Derzeit gibt es ja wieder Wahlumfragen en masse. Am 24. Juli veröffentlichte Gallup eine Umfrage, in der die SPÖ mit 3 %-Punkten vor der ÖVP lag: SPÖ 33, ÖVP 30, FPÖ 20, BZÖ 2, GRÜ 12 und Andere 3.

Ein absolut anderes Bild zeigt uns die Wahlumfrage von market, einem Institut aus Linz, die am 25. Juli veröffentlicht wurde: SPÖ 26, ÖVP 28, FPÖ 24, GRÜ 12, BZÖ 7. Zwei so unterschiedliche Wahlumfragen innerhalb eines Tages habe ich seit Beginn unserer neuwal-Aufzeichnungen noch nicht erlebt. Die market-Umfrage wurde von derstandard.at veröffentlicht; ÖSTERREICH publiziert wie gehabt von Gallup. Wie gesagt, so große Unterschiede wie hier – zur „Verteidigung“ der Wahlumfragen – hab ich noch nie bemerkt.

Eine ganz aktuelle Umfrage liegt von GfK vor, die Gerhard Loub in seinem Blog veröffentlicht. Dazu morgen mehr auf neuwal, da ich mir bei der angegebenen Schwankungsbreite noch nicht im Klaren bin, da sie bei der ÖVP in seinem Blog nicht angegeben worden ist.

Mal der Reihe nach und market mit Gallup verglichen – wie gesagt, beide Umfragen wurden innerhalb eines Tages veröffentlicht.

  • Die SPÖ liegt bei market mit 26 % hinter der ÖVP (28 %)
  • Die ÖVP liegt hingegen bei Gallup mit 30 % hinter der SPÖ (33 %)
  • Die FPÖ liegt bei market bei 24 % – Gallup sieht sie bei 20 %
  • Das BZÖ sieht market bei 7 % und in den Mandatsrängen – Gallup bei lediglich 3 % und außerhalb von möglichen Mandaten
  • Während SPÖ (26), ÖVP (28) und FPÖ (24) bei market innerhalb 4 %-Punkten liegt, liegt die Spanne bei Gallup bei 13 % (33, 30, 20)
  • Bei Die Grünen und den anderen beiden Parteien sind sich beide Institute einig: 12 für Die Grünen und 3 % für die anderen.
  • FPÖ (24) und BZÖ (7) haben lt. market gemeinsam 31 % und liegen als Rechtsparteien zusammen damit vor SPÖ und ÖVP

Das sind schon große Unterschiede, die sich so auch auf Mandate und damit auch auf mögliche Koalitionsbildungen auswirken würden: Bei market wäre das BZÖ in den Mandatsrängen und daher ein optionaler potentieller Koalitionspartner – Gallup sieht es nicht so.

Hier mal eine Darstellung in Form von Zahlen beider Umfragen:

Sonntagsfrage: Vergleich market vs. Gallup

Institut Datum
SPÖ
ÖVP
FPÖ
BZÖ
GRÜ
Rest.
Gallup 24.07.2010
33
30
20
2
12
3
market 25.07.2010
26
28
24
7
12
3
Schwankung
7
2
4
5
0
0



Sonntagsfrage: Vergleich market vs. Gallup bei Mandaten*

*) Mandatsberechnung durch neuwal mit der D‘ Hondt Methode (ohne Gewähr)

Institut Datum
SPÖ
ÖVP
FPÖ
BZÖ
GRÜ
Rest.
Gallup 24.07.2010
64
58
38
0
23
0
market 25.07.2010
49
53
45
13
23
0
Schwankung
15
5
7
13
0
0

Im Bereich der Kanzlerfrage sieht market Faymann mit 23 % vor Pröll 18 %. Heinz Christian Strache liegt bei 14 % und Eva Glawischnig 7 %. Josef Bucher vom BZÖ kommt auf 1-4 % und wird, lt. market-Chef Werner Beutelmeyer, sowie das BZÖ nicht abzuschreiben sein.

Mal sehen ob ich morgen Werner Beutelmeyer für eine kurze Stellungnahme der Analyse bekomme.

Hier nun die aktuelle market-Umfrage vom 25. Juli 2010:

Aktuelle Sonntagsfrage


 


 


 

Mandatsberechnung auf Umfragewerten

Wahlberechtigt
6,355,800
abgegeb. Stimmen
78,81 %*
5,009,006
ungültige Stimmen
2,08 %*
104,187
Gültige Stimmen
4,904,819*

*) Die Berechnung der gültigen Stimmen erfolg auf einer Annahme von
abgegebenen und gültigen Stimmen von den Wahlen 2008. Die gültigen
Stimmen (4,904,819) sind die Basis für die Mandatsberechnung

Datum Institut Partei
2008
Umfrage
Differenz
in %
Mandate
in
%
Mandate*
in %
Mandate
26.07.2010
market
SPÖ
29,3
57
26
49
-3,3
-8
ÖVP
26,0
51
28
53
+2
+2
FPÖ
17,5
34
24
45
+6,5
+11
BZÖ
10,7
21
7
13
-3,7
-8
GRÜ
10,4
20
12
23
+1,6
+3
Rest
6,1
0
3
0
-3,1
0

*) Mandatsberechnung durch neuwal mit der D‘ Hondt Methode (ohne Gewähr)

Koalitionsmöglichkeiten

183 Mandate werden vergeben: Ab 92 Mandaten gibt es eine Mehrheit.

Datum Institut
SPÖ
ÖVP
FPÖ
BZÖ
GRÜ
Mandate
25.07.2010 Gallup
49
53
45
13
23
183 (92)

49
53
102
49
45
94
53
45
98

49
23
72
49
13
23
85
53
13
23
79
45
13
23
81


 


 


 



 


*) Mandate wurden nach dem D’Hondt’schen
Verfahren
berechnet

Kanzlerfrage


 



 


PS: Falls mir der eine oder andere Fehler bei den ganzen Zahlen passiert ist – Danke fürs posten!

The following two tabs change content below.
Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.