, das möchte ich einmal offenlassen. […]

„70 Jahre ohne Krieg in Mitteleuropa – allein das rechtfertigt die EU“ (Oberhauser)

Elmar Oberhauser (ehemals ORF): Ich bekenne mich klar zur EU! 70 Jahre ohne Krieg in Mitteleuropa – das alleine hat alles gerechtfertigt. Ja, die Konferenzen sind in Brüssel langweilig, aber dort schiebt man nur noch Versorgungsfälle hin als Kommissare… schauen Sie sich die österreichische Politik an und die Schweizer, da gibt es auch Probleme!

„Ich sehe keine Alternative zur EU“ (Oberhauser)

Ich halte die EU für eine großartige Erfindung. Ich frage mich immer: Ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten – was ist damit genau gemeint? Oder die Wirtschaftskrise der letzten zwei Jahre… ich glaube, dass wir das gemeinsam besser bewältigt haben! Was würde passieren, wenn Staaten wie Irland, Portugal und Griechenland wegbrechen würden? Ich sehe keine Alternative zur EU.

Föderl-Schmid: Außerhalb Europas sieht man die EU oft positiver, zum Beispiel Jeremy Rifkin hat ein Buch geschrieben: „Der amerikanische Traum“, sehr euphorisch. Wie sieht man das zum Beispiel in Afrika?

„Wir sehen Europa sehr positiv, träumen noch vom Afro“ (Schott)

Henrik Schott (Naspers): Ich schreibe aus einer Perspektive außerhalb Europas, ich kann nur sagen: Wir sehen Europa sehr positiv, träumen noch vom Afro, analog zum Euro! Wie stünden wir da, wenn wir jetzt nicht den Euro und das gemeinsame Vorgehen in Europa hätten?

Die Krise hat uns gezeigt, wie wenig wir voneinander wissen! Jetzt wurde auch schon vorgeschlagen, man teilt Europa in Nord-Süd… ich sehe das nicht so, es gibt eine gewisse Haushaltsdisziplin, dann wird man diese Krise auch stemmen. Wenn man auf anderen Kontinenten ist, wird einem gewahr, wie positiv das europäische Projekt gesehen wird.

Föderl-Schmid: Es gab schon sehr viele Staatsbankrotte in Europa, wie das Buch „Dieses Mal ist alles anders. Acht Jahrhunderte Finanzkrisen“ sehr schön zeigt. Österreich ist 18-mal bankrott gegangen, Spitzenreiter in Europa ist Griechenland. Österreich hat lange Zeit eine Schuldenstruktur eines lateinamerikanischen Staates gehabt.

„Heute sind wesentlich mehr Leute von einem sozialen Abstieg betroffen“ (Spillmann)

Spillmann: Der große Unterschied ist, dass wir von einem anderen Wohlstandsniveau sprechen als in der Vergangenheit. Es sind heute wesentlich mehr Leute betroffen von einem sozialen Abstieg als in den vorigen Jahrhunderten. Früher hatten sie vorher nichts zu essen und nachher nichts zu essen.

„Es ist bedenklich, wenn ein Drittel der Bürger in die Arbeitslosigkeit hineingeboren wird“ (Spillmann)

Das ist schon das Bedenkliche, wenn Staaten ein Drittel oder ein Viertel ihrer Bürger in die Arbeitslosigkeit hineingeboren werden lassen. Wir haben auch in Amerika ähnliche Phänomene, auch in Japan mehren sich die Anzeichen einer Überalterung, das ist die große Herausforderung. Heute können wir uns einen Staatsbankrott nicht mehr erlauben, weil es ein soziales Desaster wäre.

Oberhauser: Die Chancen, dass man aus so etwas herauskommt, sind in der Gemeinschaft doch größer!

Föderl-Schmid: Wäre eine Möglichkeit, Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten zu versuchen – mit „Abschattierungen“, wie Hans Magnus Enzensberger das so schön nannte?

Schott: Jede Krise bietet eine Chance. Wenn diese Krise dazu führt, dass man mehr zu ausgeglichenen Haushalten kommt, dann wird das ganze langfristig auf stabilere Füße stellt.

Föderl-Schmid: Welche Rolle haben die Medien bei der Berichterstattung? Wo ist die richtige Balance zwischen Krisenstimmung verbreiten, bremsen…?

„Ich glaube nicht, dass am Schluss die Medien schuld sind“ (Maissen)

Bernhard Maissen (Schweizerische Depeschen Agentur): Wir sind keine PR-Agentur, wir berichten über die Geschehnisse, untersuchen, wie es dazu kommen konnte. Ich glaube nicht, dass am Schluss die Medien schuld sind – sie hätten alles beschleunigt / herbeigeschrieben. Die EU hat die Medien, die sie verdient!

„Mediale Konstruktion und Dekonstruktion stimmen nicht immer mit der Realität überein“ (Kindel)

Kindel: Ich meinte nicht, dass die Medien PR für die EU machen sollen. Es ist zu einfach zu sagen, die Welt ist, wie sie ist, und die Medien berichten darüber. Die mediale Darstellung und Konstruktion oder Dekonstruktion der Wirklichkeit stimmen nicht immer mit der Realität überein. Ich bin fest davon überzeugt, dass Medien nicht PR für die EU machen dürfen.

„Politiker schieben viele Probleme auf die EU“ (Oberhauser)

Oberhauser: Es ist nicht sexy. Damit holt man niemand hinter dem Ofen hervor. Und nationale Politiker schieben viele Probleme auf die EU.

„Europa ist komplizierter. Da muss der Journalist mehr arbeiten“ (Schott)

Schott: Europa ist einfach komplizierter als die inländische Politik. Da muss der Journalist mehr arbeiten, um das verständlich zu machen. Das ist auch für die Politiker vorteilhaft, wenn die Leute nicht genau wissen, wie viel in der EU beschlossen wird und wie wenig national. Deshalb wird ja oft in Brüssel zugestimmt, und zuhause das dann so verkauft, dass man nicht anders konnte.

Spillmann: Ist das so schlimm, wenn das die Leute nicht so sehr interessiert? Ich hab ein bisschen ein Problem damit, man muss sexier sein in der Berichterstattung… aber auch wir bemühen uns darum, es stimmt schon.

„Es gibt keine euroäische Öffentlichkeit“ (Kindel)

Kindel: Es gibt keine europäische Öffentlichkeit, sondern 27 nationale Öffentlichkeiten. Bei Twitter und Facebook etc. gibt es plötzlich länderübergreifende Communities, da könnte etwas im Anrollen sein! […]

„Es gibt nur zwei europäische Ereignisse: Fußballmeisterschaft und Songcontest“ (Spillmann)

Spillmann: Es gibt ja nur zwei gesamteuropäische Ereignisse: die Fußballmeisterschaft und den Songcontest! Es gibt kein europäisches Medium.

„Es fehlt die gemeinsame Sprache und Kultur“ (Schott)

Schott: Da gibt es auch eine sprachliche und kulturelle Barriere. Einen Fahrschein „entwerten“ oder „validieren“… es fehlt die gemeinsame Sprache und Kultur! Aber es gibt schon Ansätze über Twitter und Facebook, dass man sich über Landesgrenzen hinaus vernetzt.

„Das Zuschauerinteresse wird nicht nervenzerfetzend sein“ (Oberhauser)

Elmar Oberhauser (Ex-ORF), (C) pro.media
Elmar Oberhauser (Ex-ORF), (C) pro.media

Oberhauser: Es gibt ja im Dokumentationsbereich irrsinnig viel. Das muss man trennen von der aktuellen Berichterstattung… in welcher Sprache soll da gesendet werden? Ich glaube, dass das nichts bringt. Im ORF kommt ja ab Jänner einen Informationsspartenkanal, ich habe mich mit meiner Ansicht bei Raimund Löw nicht durchgesetzt, wichtige und interessante Debatten aus dem Europäischen Parlament dort zu übertragen. Ich fürchte nur, das Zuschauerinteresse wird nicht nervenzerfetzend sein.

Föderl-Schmid: Könnte man nicht Euronews stärker propagieren? Gibt es nicht eine Pflicht für Öffentlich-Rechtliche Sender, darüber zu berichten?

„Verpflichtung gibt es natürlich keine“ (Oberhauser)

Oberhauser: Das hätte relativ viel Geld gekostet, und sie sind nicht immer am neuesten Stand. Das Publikumsinteresse ist überraschend kurz. Verpflichtung gibt es natürlich keine! […] Wer soll sich das ansehen?

Föderl-Schmid: Ich würde gerne nochmal auf die Schweiz zurückkommen und das Thema Zukunftsmedien für Europa nochmal ansprechen. Blogs, Twitter – kann Europa darüber stärker gepusht werden?

