Die Steiermark, die Steiermark. Hach. Das grüne Herz Österreichs. Oder nein … wohl doch eher das Rot-Schwarze? Das Rot-Blaue? Die Wahl am vergangenen Sonntag lieferte wenig überraschende Ergebnisse und so steht Landeshauptmann Franz Voves vor einer wichtigen Frage: Tu ich, oder tu ichs nicht? Die Rede ist von einem Kuschelkurs mit den Freiheitlichen.


(CC) Michael Thurm, (C) APA Fotoservice/Friedrich Jamnig, (C) Steirische Volkspartei, Montage: Stefan Egger/neuwal
Kandidatin 1, die ewiggestrige, wiedererstarkte Straftäterin …

Franz Voves ist ja ein ganz Besonderer. Unter den Roten ist er der Einzige, der es nie wirklich ausschloss, mit der FPÖ eine Koalition einzugehen. Michael Häupl ist strikt dagegen, und auch SPÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter Josef Ackerl (OÖ) lässt eindeutig anklingen, dass dies nie zu seinen Präferenzen zählen würde. Aber der Franz, der schloss mal niemanden aus und macht es sich so nun leicht.

Würde er es tun? Würde er mit dieser FPÖ, die (und wir kennen z.B. das Auftreten der FPÖ Wien) selbst für diese Partei den rechten Rand darstellt, wirklich gemeinsame Sache machen? Jene FPÖ, die mit „Moschee baba“ ihr einziges Wahlkampfthema verpulverte und mit dem sich nun die Staatsanwaltschaft beschäftigt? Jene FPÖ, die einen neuen Mandatar beherbergt, der dem Nationalsozialismus „neutral“ gegenübersteht? Würde er das wirklich tun?

oder doch Kandidatin 2, die gebrochene, blockierfreudige alte Lady?

Oder würde er doch wieder mit der Volkspartei zusammenkommen. Die Partei, die in den letzten Jahren aufgrund aktiver Oppositionspolitik vieles zu verhindern wusste? Die Partei, die sich das zurückholen wollte, was man ihr aus der Hand gerissen hat (die Steiermark) und schließlich doch furchtbar scheiterte. Sollen es wieder 5 Jahre des Blockierens werden?

Also hat er die Auswahl: rechtsextrem oder blockierend? Ewiggestrig oder machtgierig? Aber vielleicht ist schließlich doch alles nur Taktik und die Aufregung der SPÖ auf Bundesebene und in den anderen Ländern verfehlt ihr Ziel? Wenn Franz Voves die Freiheitlichen (so wie es viele andere auch machen) kategorisch ausschließen, und dank Proporz neben der SPÖ eh nur die Schwarzen übrig bleiben, so hätte er ihnen die Chance am Porzellanteller serviert. Wenn er nur die ÖVP nehmen will, dann muss er sie auch nehmen. Egal wie unfähig diese Landesregierung die letzten paar Jahre war.

Vielleicht denkt er gar nicht wirklich daran, direkt auf die FPÖ zuzugehen. Vielleicht dient sie Voves nur als Vortäuschung falscher Tatsachen. À la: Ich kann auch anders, liebe ÖVP. Ihr seid nicht mehr meine einzige mögliche Wahl. Wenn ihr euch jetzt blöd anstellt, einen falschen Schritt macht, dann brauchen wir euch nicht mehr. Und weil Franz Voves so ein unberechenbares Gemüt hat, wird die ÖVP wohl darauf einsteigen. Abstriche machen, Hände falten, Gosch’n halten. So ungefähr kann man sich das vorstellen.

Und hier ist dein Herzblatt!

Franz Voves wird es spannend machen (der Wahlabend war es ja schlussendlich nicht, ein Wahlkrimi sieht anders aus – und hat auch einen besseren Spannungsbogen), das ist schon mal klar. Aber so wie ich ihn (nicht) kenne, wird er wohl schon jetzt genau wissen, wie er es anstellen wird. Und vielleicht hilft ja auch Michael Häupl mit, für den sich eine rasche Einigung mit der ÖVP auf die Wienwahl am 10. Oktober auswirken würde. Und, ganz abwägig, vielleicht muss sich Franz Voves auch gar nicht entscheiden. Aber man kann schon mal gespannt sein, wohin die Reise mit dem Herzblatthubschrauber geht.