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Neuwal. LIF Wahlkampfauftakt im Palmenhaus. (neuwal.com)

Rudi Vouk ist Spitzenkandidat des Liberalen Forums in Kärnten. Er tritt dort in Kooperation mit der slowenischen Einheitspartei „Enotna Lista“ an.

Ich traf Rudi Vouk beim Wahlkampfauftakt des LIFs in Wien und konnte einige Worte mit ihm wechseln.

Vouk wünscht sich einen Wahlerfolg des Liberalen Forums bei den Nationalratswahlen und weiters eine Mitgestaltung in einer künftigen Regierung. Das Einbringen von Volksgruppenthemen ist ihm ein großes Anliegen.

Im Vertrag mit dem LIF ist der Enotna Lista völlige Autonomie zugesichert. Rudi Vouk ist als Spitzenkandidat des Bündnisses in Kärnten nur der EL verpflichtet.

Informationen gibt es auf der Website der Enotna Lista bzw. hier in einem von der EL bereitgestellten Interview mit Rudi Vouk:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=d5uarvk9w-8[/youtube]

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Neuwal: Wie geht es Ihnen beim Wahlkampfauftakt der Liberalen?

Rudi Vouk (LIF Spitzenkandidat Kärnten): Es läuft alles planmäßig. Wir in Kärnten hatten unseren Wahlkampfauftakt schon etwas vorher. Die Stimmung ist bei uns sehr optimistisch.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalvouk01.mp3[/podcast]


Neuwal: Warum kandidieren Sie für die Liberalen in Kärnten.

Rudi Vouk (LIF Spitzenkandidat Kärnten): Ich kandidiere in einer Kooperation mit der slowenischen Enotna Lista für das Liberale Forum.

Das ist für einen Volksgruppenvertreter eine einmalige Gelegenheit in den Nationalrat zu kommen um die Anliegen der Volksgruppen authentisch zu vertreten. Es gibt zwar wohlgesonnene Parlamentarier – es ist etwas ganz anderes, wenn man selbst die Anliegen einbringen kann. Man kann auch warten, bis einer vielleicht Zeit findet und sich mit einem „Orchideen-Thema“, wie es die Volksgruppen für manche leider sind, zu beschäftigen.

Wir hatten in der Volksgruppenpolitik 18 Jahre Stillstand. Es ist höchste Zeit, dass sich hier wieder etwas bewegt.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalvouk02.mp3[/podcast]

Neuwal: Was sind nun Ihre Anliegen?

Rudi Vouk (LIF Spitzenkandidat Kärnten): Wir Volksgruppen leiden vorallem, wenn die Rechtsstaatlichkeit nicht beachtet wird. Minderheiten haben ein besonderes Gespür dafür, wann etwas nicht in Ordnung ist. Unser Volksgruppenthema ist eng  mit anderen Minderheiten und Migranten verbunden, die es genauso spüren.

Und, wenn man sich es überlegt: Jeder ist irgendwo eine Minderheit. Diese sind auf einen funktionierenden Rechtsstaat angewiesen. Wenn ein Bereich außer Kraft gesetz wird, ist es gefährlich, dass ein Dominoeffekt eintritt.

Kärnten ist hier leider ein Negativ-Beispiel.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalvouk03.mp3[/podcast]

Neuwal: Konkret auf Kärnten bezogen – können wir sie hier als Gegenpol zur Politik von Jörg Haider sehen?

Rudi Vouk (LIF Spitzenkandidat Kärnten): Ohne weiteres. Ein großes Anliegen ist es, Kärnten zu einem ganz stinknormalen langweiligen Bundesland der Republik Österreichs zu machen. Das würde Kärnten nämlich sehr gut tun.

Wir sind es leid, immer diese Sonderrolle zu spielen. Ich glaube, man tut der Mehrheit der Kärntnerinnen und Kärnten Unrecht, wenn man sie als österreich- und europaweite Lachnummer hinstellt. Wir sind hier ein Opfer einer Politik geworden eines Hernn Haider. Diese Sonderrolle müssen wir beenden, damit wir endlich die Chance nutzen können, die Kärnten hat.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalvouk04.mp3[/podcast]

Neuwal: Ist für sie das Thema „Ortstafeln in Kärnten“ ein relevantes Thema?

Rudi Vouk (LIF Spitzenkandidat Kärnten): Selbstverständlich ist das ein relevanter Punkt. In den Ortstafeln kulminiert irgendwie das, was an Volksgruppen-Themen übrig geblieben ist. Das ist ein Symbol. Man könnte einerseits sagen „ein Stück Blech“, das ist nicht so weiter wichtig, aber es ist zum Symbol dafür geworden, ob man bereit ist Minderheitenrechte anzuerkennen und ob man eine Minderheit in einem bestimmten Ort überhaupt zur Kenntnis nimmt oder nicht.

Wir haben mittlerweile 17 VfGH-Erkenntnisse, die ignoriert werden, dann ist das kein Einzelfall mehr, sondern ein systematisches Ignorieren der Rechtsstaatlichkeit. Und das kann es nicht sein.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalvouk05.mp3[/podcast]

Neuwal: Haben Sie am Wahltag ein Ziel für Kärnten?

Rudi Vouk (LIF Spitzenkandidat Kärnten): Am Wahltag ist es das Ziel, das Liberale Forum ins Parlament zu bringen. Wir möchten damit eine Regierung ermöglichen, die ohne jene Parteien auskommt, die die Rechtsstaatlichkeit in Frage stellen. Wenn wir eine solche Regierung schaffen, dann glaube ich, dass es auch ein Vorzeichen für die Kärntner Landtagswahlen 2008 ist.

Damit Kärnten wieder ein normales Bundesland wird.

[podcast]http://neuwal.com/wp-content/uploads/2008/09/neuwalvouk06.mp3[/podcast]

Neuwal: Hvala!

Rudi Vouk (LIF Spitzenkandidat Kärnten): Prosim.

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place. Seit April 2018 bei der Rechercheplattform addendum.org.