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Der Bundespräsidentschaftskandidat Rudolf Gehring von der Christlichen Partei Österreichs (CPÖ) sorgte schon mit seinen Aussagen zu z.B. Homosexualität und Abtreibung kurz nach Bekanntwerden seines Antritts zur Bundespräsidentenwahl. Dabei blieb er aber grundsätzlich ja bei der Linie der Kirche, als dessen Vertretung er sich auf politischer Ebene sieht.

Rudolf Gehring (neuwal.com) - CC by sugarmelon

Dass er vergangenen Dienstag in einer Kirche seinen Wahlkampfauftakt feierte, passt da ganz gut ins Bild. Diese Feier beschlossen hat er ja bekanntlich mit den Worten „Gott schütze Österreich“, was vielleicht nur zufällig die gleichen Worte waren, mit der Schuschnigg, im austrofaschistischen Österreich als diktatorisch regierender Kanzler, kurz vor dem Einmarsch der Deutschen, seine Amtszeit via Rundfunk beendete.

Als Vertreter der Christen Österreichs sieht sich Gehring selbst. Aber die Kirche? Die distanziert sich nun von ihm, wie u.a Die Presse und orf.at schreiben.

In dem Rundschreiben betont Schuster laut Kathpress, dass „jede Instrumentalisierung des Gottesdienstes und kirchlicher Gebäude für politische Zwecke entschieden abzulehnen ist und dass Parteipolitik aller Art im engeren kirchlichen Bereich keinen Platz hat“. Und weiter hält der Generalvikar fest: „Parteipolitik hat im gottesdienstlichen Raum nichts verloren.“ (orf.at)

Wobei er im Anschluss trotzdem erklärte, dass Christen natürlich grundsätzlich zum politischen Engagement aufgerufen. Man dürfe dafür aber nicht die Autorität der Kirche in Anspruch nehmen, sondern müsse in eigener Verantwortung handeln.

Rudolf Gehring weist die Vorwürfe zurück:

Diese Kritik wies Gehring am Donnerstag zurück: „Man wird mir meinen Glauben nicht einschränken.“ Er habe die Parteipolitik aus der Kirche „völlig“ herausgehalten, und er würde auch als Bundespräsident immer wieder in die Messe gehen. (diepresse.com)

Überrascht es, dass die Kirche Abstand von ihrem vermeintlichen Kandidaten Rudolf Gehring nimmt? Nicht wirklich. Christliche Werte auf politischer Ebene aussprechen ist nur selten förderlich. Dann lieber im Zeichen des unbändigen Glaubens.

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freier Journalist (dominikleitner.com) • Autor (Neon|Wilderness) • Lokaljournalist (MFG-Magazin) • CD-Kritiker (subtext.at • Journalismus-Student an der FHWien

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