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Welche Ideen hat Rudolf Gehring für Österreich, wie sieht er eine gleichgeschlechtliche Ehe und alternative Lebensformen, wie wird er den deutschen Außenminister Westerwelle empfangen und kann er sich vorstellen, den Ehrenschutz beim Lifeball zu übernehmen? Gibt es eine Lösung für die Ortstafel-Fragen und wie sieht sein Engagement in der Tagespolitik aus?

» Antworten darauf gibt’s im neuwal Gespräch mit Rudolf Gehring

Ich traf den Bundespräsidenten-Kandidaten Dr. Rudolf Gehring von der Christlichen Partei Österreich (CPÖ) am Dienstag, 6. April 2010. Um 18:00 startete sein Wahlkampf mit einem Gottesdienst und anschließend gab es die Wahlkampfkundgebung in der Residenz Zögernitz in Wien/Döbling.

Ich wurde von Hr. Gehring und seinen Unterstützern sehr freundlich aufgenommen und möchte mich für die Gesprächsbereitschaft, das Interview und die Diskussion – auch unter dem Publikum – bedanken.

neuwal in Gespräch mit Rudolf Gehring (CPÖ) - (CC) neuwal.com

Der Wahlkampfauftakt

Gehring zeigte sich stolz, dass er 8.000 von den erforderlichen 6.000 Unterstützungserklärungen vorweisen kann und schickt ein „Vergelts Gott“ an sein Publikum.

Zu Beginn wies er darauf hin, dass die Unterstützungserklärungen unter schwierigen und schikanösen Umständen zustande gekommen sind: Der Unterstützungsmodus hat sich in den Monaten vor der Wahl geändert.

Er positioniert sich als direkter Konkurrent zum amtierenden Bundespräsidenten Heinz Fischer. Er bewirbt sich als Alternative zu altsozialistischer Politik und Rosenkranz’s deutschnationalem Gedankengut. Gehring sieht sich als „Staatsnotar“, als starke mächtige Stimme für die Bürger und möchte „die Situation des Vaterlandes sodefinieren, wie es die Väter unserer Verfassung vorgesehen haben.“

In seiner Ansprache hebt er vier Punkte hervor.

  • Bei der derzeitigen Bundesregierung sieht Gehring derzeit nicht die Kraft, sich für die Bewältigung der Wirtschaftskrise einzusetzen und fragt, „wo der Bundespräsident ist, der den Weg, Mut und Zuversicht zeigt?“
  • Viele Österreicher fühlen sich in ihrer Kultur bedroht. Das Publikum applaudiert als er mehr Mut, Schutz und Zuversicht in Fragen der Ausländerpolitik verlangt. Er fordert eine Trennung zwischen jenen die arbeitswillig sind und jenen, die die Segnungen des Wohlfahrtsstaates ausnutzen.
  • Im Bereich des Glaubens zeigt sich Gehring über die Gefährdung des christlichen Abendlandes besorgt und verweist auf den islamischen Einfluß.
  • Familie und Kinder sind die wichtisten Bestandteile in der Gesellschaft. Gehring möchte ein Sprachrohr für die Ungebohrenen sein: „Kinderlachen ist die Musik der Zukunft.“ Er hebt hervor, dass eine Abtreibung oft wegen Urlaubspläne oder Karriere vorgezogen wird und lehnt diese strikt ab.

Gehring zeigt in seiner Ansprache am Ende trotzdem optimistisch für dieses Land und unterstreicht dies mit einem Zitat von Leopold Figl, dass er während den finsteren Stunden des 2. Weltkriegs teilte: „Ich glaube an dieses Österreich!“

» Das Wahlkampfauftakt-Video von Rudolf Gehring auf ichmachpolitik.at

„Realistisch ist das Erreichen des zweiten Wahldurchgangs.“

Dieter Zirnig (neuwal): Was motiviert und begeistert sie, bei einer Bundespräsidentenwahl anzutreten? (Frage von neuwal-Leser Jim)

Dr. Rudolf Gehring (CPÖ): Der Wahlgewinn. Realistisch wird das Erreichen des zweiten Wahldurchgangs. Das ist mein Wahlziel. Ich möchte in der Ausgangsposition der Zweite sein.

Der Hauptgrund, warum ich kandidiere ist die Sorge um die Zukunft unseres Landes. Es gibt viele Dinge, die verbessert werden können.

Es hat lange Zeit ausgesehen, als ob es nur einen Kandidaten gibt. Das wäre allerdings keine Wahl geworden. Daher möchte ich den Bürgern eine Wahlmöglichkeit anbieten.

Es ist auch die Erkenntnis, dass die höchsten Ämter in der Republik von den Parteien bereits vorab besprochen sind. Es ist auffällig, dass die ÖVP ihren aussichtsvollen Kandidaten Erwin Pröll wieder zurückgezogen hat.

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„Das neue Österreich“ muß ein Land des Friedens sein.

Sie sprechen von Sorgen um die Zukunft des Landes. Was sind ihre Ideen für Österreich – was möchten sie verändern?

Dieses Österreich, unsere gemeinsame Heimat, muß vorallem ein Land mit großer sozialer Kompetenz sein.

Die Stärke muß die Sorge um die Menschen in diesem Land sein. Es geht um Menschen, die benachteiligt sind und die in Armut oder an der Armutsgrenze leben.

Für die muß man sehr viel tun.  Ich denke dabei auch an Ungeborene, an Familien und an die wirtschaftlich benachteiligten Personen, den Arbeitslosen.
Vor uns steht eine ganz große soziale Aufgabe.

Ich möchte, daß die Menschen und Grundrechte lückenlos gesichert sind ebenso wie das Menschenrecht auf Leben.

Dieses „neue Österreich“, so wie ich es bezeichne, muß auch ein Land des Friedens sein. Frieden ist das Ergebnis von Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Wenn diese vielen Ungerechtigkeiten in unserem Gesellschaftssystem nicht beseitigt werden, besteht die Gefahr von Konflikten.

Weiters muß es für die Bürger mehr Rechte und Mitbestimmung geben. Ein Bundespräsident darf daher auch keine scheu vor Volksabstimmungen haben, so wie es beim EU-Vertrag war. Auch bei einem EU-Beitrittswunsch der Türkei muß eine Befragung durchgeführt werden.

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Was verstehen sie unter „sozialen Aufgaben“ und wie sehr unterscheiden sie sich dabei von Heinz Fischer?

Der derzeitige Bundespräsident dürfte den Begriffsinhalt von „sozial“ nicht verstehen oder er will ihn nicht verstehen. Er ist ein „Sozialist“ und das ist etwas ganz anderes als ein sozial denkender Mensch.

Ein Sozialist glaubt, der Staat kann alles besser: Der Staat kann besser die Kinder erziehen oder besser wirtschaften.
Sozial – so wie es der ur-christliche Begriff ist – heißt das Wohl des Nächsten und der Gemeinschaft im Auge behalten.

Und so verstehe ich „sozial“.
Dabei darf man auch nicht an die Sozialtarife bei der Eisenbahn denken. Das ist auch etwas anderes.

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Sozialisten glauben, der Staat kann alles besser
Was denken Christen – kann es die Kirche besser?

Die Kirche hat keine Staatsaufgaben – sie hat seelsorgerische Aufgaben.
Ich halte die Trennung Kirche und Staat ganz strikt ein.

Die Aufgaben der Kirche sind ganz andere.

Das heißt, sie trennen Kirche und Staat?

Jawohl.

Was bedeutet das für sie?

Das bedeutet, dass die Kirche – die geweihten Bischöfe und Priester – keine staatlichen Ämter und Funktionen bekleiden dürfen und umgekehrt.

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Wie verträgt sich ein Gottesdienst im Rahmen des Wahlkampfauftaktes?

Ich bin ein gläubiger Christ und Katholik und versuche so oft wie möglich die heilige Messe zu feiern.
Daher ist es auch bei diesem Wahlkampfauftakt völlig normal, dass ich in den Gottesdienst gehe.
Das ist das, was jeder Gläubige immer wieder tun sollte.
Und das ist auch meine Vorbildwirkung in diese Richtung.

„Ein Land ohne Gott hat keine Zukunft“ habe ich im Standard gelesen. Können sie sich vorstellen, Jugendliche zum Glauben zu bewegen und ist das etwas, dass sie im Rahmen ihres Amtes ausüben wollen?

Die Jugendlichen zum Glauben zu bringen ist nicht die Aufgabe des Bundespräsidenten.

Hier gilt die Trennung von Staat und Kirche.

Der Bundespräsident kann für die Jugend ein Vorbild sein und das werde ich auf jeden Fall sein.
Ein Vorbild, das sowohl das Religiöse als auch die weltlichen Bereiche in den Werten Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Treue betrifft.

Daran glaube ich und damit kann ich auch als moralische Autorität die Jugend ansprechen und sie von einem anderen Weg überzeugen, als dass er jetzt gegangen wird.

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Eine Ehe ist nur zwischen Mann und Frau denkbar, sinnvoll und richtig.

Ein anderer Weg, den manche Menschen gehen, ist jener in alternative Lebensformen.
Ein Großteil meines Freundes- und Bekanntenkreises ist nicht verheiratet, hat keine Kinder, lebt in offenen, gleichgeschlechtlichen oder in polyamoren Beziehungen. Wie stehen sie diesen alternativen Lebensformen gegenüber?

Jeder kann seine Lebensform frei wählen.
Kein Politiker und Bundespräsident ist da, um in die persönliche Lebensgestaltung eines Menschens einzugreifen. Wie ein Mensch sein persönliches Leben gestaltet und wovon er überzeugt ist, hat er alleine als Einzelmensch und vor seinem Gewissen zu verantworten.
Wenn er gläubig ist, auch vor dem Herrgott.

Ich halte nichts von Vorschriften in diesem Bereich.
Daher habe ich vollsten Respekt vor Menschen, die sich Homosexuell fühlen. Das ist zu achten und zu respektieren.

Aber. Es gibt für gleichgeschlechtliche Paare keine Ehe oder ehe-änliche Form; es gibt auch keine Adoption.
Eine Ehe ist nur zwischen Mann und Frau denkbar, sinnvoll und richtig.

Homosexualität ist eine nicht von Gott gewollte Lebensform.

Ist das nicht völlig irrational und widersprüchlich, dass man Homosexuellen konservative und christliche Lebenswerte verweigert. Ist es nicht im christlichen Sinn sinnvoll, Homosexuelle auch den christlichen Lebensstil zu gewähren – im Sinne von Adoption und Ehe? (Frage von neuwal-Leser Manuel Wagner)

Das ist ganz einfach: Schauen sie sich die Bibel an.
Ich nehme an, die Christen gehen von der Bibel aus.

Es gibt Passagen über Homosexualität: Das ist eine nicht von Gott gewollte Lebensform.
Daher ist es nicht möglich, dieses miteinander in Beziehung zu bringen.

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Aber das mit dem Herrn Westerwelle finde ich eine gewisse Provokation.

Wie würden sie den deutschen Außenminister Guido Westerwelle empfangen.
Auch in Begleitung?

Nein.
Die begleitende Person des Außenministers Westerwelle hat keine politische Funktion und keine Legitimation den Staat zu vertreten.
Daher würde ich das ablehnen.

Wie würden sie die deutsche Bundeskanzlerin empfangen?
Auch in Begleitung?

Ich kenne die privaten Situationen von jedem Staatsoberhaupt nicht.
Aber das mit dem Herrn Westerwelle finde ich eine gewisse Provokation.

Führen sie die Provokation auf das nicht ganz so perfekte Englisch von Herrn Westerwelle zurück oder wie kann ich das verstehen?

Jeder Politiker soll in seiner Muttersprache reden, auch der Herr Westerwelle.
Das hat mit dem nichts zu tun.

Aber wenn er seinen Lebensfreund mitnimmt – das hat mit der Sprache nichts zu tun.

Also, die Provokation hat mit dem Lebensfreund zu tun?

Ja, sicher.
Es ist eine Provokation.
Und so empfinde ich das auch.

Aber nicht nur ich.
Das sehen Millionen von Menschen in ganz Europa so.

Der Lifeball ist eine unsinnige Einrichtung.

Können sie sich vorstellen, den Ehrenschutz beim Lifeball zu übernehmen, falls man sie dazu einlädt?

Niemals.
Der Lifeball ist eine unsinnige Einrichtung.
Hier wird mit der Not von Menschen – hier geht es hauptsächlich um AIDS – eine Show gemacht.
Und es wird auch die Situation gefördert, die mit eine große Ursache für diese Krankheit ist.

AIDS ist nicht angeboren, AIDS bekommt man durch falschen sexuellen Umgang mit anderen Menschen.

Nein. Zum Lifeball werde ich nicht gehen und werde auch niemals einen Ehrenschutz übernehmen.

Mit Frau Rosenkranz wird das Thema rund um den Nationalsozialismus negativ diskutiert.
Wie können sie sich vorstellen, zur Aufklärung und zum besseren Verständnis beizutragen?

Das NS-Verbotsgesetz hat in vollem Umfang uneingeschränkt zu wirken.
Aufklärung hat vor allem über die Schulen und über den Geschichtsunterricht zu erfolgen.

Ein wichtiger Aspekt ist der gerechte und wahrhaftige Umgang mit unserer Geschichte

Wie würden sie als Bundespräsident zu innenpolitischen Themen stehen. Sind die Ortstafeln in Kärnten ein Thema wo sie aktiv eine Lösung finden?

Der Bundespräsident darf sich mit jedem Thema das gesellschaftspolitisch von Bedeutigung ist beschäftigen.
Eines ist klar: Der Bundespräsident wird auch in Zukunft die Bundesregierung nicht ersetzen. Das Überamt über alle wird es nicht sein und ist auch nicht sinnvoll. Der Bundespräsident ist eine gut gemeinte Ergänzung zur Regierung.

Zur Frage der Ortstafeln: Generell gilt für mich, dass Frieden dort ist, wo es Gerechtigkeit, Nächstenliebe und einen liebevollen Umgang miteinander gibt. Ein wichtiger Aspekt ist der gerechte und wahrhaftige Umgang mit unserer Geschichte.

Wenn wir das gemeinsam tun, werden die Ortstafeln sowie die zuvor angesprochene NS-Zeit nicht das Problem sein.

Eine Kultur darf die andere nicht zerstören.

Zum Thema Gerechtigkeit und Nächstenliebe: Ich war in einigen Ländern mit den verschiedensten Kulturen und vielen sichtbaren Religionen. Ich hörte die Glocken läuten, während der Muezzin dazu betete. Das ist doch ein schönes Bild, oder?

Ich habe soetwas noch nicht gesehen und ich weiß nicht, wo sie dieses Bild gesehen haben. Ich glaube, da steht ein bisschen Fantasie dahinter.
Ich kann Ihnen nicht beipflichten, dass es das derzeit weltweit gibt.

Grundsätzlich bin ich ein strenger Verfechter der Religionsfreiheit: Alle Religionen haben das Recht ihre Religion auszuüben. Auch in Österreich.

Nur, Minarette sind für die Religionsausübung nicht notwendig – Gebetsräume schon. In Wien befinden sich eine Menge davon in alten Gasthöfen und Geschäftsräumen, die haben alle kein Minarett.

Daher sage ich nein zu Minaretten und ja zu Gebetsräumen für alle Religionen.

Sollte nicht jeder Mensch das Recht haben dort zu leben, wo es ihm gut und besser geht?
Dort, wo er lebt das Recht haben mitzuentscheiden und die Kultur im jeweiligen Land mitgestalten?
Lernen wir nicht durch andere Kulturen und bringen sie uns weiter?

Sie müssen bei der Frage aufpassen, dass nicht eine Kultur die andere zerstört.
Das wäre schlecht und ist nicht der Sinn.

Das eine oder andere bereichernd wirken, mag gut sein.
Ich halte es aber für keine gute Entwicklung, wenn eine Kultur die andere zu dominieren beginnt.

neuwal im Gespräch mit Rudolf Gehring - (CC) neuwal.com

Parteienfilz und Dominanz der Parteienapparate. Das Gesprächsklima sollte gepflegt werden.

Es gibt auch die politische Kultur. Wie sehen sie diese in Östereich?

Wir haben einen Parteienfilz und eine große Dominanz der Parteienapparate.
Der Proporz ist negativ – gut ist das Gesprächsklima zwischen den Gruppen.
Das sollte auch gepflegt werden.

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Gepflegt werden kann auch die Wahlbeteiligung bei der Bundespräsidentenwahl. Wie können sie sich vorstellen, die WählerInnen für diese Wahl zu motivieren?

Meine Aufgabe wird es sein, in der Öffentlichkeit ganz stark aufzuzeigen, damit sich die Wähler nicht von der Wahl abhalten lassen.

Man sollte den Politikern klar sagen, dass Weisswählen – also sich nicht zu entscheiden – das demokratiepolitisch schlechteste ist. Es ist für mich nicht verständlich, dass dies von erfahrenen Politikern empfohlen wird.

Ich befürchte, dass man es dem amtierenden Bundespräsidenten relativ leicht machen will. Daher wird empfohlen, eben nicht zu wählen.

Das ist eine Tendenz: In den letzten Jahren wird versucht, die Bürger von der Mitbestimmung und von Wahlen so groß wie möglich fern zu halten.
Es gibt keine Volksabstimmung, obwohl es die Verfassung verlangt; die Nationalratswahl wurde auf fünf Jahre verlängert, damit man noch länger ungestört regieren kann; der Bundespräsident kommt mit dem Vorschlag, die Amtszeit auf 8 Jahre zu verlängern. Damit auch da die Bürger bei der Wahl vielleicht nicht stören und etwas anderes wollen.

Das ist nicht meine Vorstellung von Bürgerbeteiligung und Bürgerbestimmung.

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Bürgerbeteiligung: So oft wie möglich

Was ist ihre Vorstellung von Bürgerbeteiligung?

So oft wie möglich und bei so vielen Dingen wie möglich.

Derzeit werden viele Anliegen von den Parteiapparaten aus der politischen Diskussion ferngehalten.
Es kommt gar nicht zu einer Bürgerbeteiligung – es wird in kleinem Kreis entschieden. Es wird kein „Thema“, daher gehen diese Anliegen unter und werden nicht diskutiert.

Die Folge daraus ist die Politikverdrossenheit. Das ist das gefährliche daran und die falsche Entwicklung.
Je weniger Bürger mitbestimmen können, umso weniger sehen sie eine Chance hinzugehen und mitzubestimmen.

Da sollte zu denken geben – das Gegenteil soll sein. Unser Ziel muß doch sein, dass die Bürger aktiv am Geschehen teilnehmen und mitbestimmen.

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Jede Zensur ist ein Übel

Sich „aktiv am Geschehen zu beteiligen“ ist digital derzeit im Internet möglich: Facebook, Twitter und Blogs. Wie denken sie über internetzensur, sperre von Websites und Datenschutz? (Frage von neuwal-Leserin nina)

Jede Zensur ist ein Übel. Das war schon bei Metternich in der Monarchie so.
Daher ist jede Zensur nicht in Ordnung. Das ist etwas Negatives.

Herr Gehring, vielen herzlichen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die kommende Zeit und alles gute für die Wahl!
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