Foto: Dieter Zirnig | flickr

Aktivisten der #unibrennt-Initiative haben sich etwas Neues überlegt: besetzt man einen Hörsaal, wird man schnell als Blockierer (statt Studierer; man erinnere sich an die Facebook-Gruppe) abgetan, doch ihr neues Ziel hat definitiv auch eine sehr hohe Brisanz. Laut aktuellen Meldungen besetzen Dutzende die SPÖ Bundeszentrale in der Löwelstraße. Ich habe jetzt mal einige Informationen zusammengesammelt und werde im weiteren Verlauf den Artikel immer wieder updaten.

Einen kurzen Einblick in das Geschehen kann man sich auf dem ustream-Account unsereuni2010 machen: dort gibt es wenige Minuten einer Diskussion, zu der auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter Zeit gefunden hat. Leider hat eine Mehrheit im Plenum gegen einen weiteren Livestream gestimmt, weshalb die einzigen Nachrichten aktuell über Twitter zu erfahren sind. Gründe, die gegen einen Livestream sprechen? Womöglich der Terrorismus-Paragraph und die Handhabung des österreichischen Staates.

Auf der Seite der VSSTÖ-TU Graz gibt es schon einen Blogeintrag dazu, und auch der Standard berichtet schon davon. Dort ist auch zu lesen, dass nach Kräuter nun wohl auch Laura Rudas, die zweite Geschäftsführerin der SPÖ, mit den Besetzern reden möchte.

Seit rund vier Stunden sind geschätzte 70 Studenten in der Löwelstraße. So wie es aussieht, wird geht die ganze Aktion aber schon dem Ende zu. Kräuter hat zuvor schon angedeutet, dass man das Anliegen verstehe, dass es einige Stimmen gegen den von Wissenschaftsministerin Karl vorgelegte Gesetzesvorschlag rund um Zugangsbeschränken gebe. #unibrennt plant nun schon weitere Schritte, in 4 Tagen soll das Gesetz durchgeboxt werden.

In einer Presseaussendung haben die Besetzer ihre Forderungen klargestellt:

Wir fordern:
-Die beste Bildung für alle!
-Ein klares NEIN der SPÖ zu Zugangsbeschränkungen!
-Die Zurücknahme der Kürzung bei der Familienbeihilfe!
-Ein Zukunftsbudget mit Investitionen für Bildung und einen fixen
 Finanzierungsplan für unsere Hochschulen!

Jetzt (23.00 Uhr) ist auch der Livestream (aktuell nur Audio) wieder online. Aber es ist nicht wirklich hörenswert. Bisher hört man nur, dass sie etwas zerstritten sind, die Besetzer. Scheinbar gab es gröbere Probleme mit der Kommunikation. Der Plan, so sieht es aus, ist ein baldiger Abzug aus der Löwelstraße. Daniel Weber hat nun erste Fotos auf Flickr geladen.

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freier Journalist (dominikleitner.com) • Autor (Neon|Wilderness) • Lokaljournalist (MFG-Magazin) • CD-Kritiker (subtext.at • Journalismus-Student an der FHWien

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