Es ist wohl das am besten bekannte politische Lächeln Österreichs: der braungebrannte Sunnyboy, der unter seiner mächtigen, wohlgeföhnte Mähne selbstgewiss und leicht verächtlich in die Kameras grinst.

Darf man der Berichterstattung Glauben schenken, die sich einhellig wie selten durch die gesamte Medienlandschaft zieht (von Falter und Profil bis über Österreich bis zu Standard & Co, lediglich die Krone will ihren Über-Liebling von einst noch nicht fallen lassen), haben sich hier Günstlinge des Systems wirklich mit beiden Händen bedient – es gilt für alle Beteiligten natürlich die Unschuldsvermutung.

Grinsekatze und Karl-Heinz Grasser, (CC) und (C) Karl-Heinz Grasser, Montage: Stefan Egger
(CC) und (C) Karl-Heinz Grasser, Montage: Stefan Egger

Der Skandal daran ist nicht, dass Schmiergelder geflossen sind und persönliche Bereicherung von befreundeter Firmen und Personen stattgefunden hat – das gab und gibt es schon immer und wird sich auch nie ganz ausmerzen lassen, Korruptionsbekämpfung hin oder her.

Der Skandal ist, mit welcher Dreistigkeit und Offensichtlichkeit Grasser & Co agiert haben, wenn die Vorwürfe stimmen. Zahlreiche Details der Deals wurden schon von Beteiligten bestätigt – von unversteuerten Zahlungen („Wir haben sehr wohl darüber nachgedacht, wie man das Geld versteuern könnte – sind aber zu keinem Ergebnis gelangt…“) bis zu Verteilungsskizzen für die Geldflüsse, in die auch bekannte Namen eingetragen wurden.

Ein weiteres Indiz dafür, dass es für Grasser eng werden könnte, ist die wachsende Zahl langjähriger Weggefährten, die sich von ihm distanzieren – so etwa Ex-Kanzler Wolfgang Schüssel bei seinem Geburtstagsfest, wie Insider berichten. Und der wollte Grasser immerhin als Parteichef und Vizekanzler installieren, was – wie ausführlich berichtet – nicht zuletzt an Andreas Khol gescheitert ist.

Ich persönlich bleibe weiter skeptisch: die österreichische Justiz, so gut und gerecht sie grundlegend arbeitet, ist mit derartigen Fällen personell und inhaltlich überfordert. Wie man bei Helmut Elsner oder bei der Causa Meinl sehen kann, sind die Ressourcen nicht vorhanden, um derartig komplexe Sachverhalte zeitnah und professionell aufzuklären.

Daher passiert entweder gar nichts – oder einzelne Sündenböcke geraten (viel seltener) unter medialem Druck in die Bredouille und werden wirtschaftlich und gesellschaftlich ruiniert.

Drücken wir der Justiz die Daumen, dass sie bei Grasser und seinen Freunderln ein besseres Händchen beweist und ein ebenso gerechtes wie faires Urteil fällen wird – wie auch immer es ausfallen mag.

Beleuchtet wird die Causa ausgiebig z.B. hier: