neuwal im Gespräch mit Lojze Wieser (neuwal.com)

„Wir brauchen Menschen, die die Zukunft in die Hand nehmen und sich nicht einschüchtern lassen“, sagte Lojze Wieser, als ich mit ihm über die politische Situation in Kärnten gesprochen habe.

Lojze Wieser wird als „Säule der Kärntner Kultur“ bezeichnet (Frank Frey) und ist einer der nahmhaftesten und interessantesten kulturellen Persönlichkeiten in Kärnten.

Seit 1987 ist er Buchverleger in Klagenfurt (Wieser Verlag) und setzt sich für die kleinen und unbekannten Literaturen der östlichen Nachbarregionen ein. Für Wieser ist die Kommunikation in der eigenen Muttersprache ein Menschenrecht, das jedem zustehen müsste.

Mit Lojze Wieser habe ich am Freitag, 5. Feb. 2010 in Klagenfurt gesprochen. Über das Gespräch mit ihm habe ich mich ganz besonders gefreut.

Vielen Dank.

Dieter Zirnig: Kärnten befindet sich im Umbruch. Was sind ihre Vorstellungen und Wünsche?

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Lojze Wieser: Erstens. Verschwinden der lügenbehafteten Politik.

Zweitens. Verschwinden von unehrlichen Menschen, die unser Steuergeld stehlen und in ihre eigenen Taschen füllen.

Drittens. Menschen sollen wieder offenen Auges aufeinander zugehen.

Viertens. Dass den Menschen, die in Schwierigkeiten gekommen sind geholfen wird.

Fünftens. Dass wir uns für die Sprachen, die wir in unserem Land sprechen nicht schämen sondern sie praktisch anwenden.

Sechstens. Dass wir uns nicht verschließen – sondern uns öffnen.

Siebentens. Dass wir den Menschen, die in Armut leben aus ihren Schwierigkeiten helfen. Ihnen nicht die Arbeitsplätze wegnehmen, dass sie noch ärmer werden und daher woanders den Schuldigen suchen. Die Schuldigen sind heute in einer Politik verhaftet, die zurück schaut. Die in Braunen oder sonstigen Miefen von Mottenkisten und sonstigen „Ungeziefer-durchseuchten“ Anzügen herumrennen.

Wir brauchen Menschen, die die Zukunft in die Hand nehmen und sich nicht einschüchtern lassen.

Egal ob es in der deutschen Sprache, der slowenischen Sprache, der Serbischen, der Albanischen oder Kroatischen oder in sonst irgendeiner Sprache ist.

Die Menschen müssen miteinander kommunizieren. Dazu muß eine offene Gesellschaft geschaffen werden, die dieses Kommunizieren zulässt und nicht alles, was an Neuem entsteht zugräbt.

Was ist ihr Wunsch an die Kärntner Bevölkerung?

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Wir können stolz sein, dass der Mut nicht gestorben ist. Wir müssen den Mut allerdings wieder ausgraben und ihm Luft geben. Ihm die Türen öffnen.

Nicht den Kopf zwischen den Schultern einziehen.
Aufrecht gehen ist noch immer besser als zu knien oder in die Knie zu gehen.

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.