Die Elefantenrunde der „Kleinen Zeitung“ war eine mit Spannung erwartete Premiere: die erste direkte Konfrontation der sechs Spitzenkandidaten zur steirischen Landtagswahl 2010. Geladen waren neben dem amtierenden Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) sein direkter Herausforderer Hermann Schützenhöfer (ÖVP) sowie Werner Kogler (Grüne), Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), Gerhard Kurzmann (FPÖ) und Gerald Grosz (BZÖ).

Schlammschlacht der Elefanten, (C) sxc.hu / Jonathan M
Schlammschlacht der Elefanten, (C) sxc.hu / Jonathan M

Das Ende der Gesprächsverweigerung
Wenn man weiß, wie unzugänglich sich vor allem die steirische SPÖ im Vorfeld der Wahlen gibt, muss alleine schon das Zustandekommen der Runde positiv vermerken. So wies der Moderator auch darauf hin, dass die vielbeschworene „Gesprächsverweigerung“ an diesem Abend ein Ende finden sollte.

Vier Fäuste für die Steiermark?
Warum das so ist, wurde sehr rasch klar: die handelnden Personen sind nervös. Landeshauptmann Voves weiß, dass er nach dem Sensationssieg bei der letzten Wahl diesmal das Match seines politischen Lebens bestreitet – und es wird knapp.

„Kollege“ Schützenhöfer, der sich der tödlichen Umarmungsstrategie schwer entziehen konnte, ist ein politischer Dinosaurier, der so gar nicht den Wechsel signalisiert, den sich doch einige nach der roten Periode wieder wünschen.

Links legt sich ins Zeug
Von den übrigen Kandidaten konnte Werner Kogler von den Grünen noch mit den konkretesten Informationen punkten, was von seiner Partei an Ideen und Initiativen zu erwarten ist – zwischendurch verfiel aber auch er in mühsame Wahlkampfpolemik. Von FPÖ und BZÖ war so gut wie nichts anderes zu hören.

Positiv aufgefallen ist auch Claudia Klimt-Weithaler von der KPÖ. Sie war nicht nur die einzige Frau, was sich alleine schon positiv auf Gesprächskultur und Inhalte auswirkte, sie machte auch einen sachlichen und kompetenten Eindruck.

Die schwarze und die rote Mark
Leider brachte das wenig, denn Inhalte wurden nur am Rande diskutiert. Im Zentrum stand eindeutig der Dauerstreit zwischen Voves und Schützenhöfer, die offensichtlich nicht miteinander können, aber können müssen. Was der eine als Errungenschaft feiert, ist für den anderen eine Niederlage. Wo der eine Einsparungen sieht, prangert der andere maßlose Verschwendung an – man könnte meinen, es gäbe zwei „Steiermärke“.

Abgesang auf den Proporz
Dennoch führte die teils zermürbende verbale Schlacht auch zum Highlight des Abends, der breiten Zustimmung zur Abschaffung des Proporzes, für den sich sowohl Voves – dieser besonders vehement – als auch die Grünen und die KPÖ aussprachen. Werner Kogler hatte sogar einen entsprechenden Vertrag dabei, der an Ort und Stelle unterschrieben werden sollte.

Man wird sehen, was davon bis zur Wahl bzw. danach übrig bleibt – echte Koalitionen und klarere Verhältnisse würden dem Land ganz offensichtlich nur gut tun!