Die Sozialistische Jugend Wien ist die größte linke Jugendorganisation in Wien. Sie ist in Bezirksgruppen strukturiert und die Bezirksgruppen treffen sich einmal wöchentlich, um dort politische Jugendarbeit zu machen: Diskussionen, Veranstaltungen. Im Wahlkampf unterstützen sie die SPÖ, gehen aber mit einem eigenen Programm und auch mit eigenen KandidatInnen – sowohl auf Bezirksebene als auch im Gemeinderat – an den Start.

neuwal hat gemeinsam mit ichmachpolitik.at die Sache ernst genommen – und Jungpolitiker aller Richtungen Ende September zur gemeinsamen Diskussion eingeladen. Generation Zukunft Österreich, Grüne, Junge Volkspartei, JuLis, Liberales Jugendforum, Sozialistische Jugend und Sozialistische Linkspartei sind dem Aufruf gefolgt.

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Alle Videos zum Einbetten gibt es auf www.ichmachpolitik.at. Bild (C) by Karola Riegler Photography.

Stefan Jagsch (Sozialistische Jugend): Die Sozialistische Jugend Wien ist die größte linke Jugendorganisation in Wien. Wir sind in Bezirksgruppen strukturiert, unsere Bezirksgruppen treffen sich einmal wöchentlich, um dort politische Jugendarbeit zu machen, Diskussionen, Veranstaltungen. Wir engagieren uns natürlich auch im Wahlkampf jetzt für die SPÖ, wir gehen ab er mit einem eigenen Programm und auch mit eigenen KandidatInnen – sowohl auf Bezirksebene als auch im Gemeinderat – an den Start. Wir setzen uns ein für eine Vermögensbesteuerung, wir finden, dass das Steuergesetz ungerecht ist, dass die Reichen zahlen sollen, für das, was sie verursacht haben, nämlich die Krise, die Suppe auslöffeln sollen und auch das Sozialsystem gerecht finanzieren sollen. Auf der anderen Seite  setzen wir uns in Wien vor allem ein für die Jugendfreiräume, sei das in Parks oder in Jugendzentren und so weiter. Wir finden, dass das ausgebaut gehört. Wien hat an sich ein gutes Netz dafür, aber wir wollen dass die Projekte verstärkt werden, dass es mehr Projekte gibt, weil vielen im öffentlichen Raum Angebote fehlen, wo Jugendliche, die wenig Geld haben, deren Eltern wenig Geld haben, ihre Zeit verbringen können.

neuwal: Gibt’s sonst noch Themen, die speziell auf Jugendliche zugeschnitten sind?

Ja, natürlich wollen wir auch den Ausbau der Radwege – ich bin selber ein passionierter Radfahrer in Wien, und da gibt es sicher noch einiges, was zu machen ist, sei es jetzt die Verlängerung des Wiental-Radwegs in die Innenstadt bis zum Karlsplatz oder ähnliches, da sind viele Projekte am Start, oder die Citybikes – da gibt es einiges zu tun, und dafür kämpfen wir auch.

Das waren jetzt zufällig zwei gute Beispiele für rot-grüne Projekte – war das Zufall oder funktioniert die Zusammenarbeit mit den Grünen so gut?

Nein, das sind auch Themen, die von uns kommen, weil es für Jugendliche relevante Themen sind. Es gibt in verschiedenen Bereichen auch Übereinstimmungen mit den Grünen auf inhaltlicher Ebene, aber wir kämpfen jetzt einmal für die absolute Mehrheit, damit es überhaupt keinen Koalitionspartner braucht.

Warum ist das wünschenswert?

Weil die Stadt gut verwaltet ist, weil wir auch in der SPÖ für unsere Positionierungen kämpfen und auch dort einen Fortschritt erzielen wollen. Und weil wir uns auch beim derzeitigen Stand der anderen Parteien in Wien – vor allem auch der Grünen, die in vielen Bezirksstrukturen zerstritten und gespalten sind, einfach nicht sehen, was da für die Stadt besser werden könnte, wenn es eine Zusammenarbeit mit einer anderen Partei geben würde.

Das heißt, es ist jetzt keine Blütezeit der jungen Wilden in der Partei, sondern es geht darum, die Mutterpartei zu stärken im Wahlkampf.

Es geht darum, die SPÖ zu stärken, weil ich es wichtig finde, dass die Partei , die sozial Benachteiligte vertritt, auch MigrantInnen, gestärkt wird, aber das heißt nicht, dass wir nicht auch immer Kritik geäußert haben an Dingen, die uns in der Partei, der öffentlichen Darstellung und der Politik der SPÖ nicht gepasst haben, und das werden wir auch weiterhin tun. Wir kämpfen in der SPÖ für ein linkes Programm, für Politik für sozial Benachteiligte, ob das Jugendliche sind oder Erwachsene, und das werden wir auch weiter machen.