Man muss kein Funktionär der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation der Österreichischen Wirtschaftskammer sein, um Folgendes festzuhalten: Es zahlt sich aus, Werbung in die Hände von Werbeagenturen zu legen.

Die Kampagnen des laufenden Wahlkampfes zur NRW 08 beweisen dies eindrücklich. Natürlich kann es schon vorkommen, dass der eine oder andere Einzelkämpfer („Freelancer“ nennt man das dann) in einer glücklichen Stunde eine gute Idee und eine gute Art-Direktion zur Hand hat. Natürlich kann sogar die innensichtigste interne Presseabteilung einen Glückscoup landen, aber generell davon ausgehen sollten Wahlwerbende nicht. Das Risiko, einen Unsinn zu verzapfen, ist eindeutig zu hoch – auch wenn die Kosten vordergründig dementsprechend geringer sind. In diesem Zusammenhang ist nochmals auf das Verhältnis zwischen Kreationskosten (also Kosten dafür, was man sieht) und Produktions- bzw. Mediakosten (also Kosten dafür, wo,  wie und wie oft mans sieht) hinzuweisen.

Und ich finde: Wer viel Geld für Druckereien, für Lithoanstalten, für Zeitungen, Radio und Fernsehen und Internetvermarkter und öffentliche Affichierer ausgibt, sollte darauf achten, auch ein wenig Geld für Texter, Grafiker und Fotografen auszugeben. Und zwar am besten nicht für solche, die im eigenen ideologischen Sumpf dahindümpeln sondern für solche, die sich mit den Aufgabenstellungen, Voraussetzungen und Zielen kritisch und ausführlich auseinandersetzen. Das mag zwar für die Auftraggeber nicht immer angenehm sein, der Zielerreichung (es geht um Stimmen am 28.9. – und um NICHTS anderes) dient es auf jeden Fall.

Faktum ist, die Grünen und die SPÖ haben die besten Kampagnen. Faktum ist auch, dass diese zwei Parteien professionelle Werbeagenturen für ihre Wahlkampagnen beauftragt haben. Alle anderen nicht. Und daher sind die anderen Sachen auch so schlecht.