Nachdem Hans Dichand mit seiner Kronen Zeitung die Kandidatur von Barbara Rosenkranz schon monatelang insgeheim erhofft und herbeigesehnt hat, ihr die Aufgabe zukam, die Kandidatur via Strache-Interview zu verkünden, geht sie nun wohl richtig auf Abstand zur Wunschkandidatin.

Heinz Fischer, amtierender Bundespräsident, hat es ja eigentlich nicht wirklich leicht. Seit Fischer den EU-Vertrag von Lissabon einfach unterzeichnete und keine Volksbefragung wünschte, war er bei Dichand in tiefe Schmach gefallen. Wie schon damals während des Faymann-Wahlkampfs gegen die ÖVP und vor allem Ursula Plassnik, versuchte nun die Krone Heinz Fischer mit allen möglichen Mittel zu diffamieren und sich über relativ unnötige Dinge zu echauffieren.

Barbara Rosenkranz machte aber weniger mit ihren politischen Zielen als vielmehr mit ihrer veherrenden Aussagen zum Verbotsgesetz und der theoretisch möglichen Möglichkeit der Nichtexistenz von Gaskammern (die Schulbildung von damals war ja bekanntlich nicht ganz ausgewogen) von sich zu reden. Das (und vor allem auch der relativ rasche Verlust von Abonnenten) forderte Cato auf, eine eidestattliche Erklärung von ihr zu erzwingen, und wie wir wissen, ist ihm dies auch gelungen.

Na dann ist doch alles wieder „Friede, Freude, Eierkuchen!“, oder? Nein. Denn beim aktuellen Diffamierungsversuch gegen Heinz Fischer ist nicht die Krone, sondern die FPÖ am Werk. Und das Massenblatt unterstützt das diesmal nicht, sondern schlägt sich doch etwas auf die Seite von Heinz Fischer.

In ihrem Artikel Schmutzattacke im Hofburg-Wahlkampf mit Sager von 1989 geht es um eine Sitzung im Jahre 1989. Heinz Fischer, damals noch Nationalratsabgeordneter, hatte, nachdem mehrere FPÖ-Politiker ihre Reden hielten, „Sieg Heil“ dazwischengerufen. Auf Anfrage erklärte Fischer selbst, dass der Sager damals als „Kritik am Stil der FPÖ“ zu verstehen sei. Der aktuelle Vorwurf sei eigentlich kein Vorwurf, denn die Abgeordneten hätten seine Aussage damals völlig richtig verstanden, so der Amtsinhaber.

Fischers Kampagnenkoordinator Stefan Bachleitner findet hingegen im am Dienstag vorgestellten Personenkomitee für Barbara Rosenkranz eine fragwürdige Person: Gerhard Pendl wurde 2006 wegen seiner unkritischen Haltung als Universitätsrat der Medizin-Uni von der damaligen Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer abberufen. „Unter anderem hielt er eine Grabrede für den vom NS-Regime hoch dekorierten Luftwaffenoffizier Walter Nowotny.“, so die Krone.