„Mit Twitter, Facebook und Co stellt man völlig andere Öffentlichkeiten her“ (Maissen)

Maissen: Ich glaube nicht wirklich daran… […]Verwaltungstechnisches wird nirgendwo große Quoten erzielen… egal, ob über Europa oder das eigene Land berichtet wird. Twitter, Facebook, & Co – das ist ein anderer Kanal! Damit stellt man nicht völlig andere Öffentlichkeiten her. […] Damit lässt sich die europäische Öffentlichkeit nicht schaffen, aber es sind Tools, die wesentlich einfacher zu bedienen sind – so wie man online heute überall die NZZ abonnieren kann!

„Ich bin mir nicht sicher, ob Twitter und Facebook Medien oder Anti-Medien sind“ (Kindel)

Kindel: Die Twitter-/Facebook-Diskussion ist für Medien eine sehr schwierige, weil ich mir nicht sicher bin, ob das Medien sind oder Anti-Medien. Möglicherweise kommunizieren da junge Leute untereinander direkt, das mit den traditionellen Medien schon sehr stark abgeschlossen hat. […]

„Communities brauchen fast keine Information von außen“ (Kindel)

Das heißt, die Communities brauchen fast keine Information von außen, wenn es um ihr Interessensgebiet geht. Diesen Gedanken weiterzuentwickeln, ist für Printmedien und Nachrichtenagenturen eine spannende Geschichte, und da ist nicht jedes Szenario rosig, etwa wenn das Einspeisen von Informationen von außen nicht mehr notwendig ist.

„Wenn man Journalismus Twitter gegenüberstellt, kann Twitter maximal ein komplementärer Faktor sein.“ (Spillmann)

Spillmann: Da breche ich doch eine Lanze für unsere Berufsgattung. Dann können wir den Gipfel ja abbrechen und alle Skifahren gehen! Dann braucht es uns ja nicht mehr. Der Journalismus wird sich verändern, ja. Im Kern ist Journalismus die Validierung, Selektion, die Reduktion von Komplexität usw. Wenn man das Twitter gegenüberstellt, kann Twitter maximal ein komplementärer Faktor sein. Ziehen wir die Gummistiefel an und probieren aus, wer am Ende die bessere Absenderkompetenz hat, das Wissen hat.

„Journalismus braucht es weiterhin, ob auf einem Blog, Twitter, Facebook oder im Chip im Kopf“ (Spillmann)

Was ist relevant und irrelevant, und eine Sprache haben, die unsere LeserInnen, Nutzer, Fernsehzuschauer verstehen – da braucht es den Journalismus auch weiterhin, egal ob auf einem Blog, Twitter, Facebook oder im Chip im Kopf eingepflanzt. Diese Frage werden wir nie schlüssig beantworten können.

„Ich halte nichts von Citizen Journalism, gehe ja auch nicht zum Citizen Doctor“ (Spillmann)

Die Frage ist: Sind wir noch Journalisten oder Informationslieferanten und reihen uns ein in eine großes Meer von Leuten, die keine Journalisten sind. Ich sage es ganz ehrlich: Ich halte nichts vom Citizen Journalism. Das ist wie ein Citizen Doctor, zu dem würde ich nie gehen, auch wenn er sich die Technologien angeeignet hat. Der weiß vielleicht nicht, ob der Blinddarm links oder rechts sitzt! Es ist nicht jeder zum Journalisten geboren. Wir müssen aber clevere Wege finden, diese Medien zu integrieren.

Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid moderierte den Abend, (C) pro.media
Standard-Chefredakteurin Alexandra Föderl-Schmid moderierte den Abend, (C) pro.media

Föderl-Schmid: Apropos integrieren. Ich möchte die Diskussion jetzt für das Publikum öffnen. Gibt es Fragen?

Stefan Egger (neuwal.com): Zwei Dinge: Erstens Facebook/Twitter/Social Media als selbstreferentielle, in sich geschlossene Systeme. Ich bin sehr aktiv in diesen Medien und möchte schon darauf hinweisen, dass dort auf die klassischen Medien verwiesen und verlinkt wird. Ohne diese gäbe es dort wenig zu diskutieren. Das heißt, die Medien müssen sich schon überlegen, wie sie das besser steuern und wie sie Teil davon sein möchten – denn sie sind es schon!

