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Ralph Chaloupek ist Obmann der MUT-Partei. MUT steht für Mensch, Umwelt und Tierschutz. Die MUT-Partei ist eine Bewegung, die sich für eine lebenswerte Umwelt, Nachhaltigkeit, Mensch- und Tierschutz sowie den Klima- und Umweltschutz einsetzt. „Gerade in diesen Bereichen herrschen viele soziale Probleme und starke Defizite“, so Chaloupek in der Ameisenrunde mit neuwal und ichmachpolitik.at am 23. August 2010.

Chaloupek verlangt mehr Grün- und Spielflächen für Wien. Vorallem in den Bezirken 1 und 4 bis 8 ist die Situation dramatisch. Er verlangt eine lebenswertere Stadt und möchte sich dabei für Kinder und Jugendliche einsetzen.

Ein großes Thema sind die Fiakerpferde. Fehlender Sonnenschutz, Gefahr im Straßenverkehr und wöchentliche verherrende Unfälle veranlassen Chaloupek die Fiakerpferde aus der Innenstadt zu verbannen. Vorstellbar sind Pferde in Parks oder im Prater.

Die MUT-Partei kämpft derzeit um Unterstützungserklärungen und möchte in Wien zur Wahl am 10. Oktober 2010 antreten.

Bild: (C) Karola Riegler Photography

1070 Vienna

Transkript der Video-Kurzpräsentation

Ich bin der Vertreter und Obmann der MUT-Partei. MUT steht für Mensch, Umwelt und Tierschutz.

Starke Defizite im Bereich lebenswerter Umwelt, Ökologie, Mensch-, Tier- und Klimaschutz
Wir haben die politische Szenerie und Gesellschaft langjährig beobachtet. Wir haben bemerkt, dass speziell in den Bereichen lebenswerte Umwelt, Ökologie, Nachhaltigkeit, Mensch- und Tierschutz, Klimaschutz, Umweltschutz viele soziale Probleme und starke Defizite herrschen. Deswegen haben wir entschieden, mit einer eigene politischen Partei darauf zu reagieren: MUT. Mensch, Umwelt und Tierschutz.

Mehr Grünflächen und Lebensqualität für Wien
In Wien sprechen wir die Themen mehr Grünflächen, mehr biologische Zugänge, Lebensqualität an. Ebenso das Thema mit den Fiakerpferden. Wir verlangen eine lebenswerte Stadt für alle Menschen. Insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Gerade in den Bezirken 1 und 4 bis 8 ist es fast ein Debakel, wie die Stadt teilweise gestaltet ist, was Natur und Grünflächen betrifft. Wenn ich mir vorstelle, dass ich hier als Kind aufwachsen oder ein Kind großziehen muß, dann ist es teilweise nicht vorstellbar. Deswegen wollen wir die Themen ansprechen, die den großen Parteien nicht als wesentlich erscheinen. Diese Themen sind allerdings für die Allgemeinheit, die Gesellschaft und speziell für Gruppen, die jetzt wirklich Unterstützung brauchen wie Kinder und Jugendliche wesentlich – wir brauchen mehr Spielflächen.

Fiakerpferde raus aus der Innenstadt!
Im Bereich des Tierschutzes geht es um die Fiakerpferde. Fiakerpferde, die den ganzen Sommer in der sengenden Sonne stehen. Die Stadtregierung st nicht einmal bereit, ein Sonnenschutz-Dach zu errichten, damit die Pferde geschützt werden. Diese Pferde sind weiters unkontrolliert in Ställen angebunden, obwohl das verboten ist.

Es gibt viele Dinge, die wir in den letzten Jahren beobachten mussten und die jede Wienerin und jeder Wiener kennt, wenn er/sie mit offenen Augen durch die Stadt geht.

Aus diesem Grund haben wir gesagt, dass wir mit einer eigenen Partei, Bewegung und am 10. Oktober 2010 mit einer eigenen Liste kandidieren und diese Themen einbringen wollen, auf die sonst sehr gerne vergessen wird.

neuwal: Sie haben das Thema schon kurz erwähnt: Fiaker raus aus dem 1. Bezirk oder was soll man hier konkret tun?

Ralph Chaloupek: Unsere Grundidee ist, dass Pferde im Innenstadtbereich nichts verloren zu haben. Pferde sind Fluchttiere und sehr sensibel. Deswegen habe sie Scheuklappen. Wenn man die Zeitungen liest, dann merkt man, dass hier fast täglich Unfälle mit entsetzlichen Folgen vorkommen und wo Menschen und Tiere verletzt werden. Das kommt eben davon, wenn man Pferde im Großstadtverkehr laufen lässt. Deswegen sagen wir, Pferde raus aus der Großstadt und wenn überhaupt im Prater, am Stadtrand oder in Parks wo es verträglich ist und wo man es den Tieren zumuten kann. Aber nicht im Innenstadtverkehr, wo die Unfälle vorprogrammiert sind.

neuwal: Was ist ihr Statement zum Thema „Hunde in Wien“?

