Die Josefstadt kommt nicht zur Ruhe – heute hat ein weiterer Knalleffekt den grünen Bezirk erschüttert, als die langjährige ÖVP-Bezirksrätin Doris Stark ihren Wechsel zu Echt Grün bekanntgab. Sie kämpft ab sofort für die Wiederwahl von Heribert Rahdjian zum Bezirksvorsteher. Neuwal.com hat als erstes Medium mit ihr gesprochen!

ÖVP-Bezirksrätin Doris Stark und ihre neuer politischer Partner, Heribert Rahdjian von Echt Grün, (CC) Christoph Ulbrich
ÖVP-Bezirksrätin Doris Stark und ihre neuer politischer Partner, Heribert Rahdjian von Echt Grün, (CC) Christoph Ulbrich

Neuwal.com wurde per Presseaussendung von dem brisanten Wechsel informiert – hier ist das Dokument zum Download.

Auf http://www.rahdjian-bleibt.at begründet Doris Stark ihren Wechsel so: „Heribert Rahdjian war immer ein kompetenter und menschlicher Bezirksvorsteher mit echter Handschlagsqualität. Und das für alle Josefstädterinnen und Josefstädter über alle Parteigrenzen hinweg. Deswegen ist es mir – auch als ÖVP-Bezirksrätin – ein Anliegen Heribert Rahdjian im Wahlkampf aktiv zu unterstützen und die Josefstädterinnen und Josefstädter davon zu überzeugen Heribert wieder zum Bezirksvorsteher zu wählen. Er ist einfach der Beste für diese Aufgabe!”

Heribert Rahdjian freut sich nach dem wechsel des grünen Bezirksrats Daniel Sokolov über den neuerlichen und erfahrenen Zuwachs: „Ob jemand ein Roter, Schwarzer oder ein Echt Grüner ist, ist sekundär – dass wir zusammenarbeiten ist wichtig für eine noch lebenswertere Josefstadt. Deswegen freue ich mich besonders, dass es auch bei der ÖVP PolitikerInnen gibt, die ohne ideologische Scheuklappen jetzt sagen: Rahdjian bleibt!“

Neuwal.com hat Doris Stark telefonisch in Oberösterreich erreicht:

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2010/09/100910_Interview_DorisStark.mp3[/podcast]

Stefan Egger (neuwal.com): Liebe Frau Stark, haben Sie kurz eine Minute für uns?

Doris Stark (Echt Grün): Bitte!

Ich wollte nur fragen: Sie sind ja von der ÖVP zu Echt Grün gewechselt, zu Herrn Rahdjian. Was sind denn die Hintergründe Ihrer Entscheidung, was war bei der ÖVP nicht mehr möglich, was bei Echt Grün für Sie besser ist?

Stark: Erstens einmal kenne ich Heribert Rahdjian seit vielen vielen Jahren. Ich muss ehrlich sagen, wie man mit ihm umgegangen ist, war für mich eigentlich furchtbar. Er ist doch in einem Alter, wo er die letzten zwei bis drei Jahre noch gemacht, dann wäre er von selbst zurückgetreten. Oder gesundheitlich wäre es vielleicht nicht mehr gegangen. Aber man hat ihn von einer Minute zur anderne einfach abgesetzt. Das war der erste springende Punkt, wo ich mir gedacht habe, ich fühle mich nicht mehr wohl

Ich war viele Jahre Bezirksrätin für die ÖVP und ich habe mich eigentlich bis auf Kleinigkeiten immer recht wohlgefühlt. In letzter Zeit vielleicht nicht mehr so, aber das kann man eigentlich nicht als nicht wohlfühlen bezeichnen. Es hat eine Alternative gegeben und Heribert Rahdjian kenn ich halt einfach seit vielen Jahren. Es war sicher nicht etwas Gravierendes, das mich zum Wechsel bewegt hat, das war’s nicht, unter keinen Umständen…

Also war es eher die Zugkraft des HerrnRahdjian als die Unzufriedenheit mit der ÖVP?

Stark: Ja, ich kenne ihn persönlich seit vielen Jahren, mein Sohn kennt ihn seit vielen Jahren. Mir hat das damals sehr leidgetan, er war ja früher bei der ÖVP, dass er von dort weggegangen ist.

Wie lange waren Sie denn bei der ÖVP?

Stark: Viele Jahre!

Vielleicht noch ganz kurz – gab es eine Reaktion seitens der ÖVP auf Ihren Wechsel?

Stark: Ja, man hat mich gefragt, warum ich mich nicht für die Frau Mickel einsetze, dazu muss ich sagen, ich kenen Frau Mickel sehr gut, ich schätze sie auch, sie ist ein ganz lieber Kerl, aber ich habe mich halt für Rahdjianentschieden. Aber das war nicht irgendwie bösartig, sie war mehr erstaunt – sagen wir so.

Jetzt sind ja die Chancen, von Echt Grün, den Bezirk zu halten, durch die Spaltung der Grünen nicht mehr ganz so groß. Ist das für Sie kein Thema, wenn man es jetzt nicht schafft, ein gutes Ergebnis zu erzielen, was ist dann Ihre Perspektive?

Stark: Ich wäre sowieso als Bezirksrätin nicht mehr angetreten. Ich habe meine Zeit bei der ÖVP sozusagen abgedient. Ich bin in Pension! Sollte es weitergehen, soll es mir recht sein. Aber ich bin nicht so darauf erpicht, dass ich sage, ich muss weiterhin in der Bezirksvertretung zu sein. Ich werde auch sonst meine Sachen einbringen und mitarbeiten, keine Frage, es steht aber für mich nicht im Vordergrund, dass ich der Bezirksvertretung angehöre.

Gab es viel Kontakt zwischen Herrn Rahdjian  und Ihnen vor dem Wechsel, oder ist das komplett von Ihnen ausgegangen?

Stark: Nein, wir hatten immer Kontakt zusammen, wie ich dann gehört habe – er hat sich ja sehr kurzfristig entschlossen, mit dieser Liste zu kandidieren – habe ich gesagt, OK, ich helfe ihm! So war das eigentlich. Ich habe spontan gesagt, ich helfe ihm – das ist spontan innerhalb von drei Tagen entschieden worden.

Das heißt, Sie haben für die ÖVP alle Funktionen niedergelegt?

Stark: Richtig. Das heißt, ich bin noch bis zum Ende der Legislaturperiode, also bis 10. Oktober, Mitglied der ÖVP, nehme auch noch an den Sitzungen der ÖVP teil, selbstverständlich.

Besten Dank, Frau Stark, ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Echt Grün!

Stark: Das ist lieb, das kann ich brauchen!