Aktiv für Franz Voves. Vorwärts mit Franz Voves. Franz Voves auf Tour mit den Edelseern. Franz Voves groß auf jedem Plakat und jedem Flyer. Eine eigene Jugendkampagen (Local Hero) für Franz Voves, inklusive Animationsfilm über Franz Voves. Der steirische Landeshauptmann kämpft um seine Wiederwahl. Dabei hilft ihm im Hintergrund ein großes und finanzkräftiges Unterstützungskomitee das aber selbst nicht in Erscheinung tritt. Einige werden sich vielleicht noch an die Zeit erinnern, als die Gruppe selbst bei Wahlen antrat. SPÖ Steiermark nannte sie sich damals.

Franz Voves
Foto: Michael Thurm

Das ist zugespitzt formuliert, aber im Kern die Linie des Wahlkampfs. Die Marke SPÖ ist zumindest nicht populärer als die Marke ÖVP. An SPÖ hängt oft auch “-Stiftung”, “-Vorsitzender Faymann” oder “Graz versinkt im Chaos”. An Franz Voves hängt das nicht. Eher gilt er als Rebell. Jemand der zu seiner Meinung steht und sich mit Wien und allen anderen die ihm über den Weg laufen anlegt. Das polarisiert. Aber das Gegenteil, die Antithese zu Franz Voves in Form seines Konkurrenten Hermann Schützenhöfer, schläfert ein. Franz Voves ist der beliebteste Politiker der Steiermark. Hermann Schützenhöfer muss schon über hohe Bekanntheitswerte froh sein. Was liegt da für die SPÖ näher, als alles daran zu setzten, den Menschen die Wahl als Entscheidung zwischen den beiden erscheinen zu lassen?

Am Samstag Vormittag startete die SPÖ einen Tag nach ÖVP und FPÖ offiziell in den Wahlkampf. Dabei wurde, deutlich später als bei den anderen Parteien, auch das “Wahlprogramm” in Form von “12 Zielen für die Steiermark” präsentiert. Nach den desaströsen Gemeinderatswahlen im Frühjahr war der Tenor, die SPÖ habe ein Problem mit der Mobilisierung ihrer Leute. Am Samstag versammelte die SPÖ über 5.000 Menschen in der Grazer Stadthalle und zelebrierte damit ihre Stärke in Form des am besten besuchten Wahlkampfauftakts. Freilich – die Fähigkeit viele PensionistInnen zu einem Fest nach Graz zu führen, sagt wenig über allgemeine Stimmung für die SPÖ aus. Dennoch braucht es einiges an Organisationsaufwand das zu bewerkstelligen. Die Wahlbewegung der SPÖ funktioniert. So konnte die SPÖ an diesem Wochenende einen Punktsieg einfahren. Mit seiner viele Medien überraschenden Rede generierte Voves zusätzliche Aufmerksamkeit für sich als Landeshauptmann – er sprach über Kultur und Bildung, nicht über die ÖVP, gab sich staatsmännisch und als Landesvater.

Dennoch ist die Partei in der Defensive. Die Stimmung ist anders als 2005, wo sich der Wahlkampf zu einer Art Thriumphzug verselbstständigte. Die positiven Faktoren von damals, eine am Boden liegende FPÖ und eine in Skandale und innere Streitereien verfangene ÖVP, fallen weg. Auch die Liste Hirschmann, die die ÖVP bis zu 2 % gekostet haben dürfte, gibt es nicht mehr. Dafür hat die SPÖ angeblich der Christliche Partei beim Sammeln von Unterstützungserklärungen geholfen. Denn klar scheint, dass die SPÖ verlieren wird. Es geht nur darum, am Ende mehr Stimmen zu haben als die ÖVP.

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Jahrgang 1986, lebt in Graz, bloggt und twittert politisch und schreibt auch sonst gerne.