Neuwal danach: Werner Faymann und Heinz Christian Strache (neuwal.com)Neuwal danach: Werner Faymann und Heinz Christian Strache (neuwal.com)Neuwal danach: Werner Faymann und Heinz Christian Strache (neuwal.com)Neuwal danach: Werner Faymann und Heinz Christian Strache (neuwal.com)Neuwal danach: Werner Faymann und Heinz Christian Strache (neuwal.com)Neuwal danach: Werner Faymann und Heinz Christian Strache (neuwal.com)

Neuwal danach
Die FPÖ punktete bei ihrer Ausländerpolitik – Die SPÖ und Werner Faymann bei allen anderen Punkten. Faymann hatte zwei bis drei ganz klare Statements zur Ausländerpolitik, Teuerung und Bildung. Faymann entsprach seinem Image des „Aalglatten“: Sterile Worte und Worthülsen, präzise und perfekt kommuniziert. Faymann wirkte über weite Strecken hinweg überlegen. Einzige Schwachstelle war die Diskussion um den „Grazer Wahlkampf“. Lieblingssatz von Faymann ist „Das Gebot der Stunde“ – Strache nutzt gerne „Warum werden Sie jetzt nervös?“ um die Gegner zu irritieren.

Blog: Analyse von Clemensticar
Strache vs. Faymann: http://clemensticar.wordpress.com/2008/09/16/strache-vs-faymann/

Ein wirklich guter Faymann hatte Spaß mit einem wirklich schlechten Strache. Sowohl der Inhalt als auch das Auftreten Straches, es scheint ihm gesundheitlich noch nicht gut gehen, war Strache bei allen Punkten unterlegen. Durch unterbrechen, was auch Faymann tat, versuchte er seine Schwäche zu kaschieren.

» Analyse von Peter Filzmaier und Sophie Karmasin im ORF
» Hinter den Kulissen im ORF
» Analysen in Blogs
» Beiträge in Online-Medien
» Interview mit Herbert Kickl (FPÖ)

Peter Filzmaier
Für Strache und Faymann ist es eine wichtige Strategie „Zusammen zu arbeiten“  – daher ist das der richtige Weg. Diese Koalition ist jedoch von der Bevölkerung nicht akzeptiert. Eine Abgrenzung der SPÖ zur FPÖ ist daher vorprogrammiert.

Strache und Faymann hätten auch „Wiener Wahlkampf“ machen können – beide haben starken Bezug zu Wien.

„Momentum“: Es ist eine positive Eigendynamik für eine Partei unter diesem Begriff gemeint. Die SPÖ hat dies zu Beginn nicht gemacht („Underdog Strategie“). Hat es danach geschafft – allerdings ist jetzt ein Fragezeichen hinter dieser Strategie der Unterschätzung. Die FPÖ stagniert, Stimmen gehen zum BZÖ – auch auf Grund der aufgetauchten Fotos.

Sophie Karmasin
Zwei Kommunikationsprofis: Strache hielt sich zurück, hat nicht unterbrochen. Er passt sich seinem Gesprächspartner und Thema an. Faymann hat seine Kompetenzen wahrgemacht: Sehr gesprächsbereit, will auf inhaltlicher Ebene reden – jedoch nicht auf Beziehungsebene.

Beide Parteien sprechen Arbeiter und Pensionisten an – diesmal waren auch die „Unentschlossenen“ an. Beide sprechen soziale Probleme an. Strache spricht Menschen an, die gegen die Großparteien sind.

Karmasin machte eine Umfrage: Die Leute finden den Wahlkampf zu langweilig. Warum? Nicht die Forderung für neue Details, sondern es geht um Stärkere Themen und Visionen und dass eine Partei eine klare Linie hat. Derzeit kommen Parteien jeden Tag mit neuen Themen.

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Hinter den Kulissen
Wie sieht es hinter den Kulissen beim ORF aus?

Vor dem ORF gab es wieder 100e FPÖ-Anhänger, die mit Musik, Luftballons, Pfeiffen und Hupen Stimmung gemacht haben. Der Taxifahrer meinte: „Wie am Rapid-Platz“.

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=TzH3QNfoTWE[/youtube]

Werner Faymann war der erste Kandidat, der eingetroffen ist: Großes Medieninteresse – Fotos, Shakehands zwischen der ORF-Riege, angeführt von Alexander Wrabetz.

Wenig später traf HC Strache und Team ein – selbes Prozedere: Fotos – Shakehands und diesmal hat ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz HC Strache durch das Haus begleitet.

Neuwal. Wrabetz und Faymann (neuwal.com)

Der Fototermin im Studio dauert immer so um die 15 Minuten: Man fotografiert das Eintreffen der Kandidaten, wenn sie am Tisch sitzen und hört ihnen zu, wenn sie vorab scherzen. Immer lustig und interessant. Diesmal war es wirklich ein Ringen um die „besten Fotos“. Wahnsinn.

Im Atrium selbst war die Stimmung neutral bis kalt. Im Atrium sitzen Journalisten und Partei-Mitglieder um die Konfrontation zu verfolgen. Die Teams der Parteien sitzen weit auseinander und innerhalb der Partei findet man sich. Es gibt keine Annäherungen. Oft wird bei besonderen Statements geklatscht – das war diesmal nicht der Fall.

Nach der Konfrontation treffen beide Spitzenkandidaten im Atrium ein – Blitzlichtgewitter – und sehen sich dort die Analyse gemeinsam an.

Ich merke, dass es mit der Zahl an Konfrontationen immer weniger Diskussionen im Atrium gibt: Politiker verabschieden sich zeitig. Zu Beginn gab es noch Diskussionen zwischen zB Haider und Molterer bei einem Glas Bier. Das habe ich seitdem nicht mehr gesehen.