Zweitens zum Citizen Journalism: Das greift ein bisschen zu kurz aus meiner Sicht. Das sind ja nicht nur Hausfrauen, die nicht mehr kochen wollen oder Männer, die nicht mehr am Auto schrauben wollen und dann mal etwas schreiben, sondern es gibt ganz viele Journalisten und Ex-Journalisten. Leute, die durchaus wissen, wo der Blinddarm sitzt beim Schreiben. Viele von ihnen haben nicht mehr die Möglichkeit und die Chance, in ihrem Medium und mit der zur Verfügung stehenden Zeit, ausreichend zu Recherchieren und heikle Themen anzugreifen, die Werbekunden vertreiben könnten.

Meine zwei konkreten Fragen: Was sind die Mittel und Wege, aktiver zu steuern, was auf Social Media passiert? Und ist es nicht auch ein Zeichen der Krise von klassischen Medien, dass so viele Journalisten auf anderen Wegen zu kommunizieren beginnen?

Spillmann: Grundsätzlich zu beiden Punkten völlig d’accord. Dann haben wir ein semantisches Problem. Unsere Gattung ist in der Schweiz nicht geschützt, ich kämpfe hier ein wenig für unseren Berufsstolz. Nicht jeder ist zum Journalisten geboren! Sie haben völlig recht, es gibt sehr wohl ehrenhafte und nützliche Kanäle, die auch gescheite Information transportieren, und logischerweise müssen wir aus wirtschaftlichen und weil wir neue Zielgruppen und Leser zu uns holen wollen, diese neuen Medien berücksichtigen und cleverer berücksichtigen, völlig klar!

Andreas Braun (Swarovski): […]Wo nimmt das Podium den naiven Optimismus her – es wird schon weitergehen in Europa, nicht kulturell in der großen Vision, sondern ganz konkret wirtschaftlich?

Oberhauser: Was ist die Alternative? Ich gehe davon aus, dass die Krise die Spielregeln verändern wird. Wenn ich mir ansehe, was die Sozialisten in Griechenland geschafft haben zur Bewältigung der Krise und was die zerbröselnde Regierung in Irland geschafft hat, dann bin ich optimistisch.

Föderl-Schmid: Eine Zusatzfrage – Wie sieht Europas Medienzukunft 2020 aus?

„Gedrucktes Wort geht in Richtung Luxusprodukt, das man sich leistet“ (Schott)

Schott: Es wird weniger Zeitung, viel mehr online gelesen werden, crossmedial. Es wird, was das gedruckte Wort angeht, zu einer Abnahme kommen und eher in Richtung Luxusprodukt gehen, nach dem Motto „Ich lasse es mir gutgehen, ich kaufe mir das Luxusprodukt Zeitung um 10 Euro“.

„Ich wehre mich gegen die Sichtweise, nur gedruckter Journalismus sei guter Journalismus“ (Maissen)

Maissen: Ich wehre mich gegen die Sichtweise, dass nur gedruckter Journalismus guter Journalismus ist! Medien werden noch immer eine entscheidende Rolle spielen, Journalismus wird es immer brauchen, das Ganze wird ja immer komplexer. Sonst verabschiedet sich die Öffentlichkeit vom gesamten System – das erkennen auch die Politiker!

„Man muss jungen Menschen Medien beibringen“ (Oberhauser)

Oberhauser: Qualitätsjournalismus wird es auch dann noch brauchen. Für TV traue ich mir das nicht zu behaupten. Ich glaube, dass wir den jungen Menschen Medien beibringen soll – man muss das lehren.

„Letztendlich wird die Medienlandschaft so aussehen, wie wir sie formen“ (Spillmann)

Spillmann: Ich wehre mich dagegen, dass man die Zukunft nicht beeinflussen kann! Letztendlich wird die Medienlandschaft 2020 so aussehen, wie wir sie gestalten und formen. Ich bin Optimist, das wird schon gut!

„Social Networks werden wichtiger, journalistisches Knowhow wird notwendig sein“ (Kindel)

Kindel: Ich glaube, dass die andiskutierten Social Networks wichtiger werden, insbesondere in spezialisierten Kreisen. Dort wird auch journalistisches Knowhow notwendig sein. Die Frage ist, ob das traditionelle Medien einbringen können und vor allem wie. Internet-Inhalte werden wichtiger und werden crossmedial.

„Print hat eine andere Qualität als Herumzappen im Internet“ (Kindel)

Von Printmedien werden wir uns nicht verabschieden müssen. Diese großen Informationsströme, die auch über Social Networks laufen und der Bedarf an Begründung und Erklärung in einer Welt, die immer komplizierter wird und diese auseinanderstrebende Realität – das sind Bereiche, wo ich die Zukunft der Medien sehe. Print hat eine andere Qualität als Herumzappen im Internet.