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Beamtenpensionsalter erhöhen, Minimierung des Werbebudgets der Stadt Wien, Privatisierung, Verkleinerung des Wiener Gemeinderats, mehr Bürgerrechte und Ladenöffnungszeiten am Sonntag. Bei der Ameisenrunde sprach sich Scherak vehement für ein Sparen aus. Sparen, damit man jungen Menschen eine Zukunft geben kann.

Mit der Tatsache, dass die kommende Generation auf einem Schuldenberg sitzen bleiben wird, gehört gespart. „Das Werbebudget der Stadt Wien ist mit 60 Millionen Euro zur Selbstbewerbung einfach zu hoch angesetzt“, meint Nikolaus Scherak. Im Bereich der Verwaltung sieht er eine Redukation des Wiener Gemeinderats auf 60 Beamte möglich. Gleichzeitig möchten die Jungen Liberalen, das Pensionsantrittsalter, das derzeit bei 52.8 Jahren liegt, drastisch erhöhen. Die Jungen Liberalen setzen sich weiters für eine Öffnung der Geschäfte an Sonntagen sowie für mehr Bürgerrechte ein.

Wir trafen Nikolaus Scherak von den Jungen Liberalen bereits im Juni 2010 zu einem neuwal Interview. Im Cafe Jelinek diskutierten wir über die junge liberale Bewegung, deren Ideen und wirtschaftlichen Ausrichtung.

ameisenrunde neuwal und ichmachpolitik.at,Nikolaus Scherak von den Jungen Liberalen - Bild (C) by karola riegler photography, on Flickr


Transkript der Video-Präsentation

Mein Name ist Nikolaus Scherak von den Jungen Liberalen.

Die Jungen Liberalen sind eine junge Partei. Nicht nur für junge Leute, die sich stark engagieren, sondern auch für ältere Liberale. Wir sind eine liberale Partei. Wir wollen bei der Wienwahl antreten und sind noch beim Sammeln von Unterstützungserklärungen.

Sparen um jungen Menschen eine Zukunft zu geben
Die Grundidee für die Wienwahl ist zu Sparen und so den jungen Menschen eine Zukunft zu geben. Es wird unglaublich viel Geld ausgegeben und es werden sehr viele Schulden gemacht. Meine und auch die zukünftigen Generationen werden auf einem Schuldenberg sitzen, der einfach nicht mehr abbezahlbar ist.

Beamtenpensionsalter erhöhen
Es gibt in Wien konkrete Einsparungsmöglichkeiten. Das Antrittsalter bei den Beamtenpensionen ist in Wien so niedrig wie in ganz Österreich nicht. Im letzten Jahr lag es bei 52,8 Jahren. Im Grunde genommen katastrophal, wenn man weiß, dass man einfach länger arbeiten muß.

Werbebudget der Stadt Wien minimieren
Das Werbebudget der Stadt Wien ist mit 60 Millionen Euro unglaublich groß. Damit bewirbt sich die Stadt selbst. Das ist nicht verständlich, wenn in Zeiten wie diesen Geld für wichtigere Dinge ausgegeben werden soll.

Privatisieren
Unternehmen, die in öffentlicher Hand, also der Stadt Wien, privatisiert gehören. Es gibt vieles, wo das nicht notwendig ist, zb bei der Bestattung. Hier muß eine Stadt nicht in den Markt eingreifen, was sehr marktverzerrend wirkt.

Verkleinerung des Wiener Gemeinderates
Eine Grundsatzidee, die mehr symbolischen Charakter hat, ist die Verkleinerung des Wiener Gemeinderats auf 60 Personen. Wir sehen es nicht ein, dass in Zeiten, wo es viele Ebenen gibt (von der EU angefangen, hin zum Nationalrat).

Mehr Bürgerrechte
Wir möchten weiters auf die Bürgerrechte eingehen, die in den letzten Jahren beschnitten wurden. Wie der überall ausgebrochene Sicherheits-Wahn mit Überwachungskameras. Das lehnen wir entschieden ab. Viele Studien sagen, dass das nicht notwendig sein muß, weil sich das Sicherheitsgefühl der Menschen dadurch weder steigert, noch wird die Aufklärungsrate von Verbrechen sonderlich höher. Es ist ein unglaublicher Einschnitt in die Privatsphäre der einzelnen Bürger.

Ladenöffnungszeiten am Sonntag
Wir deklarieren uns klar als wirtschaftsliberal. Es gibt eine Disussion links-rechts-liberal. Wir sind einfach komplett liberal und glauben einfach an die Freiheit des einzelnen sowohl in seinem Privatleben als auch im Wirtschaftsleben.

Wir möchten die Ladenöffnungszeiten am Sonntag erreichen. Die Geschäfte sollen auch am Sonntag geöffnet werden können.

neuwal: Bürokratieabbau – wofür brauchen wir eigentlich noch Beamte im Staat?

Nikolaus Scherak: Es ist grundsätzlich schon so, dass Beamte notwendig sind um gewisse Verwaltungsaufgaben wahrzunehmen. Keine pragmatisierten Beamten; das ist mittlerweile ausgelaufen. Jetzt sind es Vertragsbedienstete. Grundsätzlich ein paar braucht man sicher. Wien hat einen aufgeblähten Verwaltungsapparat, wo es mehr Beamte gibt als in der EU. das ist sehr eigenwillig, da jeder bei der Stadt Wien angestellt wird. Angefangen von der Wiener Rettung über Bestattung, etc. Diese Sachen könnte man abbauen.

neuwal: Was wäre ein Weg, um das Pensionsantrittsalter im öffentlichen Bereich zu erhöhen?

Nikolaus Scherak: Man müsste sich das getzliche Pensionsantrittsalter ansehen und die Menschen erst zu dem Zeitpunkt die Pension antreten lassen. Durch Frühpensionierungen werden natürlich auch Beamte abgebaut und der Verwaltungsapparat gekürzt. Im Grunde genommen müsste man jeden ASVG-versichterten Menschen bis 65 Jahre arbeiten lassen. Das ist einfach selbstverständlich. Und unsere Generation wird noch viel länger arbeiten müssen. Es ist einfach unverständlich, dass Leute ohne gesundheitlichen Probleme mit vollen Bezügen mit 52 in Pension geschickt werden.

Diskussionsrunde

In der sehr fair und offen geführten Diskussion traten Angelika Mlinar (LIF), Karl Newole (Wir im Ersten), Manfred Rakousky (Echt Grün, VI) und Nikolaus Scherak (Junge Liberale) aufeinander.

» Mehr Information und Text zur Diskussionsrunde

ECHT Echt Grün Manfred Rakousky http://echt-gruen.at
JULIS Junge Liberale Nikolaus Scherak http://www.julis.at
LIF Liberales Forum Angelika Mlinar http://www.liberale.at
WIR Wir im Ersten Karl Newole http://wir-im-ersten.at

Ameisenrunde neuwal und ichmachpolitik.at - Bild (C) by karola riegler photography, on Flickr


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Der Weg zur politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 8 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen - seit einigen Jahren selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Media Strategy, Digitales Marketing, Innovation und Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.