Raimund Streitenberger ist Bundesgeschäftsführer der JULIs und seit dem letzten EU-Wahlkampf im Frühjahr 2009 dabei. Er möchte in erster Linie aufzeigen, dass die Jugend nicht apolitisch ist: „Die Jugend ist da, sie ist politisch, sie ist politisch interessiert, sie will mitbestimmen, und nicht einfach nur unter den Teppich geschmiert werden oder bei anderen Parteien die Knechtschaft antreten“, so Streitenberger über seine Hauptmotivation in der Politik aktiv zu werden.

Im Wiener Wahlkampf ist viel vom frischen Wind die Rede, den die Stadt angeblich braucht. neuwal hat gemeinsam mit ichmachpolitik.at die Sache ernst genommen – und Jungpolitiker aller Richtungen Ende September zur gemeinsamen Diskussion eingeladen. Generation Zukunft Österreich, Grüne, Junge Volkspartei, JuLis, Liberales Jugendforum, Sozialistische Jugend und Sozialistische Linkspartei sind dem Aufruf gefolgt.

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Alle Videos zum Einbetten gibt es auf www.ichmachpolitik.at. Bild (C) by Karola Riegler Photography.

Raimund Streitenberger (JuLis): Guten Abend, vielen Dank erstmals für die Einladung. Wie gesagt, ich bin mittlerweile Bundesgeschäftsführer , bin aber schon eine längere Zeit bei den JuLis, genauer gesagt seit dem EU-Wahlkampf zu den letzten Europaparlamentswahlen im Frühjahr 2009. Ich war seit jeher ein politisch sehr interessierter Mensch. Ich habe mir immer gedacht, was könnte man machen, wie sieht das Angebot für junge Menschen eigentlich aus, um sich politisch zu engangieren und bin dann eigentlich ziemlich schnell draufgekommen, dass das Ergebnis relativernüchternd ist. Ich habe mir durch die Bank die Jugendorganisationen der politischen Parteien angesehen, habe Freunde, die bei verschiedensten sind, hatte daher immer einen ganz guten Eindruck und habe das eigentlich für mangelhaft befunden. Das war eine wirkliche Chance, zu sagen: das gibt es etwas Neues. Das ist eine Partei, die vollkommen jugendlich ist, vollkommen unabhängig und meinen Vorstellungen damals perfekt entsprochen hat – europafreundlich und eine Jugendpartei.

Was waren die persönlichen Ziele damals und was sind die Ziele, die die Partei jetzt erreichen will?

In erster Linie wirklich aufzuzeigen: die Jugend ist nicht apolitisch. Die Jugend ist da, sie ist politisch, sie ist politisch interessiert, sie will mitbestimmen, und nicht einfach nur unter den Teppich geschmiert werden oder bei anderen Parteien die Knechtschaft antreten. Das war meine Hauptmotivation. Inhaltlich war vor allem im Europwahlkampf das traurige Europabild in Österreich. Vielleicht auch mit Menschen darüber reden und vielleicht ihnen die Augen öffnen, so weit das geht.

Kurz noch eine liberale Spezialfrage: es treten zur Wien-Wahl nach meiner Zählung vier liberale Gruppierungen an, das ist das Liberale Forum, das sind die Jungen Liberalen, das ist das Liberale Jugendforum und dann gibt es noch GZÖ/BZÖ – gibt es da eine Zusammenarbeit oder kocht jeder sein eigenes Süppchen?

Naja, Zusammenarbeit wär zuviel. Wir als Partei können nicht kandidieren, wir haben den Wienweiten Antritt nicht geschafft, haben die Unterschriften nicht zusammenbekommen. Wir werden daher nicht kandidieren, auch nicht auf Bezirksebene, sondern uns voll und ganz auf die ÖH zu konzentrieren. Was sich nach der Wien-Wahl ergibt mit allen liberalen Parteien, das steht in den Sternen, aber ich bin sehr optimistisch gestimmt, dass sich eine Zusammenarbeit ergibt – das wäre das Beste für alle, glaube ich.

Das Ziel wäre mittelfristig schon, den Jugendbereich der Liberalen in Österreich abzudecken?

Ja selbstverständlich, das ist das erklärte Ziel.