In Klagenfurt wird seit einigen Wochen gegen die derzeitige politische Situation protestiert: Jeden Freitag um 15:30 Uhr versammeln sich Menschen, um gegen die derzeitige politische Situation aufzuzeigen. Am Freitag, 5. Feb. 2010 nahmen bereits mehr als 600 Menschen daran teil.

Der Demonstrationszug führt von der Kärntner Landesregierung über die Bahnhofstrasse zur Lydmanskigasse. Vorbei an der Hypo-Bank, durch die Burggasse und am Neuen Platz vorbei – die Kramergasse entlang, den Alten Platz überquerend bis zum Heuplatz. Dort vor den City-Arkaden vorbei zum Stadtpfarrturm und dann weiter zum Ziel Landhaushof.


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Die Demonstration ist überparteilich – wenn auch von den Grünen Kärntens – organisiert. Rolf Holub steht an der Spitze des Zuges und hält einen Stab mit einem „Pleitegeier“ in seiner Hand.

Rolf Holub ist Landessprecher und Obmann der Kärntner Grünen. Er ist seit Anfang Feb. 2010 Vorsitzender des Untersuchungs-Ausschusses zur Hypo-Bank in Kärnten. Derzeit – so in seinem Blog ersichtlich – „eilt er von Interview zu Interview“ – so auch zu neuwal.

Dieter Zirnig: Die Freitagsdemonstrationen haben heute bereits das dritte Mal stattgefunden. Warum diese Demonstration und was ist ihr Ziel?

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Rolf Holub: Wir gehen von der Regierung bis zum Landhaus. Wir zeigen, dass die Demokratie im Landhaus und nicht in der Regierung stattfindet. Wir möchten damit erreichen, dass die Regierung zurücktritt.

Heute waren wir bereits mehr als 600 Menschen. Das ist um einiges mehr als beim letzten Mal und ich hoffe, dass es nächsten Freitag wieder mehr werden.

Es ist wichtig, dass bei diesen Demonstrationen der Unmut kundgetan wird.

Heinz-Christian Strache ist über eine Hintertüre nach Kärnten gekommen. Die FPÖ hat in Kärnten am 1. März 2009 3 % der Stimmen bekommen – jetzt hat Heinz-Christian Strache 45 %.

Abgesehen von den Verdächtigungen der Korruption gegen die Hälfte der Regierung ist dies untragbar.

Wohin geht es in Kärnten mit der Politik?

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Ich hoffe, dass es politisch nach vorne geht und dass die Verantwortlichen aus ihren Fehlern lernen.

Sie haben lange genug zugedeckt. Wir können jetzt mit dem Vorsitz im Hypo-Ausschuss einiges aufdecken.

Welche Ideen und Möglichkeiten haben sie für Kärnten?

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Die wichtigste Idee ist die Abschaffung der Proporz-Regierung. Ich möchte eine saubere Trennung zwischen Regierung und Opposition und ein schönes System von Checks und Balances schaffen.

Am Donnerstag, 4. Feb. 2010 haben wir den Rechnungshof aufgewertet. Der Rechnungshof war der einzige in Kärnten, der seine Berichte nicht veröffentlichen durfte.

Wir möchten das System verbessern und es demokratischer gestalten: Von unten nach oben und nicht umgekehrt.

Was ist ihr Wunsch an die Kärntner Bevölkerung?

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Auch wenn es im Moment schlecht ausschaut, soll die Bevölkerung nicht traurig sein. Die Menschen in unserem Land sind super – die Politik ist schrechlick.

Wir müssen die Verschuldung ins Reine bekommen.
Wir möchten, dass mehr vom Volk ausgeht und nicht von der Regierung.

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.