neuwal informiert exklusiv über die aktuellen Neuigkeiten aus Stuttgart: StuttgartCalling – 28. November 2010 – podcast aus Stuttgart mit Putte von fluegel.tv.
Schlichterspruch kommenden Dienstag • Volksabstimmung wäre der „Geißler-Coup“ • Stern deckt auf: 4.2 Mrd. Euro vs. 4.2 Mrd. DM • fluegel.tv ist am Dienstag „einsatzbereit“


StuttgartCalling – 28. November 2010 – Der gesamte Podcast mit Putte von fluegel.tv aus Stuttgart (6:00 Min.)

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Dieter Zirnig (neuwal.com): Nach einer kurzen Ruhe- und Erholungszeit geht es nun in den Endspurt bei den Stuttgart 21 Schlichtungsgesprächen…

Putte (fluegel.tv): …es gibt derzeit den Endspurt bei den Schlichtungsgesprächen: Es gab Gespräche am Freitag (26. Nov. 2010), Samstag und am Samstag (27. Nov. 2010). Nach dem Gespräch am Montag (29. Nov. 2010) soll am Dienstag, 30. November 2010 schließlich der Schlichterspruch fallen. Hr. Geißler meinte allerdings auch, dass es bis in die Nacht dauern könne. Das heißt, es kann auch bis Mittwoch dauern.

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Dieter Zirnig (neuwal.com): Was sind die Themen abseits der Schlichtungsgespräche über die in Bezug auf Stuttgart 21 gesprochen wird?

Putte (fluegel.tv): Im Moment geht es um die Kosten. Der Stern hat anscheinend wieder etwas aufgedeckt: In einer Kalkulation von 2002 sind 4,2 Mrd. Euro aufgetaucht. Die Bahn meinte, dies sei ein Fehler, denn man verwechsle Euro mit DM (Deutsche Mark) sein sollten. Das sorgt im Moment für Aufsehen.

Der Endspurt kommt wie er kommt und alle sind derzeit sehr gespannt. Man merkt auch bei den Befürwortern als auch bei den Gegner eine gewisse Anspannung. Keiner weiß, wie der Schlichterspruch ausfallen wird. Und keiner weiß, wie denn die Reaktion von Seiten der Offiziellen (Aktionsbündnis, Bahn, Regierung) und von den Medien aussehen wird.

Ich denke, dass es ab Dienstag (30. Nov. 2010) in dieser Stadt wieder sehr spannend werden kann. Wir haben intern mit fluegel.tv E-Mails geschrieben und haben gesagt, wir müssen auf jeden Fall flexibel, mobil und einsatzbereit sein. Denn, wer weiß, was da passieren wird. Es ist nicht so, dass ich eine konkrete Idee im Kopf hätte, was passieren würde, aber da kann Wut stattfinden, da kann Freude stattfinden. Niemand weiß es!

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Dieter Zirnig (neuwal.com): Die Kundgebungen von Gegnern und Beführwortern finden nach wie vor statt?

Putte (fluegel.tv): Was derzeit auffällt – und das meine ich derzeit gar nicht hämisch – ist, dass die Befürworter-Demos in ihrer Teilnehmerzahl drastisch gesunken sind. Sie hatten eine „Großdemo“ auf dem Schloßplatz bei der 1.500 Teilnehmer waren. Dort haben prominent Leute wie beispielweise Herr Grube, der Bahnchef, gesprochen. Am Donnerstag waren nur mehr 500 Leute dabei (alles polizeiliche Angaben).

Wir waren auf der Montagsdemo, wo insgesamt 5.000 Leute waren. Es war sehr gut und ich bemerke, dass die Protestbewegung trotz Kälte und Demoschwund – wegen der Schlichtung ist die Stadt derzeit in einer Wartehaltung; sowohl die Beführworter als auch die Gegner.

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Dieter Zirnig (neuwal.com): Ich habe gelesen, dass auch eine „Volksbefragung“ ein mögliches Ergebnis der Schlichtung sein kann…

Putte (fluegel.tv): Eine Volksbefragung wäre natürlich der Clou. Wenn das eintreten würde – das wäre der „Geißler-Coup“. Ich fände es geil, wenn er das schaffen würde. Es gibt auf beiden Seiten Leute, die das nicht gut finden würden. Ich denke, es geht ja um die Demokratie. Und wenn wir schon alle wollen, dass die Bürger entscheiden, dann wäre es für mich die tollste Lösung.

Aber es wäre auch eine schwierige Lösung. Denn dann geht es auch um die Frage: Wer stimmt ab. Stimmt Stuttgart ab oder stimmt Baden-Württemberg ab? Eine schwierige Sache, denn Gegner haben die Sorge, auf dem Land die Volksabstimmung zu verlieren. Denn auf dem Land ist die Meinung anders als hier in der Stadt.

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Dieter Zirnig (neuwal.com): Was ist hier zwischen Leuten aus der Stadt und vom Land der entscheidende Unterschied?

Putte (fluegel.tv): Schwer zu sagen. Es ist generell so, dass die Städter zu solchen brisanten Themen anders stehen. Die Befürworter – und das kommt hinzu – haben Geld, um Werbung zu machen und können damit die Menschen am Land besser erreichen als die Protestbewegung, die auf Spenden angewiesen ist. Das sind die knallharten finanziellen Faktoren, die dann entscheidend sind, wenn es ums Werbung machen geht. Bei

uns müssen ehrenamtliche Leute zb in Pfullingen einen Stand aufbauen; die Befürworter haben das Geld um Prospekte und Infomaterial zu produzieren.

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Dieter Zirnig (neuwal.com): Wie berichtet Blogs und welche Themen werden in Social Medien wie Facebook diskutiert?

Putte (fluegel.tv): Wir sind in einer ganz neuen Phase. Man merkt, dass die Schlichtung alles verändert hat und die Stadt auch beruhigt. Das ist gut, um auch durchatmen zu können.

Und das ist das Hauptthema. Es werden Spekulationen ausgetauscht, es wird interpretiert, da der Ausgang ungewiss ist. Keiner traut sich zu sagen, auf was es wirklich hinausläuft. Das sind auch die Hauptthemen derzeit auf Facebook. Dann schreibt der Stern etwas und die anderen Medien berichten darüber, was der Stern schreibt.

Aktuelle News findet man immer auf Google News und werden von der Community verbreitet. Dann gehen Diskussionen los. Das ist der normale Gang der Dinge, den ich auch sehr schätze. Es macht Spaß.

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