Diesmal gab es Kamerateams von ARTE und ZDF. Peter Filzmaier gab ARTE ein längeres Interview – der Mann ist echt gut.

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Online-Medien-Spiegel
oe24.at: Faymann und Strache schenkten sich nichts
derstandard.at: Verkrampfter Strache – offensiver Faymann
diepresse.com: Künftige Koalitionäre sehen anders aus
salzburg.com: TV-Duell Strache-Faymann mit Absage an Rot-Blau
news.at: Klare Absage an eine Rot-Blaue Koaliltion
tt.com: Harter Schlagabtausch zwischen Faymann und Strache
vol.at: Nein zu Rot-Blau

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Blogs und Twitter

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„Wir sind die einzige Partei, die rot-weiß-rot im Herzen trägt“
Herbert Kickl, Generalsekretär der FPÖ und Wahlkampfleiter

Neuwal. Herbert Kickl (FPÖ) (neuwal.com)

Neuwal: Guten Tag Herr Kickl, Sie sind Wahlkampfleiter der FPö. Wie ist die Konfrontation aus Ihrer Sicht heute verlaufen?

Herberg Kickl (FPÖ): Es war heute in der Konfrontation klar zu sehen, wo das soziale Gewissen für die Staatsbürger sitzt. Wir konnten auch feststellen, wo die Unterschiede in Hinblick auf eine Partei liegen, die offensichtlich glaubt, für die ganze Welt zuständig zu sein.

Wie leben bedauerlicherweise nicht in Zeiten, in denen Österreich etwas zu verschenken hat. Ganz im Gegenteil: Wir müssen jeden Euro und jeden Cent „umdrehen“. Hier sagen wir: Dort wo wir Sozialpolitik betreiben, müssen wir uns auch die Förderung und Unterstützung der Staatsbürger zum Ziel nehmen.

Bei dieses Programm steht HC Strache dahinter – Herr Faymann verfolgt offensichtlich andere Ziele.

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Wie haben Sie die heutige Konfrontation erlebt?

Herberg Kickl (FPÖ): Ich habe die heutige Diskussion hier beim ORF im Atrium erlebt. Ich war ganz begeistert von der Ruhe, Souveränität und Überzeugungskraft des Bundesparteiobmanns und Spitzenkandidaten Strache. Er hat gezeigt, dass wir keinen Grund zur Aufregung haben, sondern dass der Kurs, den wir seit seiner Übernahme der Obmannschaft ganz konsequent gehen, aufgeht.

Man konnte sehen, dass die SPÖ keine Kraft hatte, uns zu widersetzen.

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Wo sind nun die Unterschiede zwischen einer SPÖ und einer FPÖ?`

Herberg Kickl (FPÖ): Es gibt einen wesentlichen Unterschied: Wenn wir von „Sozial“ reden, dann verstehen wir etwas anderes darunter.

Die SPÖ versteht darunter offensichtlich eine Gieskanne, die für Leute aus aller „Herren Länder“ gilt. Wir verstehen unter „Sozial und Treffsicher“ jene, die bedürftig und vorallem österreichische Staatsbürger sind. Diese Personen sollen in das Förderungssystem fallen. Wir wollen keine Hängematte – wir wollen denen helfen, die es wirklich brauchen.

Ein zweiter Unterschied ist die Europapolitik und die Frage der Glaubwürdigkeit.

Es ist ein sehr leicht durchschaubares Spiel, wenn Herr Faymann wenige Wochen vor der Wahl vom EU-Kurs, den er seit Jahren fährt, abkommt. In dieser Zeit war er auch Regierungskoordinator und hat bei den Anliegen der FPÖ in Richtung „Bürgernähe“ und „Drüberfahren“ dagegengestimmt. Jetzt hat er diesen Kurs plötzlich geändert und sucht sein Heil in einem Schwenk.

Das ist ein leicht durchschaubares Spiel, bei dem es um Glaubwürdigkeit geht. In diesem Fall liegt die Glaubwürdigkeit bei der FPÖ, die seit der Übernahme von Heinz Christian Strache als Obmann diesen Kurs sehr sehr konsequent durchführt. Wir führen einen strengen Kurs gegen das EU-Diktat.

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Warum glauben Sie, dass die Ausländerpolitik der FPÖ von vielen Personen negativ gesehen wird?

Herberg Kickl (FPÖ): Ich glaube, dass es von den österreichischen Staatsbürgern nicht negativ gesehen wird. Es ist eine Frage, wie man Prioritäten setzt. Wir sind in einer Situation, in der wir nichts zu verschenken haben: Leistungen werden überall gekürzt, es gibt hohe Selbstbehalte und Erhöhungen.

Hier muss man sich die Frage stellen: Wo kann man Einsparen?

Wir sind der Meinung – und das ist unser politisches Grundprinzip -, dass wir nicht zuletzt beim österreichischen Staatsbürger einsparen wollen. Wir sparen zuerst überall anders ein. Wenn es dann keine anderen Alternativen gibt um das Land und das System zu retten, dann werden wir auch beim Österreicher ansetzen müssen.

Bis dahin gibt es allerdings sehr viele Einsparungspotentiale die man zunächst nutzen muss. Da fehlt es den bisherigen Handelnden an Mut, diese Themen überhaupt anzugreifen.

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In ein, zwei kurzen Sätzen: Warum sollte ich die FPÖ wählen?

Herberg Kickl (FPÖ): Die FPÖ ist die Glaubwürdigste Partei. Sie ist die einzige Partei, die wirklich rot-weiß-rot im Herzen trägt.

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.