Ralph Chaloupek: Bei den Hunden ist es so, dass durch die Einführung des Hundeführerscheins eine Diskussion und Stimmungsmache entstanden ist. Und das ist das Hauptproblem. Jedes Problem muss und kann man diskutieren – aber keine Stimmungsmache. Bei Hunden ist es so: Wenn man mit Hundehaltern redet, dann sind viele Hunde stigmatisiert und gelten als „die neuen Bösewichte“. Genau das war ein falscher Zugang. Man hätte das anders machen müssen: Bitte keine Stimmungsmache und keine Hetze gegen Tiere oder Hunde.

Diskussionsrunde

In der auch wieder sehr fair und offen geführten Diskussion traten Roman Miculik (Aktive Arbeitslose), Barbara Steiner (KPÖ), Ralf Chaloupek (MUT) und Christoph Trunk von der Piratenpartei (PPÖ) aufeinander.

A-A Aktive Arbeitslose Roman Miculik http://aktive-arbeitslose.at
KPÖ Kommunistische Partei Österreich Barbara Steiner http://wien.kpoe.at
MUT Mensch Umwelt Tierschutz Ralph Chaloupek http://tierrechtspartei.at
PPÖ Piratenpartei Österreich Christoph Trunk http://www.piratenpartei.at

Piratenpartei, KPÖ, MUT und Aktive Arbeitslose bei der Ameisenrunde. Bild (C) karola riegler photography, on Flickr


Wenn man in Österreich Steuern bezahlt, dann ist das Geld weg
Roman Miculik von den Aktiven Arbeitslosen bevorzugt im Bereich der Überwachung Personen statt Videokameras, mit denen viel Schindluder betrieben werden kann: Speicherplatz ist billig und Daten können lange aufbewahrt werden. Er fordert mehr Transparenz in der Politik und die Visualisierung von innerparteilichen Diskussionen und Standpunkten. „Wenn man in Österreich Steuern bezahlt, dann ist das Geld weg. Man weiß nicht, wohin es geht“, so Miculik. Er fordert eine Transparenzdatenbank nicht nur für die ‚kleinen Leute‘, sondern auch für Politiker und ‚Große‘.

Mehr Direkte Demokratie – Volksabstimmung und Volksbefragung sind nicht zeitgemäß
Ralph Chaloupek (MUT) sieht eine Tendenz zu mehr Überwachung, da es technischer einfacher wird mitzulauschen. Er fordert eine Unterscheidung zwischen Allgemeinwohl und Sicherheitsinteresse – zwischen U-Bahn-Stationen und einer Überwachungs-Paranoia-Hysterie. Die MUT-Partei setzt sich für Direkte Demokratie ein: Volksabstimmungen und Volksbefragungen sind nicht mehr zeitgemäß, da sie unverbindlich sind und ohne Konsequenzen bleiben. Chaloupek verlangt eine transparentere und verbindlichere Form der Mitbestimmung.

Stadtwachen fördern im post-faschistischen Österreich die Blogwart-Mentalität
„Sicherheit kann mit Überwachung niemals gewährleistet werden“, sagt Barbara Steiner von der KPÖ. Überwachung, Stadtwache, Ordnungshüter und Securities fördern im post-faschistischen Österreich eine Blogwart-Mentalität, die sich vorallem gegen sozial Schwächere richtet, die auf öffentlichen Plätzen nicht erwünscht sind (Sandler, Punks):  Man überwacht sich gegenseitig und denunziert andere. Steiner weißt auf ein Grundrecht der Privatsphäre hin und kritisiert die aktuelle Situation in der Wiener Innenstadt: „Man wird ständig und permanent gefilmt.“  „Transparenz klingt sehr gut. Transparenz wird immer mehr als Mittel für Menschen verwendet, die sowieso unter Unterdrückung, Ungleichheit etc. leiden“, so Steiner. Sie fordert Transparenz in der Demokratie durch Mitgestaltung und kann sich eine Abwahl von Politikern vorstellen.

Offenlegung von Verträgen, Parteifinanzierungen und -spenden und Lobbies
Die Piratenpartei unterscheidet Sicherheit und Privatsphäre: Videoüberwachung bringt nicht mehr Sicherheit. Durch Bewegungsprofile, die über Gesichtserkennung angelegt wird, kann vorhergesagt werden, wann welche Person zu einem bestimmten Zeitpunkt etwas macht. „Wenn sie das nicht macht, dann könnten schon die Alarmglocken schrillen“, so Trunk. Im Bereich Transparenz bewegt sich Österreich in Richtung „Open Citizen“, der Offenlegung aller Daten und Profile der Bürger mit dem Ziel, bessere Profile zu generieren. Das Ziel von Open Government sei allerdings die Offenlegung von Verträgen, die zB die Stadt Wien schließt, Parteifinanzierungen und -spenden sowie Visualisierung von unterstützenden Lobbies, die Parteien und Projekte unterstützen.

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Digitaler und Politischer Entrepreneur - Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen - seit einigen Jahren selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Media Strategy, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.