Ähnlich tollpatschig wie Vizekanzler Pröll, der im Frühjahr „SuperpraktikantInnen“ suchte, was dann doch eher peinlich wurde, macht sich nun die Regierung auf die Suche nach den „Super-Immigranten“. In einem ihrer berühmt treffsicheren Kommentare sagte unlängst Innenministerin Fekter nun „anatolischen Bergbauern“ den Abwehrkampf an und wirft sich qualifizierten „Inscheniören“ an die Brust.


Junger Türke auf Strohballen, (C) sxc.hu / Piotr Bizior
(C) sxc.hu / Piotr Bizior

Wer zu spät kommt…
Das kommt spät – und wird nicht reichen. Österreich ist seit langer Zeit ein Einwanderungsland, das bis in die 80er, 90er-Jahre darauf sogar stolz war. Den Versuch, gezielt qualifizierte Fachkräfte ins Land zu holen, hat man jedoch auch damals nicht gemacht. Mittlerweile ist auch das Image des freundlichen Einwanderungslandes dahin, kaputt gemacht in jahrelanger innenpolitischer Schwerarbeit durch Schlögl, Strasser und Fekter – die sich freilich besonders in Zeug legt.
 
Business versus Bürokratie
Dabei versuchen Österreichs Universitäten und innovative Großunternehmen schon seit geraumer Zeit, dringend benötigte Experten aus aller Herren Länder nach Österreich zu bringen. Bürokratische Hürden, unfreundliche Gesetze und Beamte sowie die permanente Negativ-Berichterstattung über „Zuwanderer“ hatten aber mehr Erfolg.
 
Eine ungustiöse Melange
Nachdem die Politik den auflagengeilen Medien nur zu gerne eine Melange aus Asyl, Immigration und Kriminalität serviert, ist die Stimmung seit den 90ern bedrohlich gekippt. Will man die Lage wieder ins Lot bringen, reicht eine Imagekampagen mit Sicherheit nicht.
 
Wir müssen nur wollen
Österreich muss für Einwanderer wieder attraktiv werden. Lassen sie sich hier nieder, müssen sie arbeiten, Leistungen beziehen, ihre Familie zu sich holen und wählen dürfen. Dazu müssen schrottreife und kaputtreformierte Asyl- und Integrationsgesetze adaptiert, zahlreiche Hürden wieder rückgebaut werden.
 
Gegen den „brain drain“…
Auf einer anderen Ebene sollte man auch beleuchten, warum so viele österreichische Schlüsselkräfte gleich nach der Ausbildung oder nach einigen Jahren ins Ausland gehen und nicht mehr zurückkommen – vermutlich werden Höherqualifizierung und internationale Erfahrung sowie ein gewisser Mut zum Risiko als Tugenden hierzulande noch immer nicht genügend geschätzt und gefördert. Dazu kommt die hohe Steuerbelastung, der immer weniger Leistung gegenübersteht – doch das ist ein anderes Thema.
 
Das Rennen um die hellsten Köpfe
In der EU und auf der ganzen Welt ist ein Wettrennen um die hellsten Köpfe entstanden. Damit Österreich hier zumindest eine kleien Rolle spielen kann, sollte man sich schleunigst wieder daran machen, gute Stimmung zu erzeugen. Den unfassbar hohen Imagewerten Wiens steht die stark ablehnende Haltung der Österreicher gegenüber, die durchaus schon von vielen Bekannten und Freunden aus der EU, den USA oder von anderswo bemerkt und kritisiert wird.
 
Irgendwie beschleicht mich dabei das Gefühl, dass man diese Aufgabe nicht in die Hände einer Maria Fekter legen sollte…