Einfach um die Spur zu richtig gemacht: Die Wahlplakate der Grünen.

Die Grünen in Wien legen eine Plakat-Kampagne hin, die von vorn bis hinten komplett richtig gemacht ist:

Das Logo ist rechts oben.
Die Spitzenkandidatin der eigenen Partei ist abgebildet. (Wir erinnern uns: Nicht jede Partei kann das von ihrer Kampagne behaupten.)
Am Plakat „menschelt“ es, wir sehen also Menschen im Hintergrund – und das soll ja angeblich immer gut funktionieren.
Die Headline ist kurz und aussagekräftig und bringt den ideologischen Ansatz in seinen konkreten Ausprägungen gut rüber.
Ganz unten sehen wir einen Verstärker, einen Aktivierer, der zur Stimmabgabe animieren soll. (Na gut, da kann man schon diskutieren, ob der nicht etwas zu infantil geraten ist.)

Ja – und dann gibt’s die alte Werbe-Regel, die besagt, dass die Einhaltung aller Regeln in einem Werbemittel zu sterilen, gekünstelten, wenig lebendigen Ergebnissen führt. Haben wir hier den Beweis für die Richtigkeit dieser These? Vermutlich!

Mag sein, dass den Verantwortlichen auch irgendetwas gefehlt hat. Man hat sich also entschlossen, grüne Schraffierungen, Passkreuze, Verläufe und Pfeile zu integrieren.
Grafische Elemente, die den braven, richtigen Duktus brechen sollten. Aber auch sie konnten die Korrektheit nicht mehr zerstören. So gesehen liegen hier möglicherweise die interessantesten Plakate dieses Wahlkampfes vor.

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