Neuwal bei BZÖ und GRÜNE (neuwal.com)Neuwal bei BZÖ und GRÜNE (neuwal.com)Neuwal bei BZÖ und GRÜNE (neuwal.com)

Eine harte Auseinandersetzung zwischen Van der Bellen und Jörg Haider. Es wurden die Themen Kinder und Tierschutz gegenübergestellt.

Finden Sie hier die Kurzzusammenfassungen von Neuwal, Sophie Karmasin und Peter Filzmaier sowie Statements nach der Konfrontation von Lothar Lockl (Bundesgeneralsekretär Die Grünen) und Stefan Petzner (Pressesprecher Jörg Haider).

» Neuwal Analyse
» Analyse von S. Karmasin und P. Filzmaier im ORF
» Online-Berichterstattung
» Meinungen in Blogs und auf twitter
» Interview mit Lothar Lockl (Bundesparteisekretär Die Grünen)
» Interview mit Stefan Petzner (Pressesprecher Jörg Haider)

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Neuwal: Ausgeglichen
Meiner Meinung nach war dieses Duell ausgeglichen. Keine Gleichheiten in der Partei, keine Annäherungspunkte und starke Differenzen. Eine Diskussion auf sachlicher Ebene war schwer und es gab zwei Parteien, die wir in der jetzigen Zusammensetzung und Zeit nicht gemeinsam in einer Koalition sehen werden. Beide sehr angriffslustig, beide hart in ihrern Tönen. Beide boten Lösungsvorschläge – einerseits bei den alt bekannten Kärntner Themen als auch bei der Energiepolitik

Fazit: Differenzen zwischen beiden Parteien, kaum Gemeinsamkeiten – keine Koalitionschancen.

Sophie Karmasin (ORF)
Zwei Politikveteranen sind sich gegenüber getreten. vdb08 spricht das jüngere Publikum an – Jörg Haider älteres und jenes mit geringerer Bildung. Keine sachliche Meinung – es gab persönliche Angriffe, die unter der Gürtellinie waren („Alter Vernaderer“).

Die Konfrontationen werden persönlicher, Van der Bellen wirkt nicht mehr starr und „grantig“, er lächelte. Man hatte das Gefühl, vdb08 lacht Haider leicht aus.

Verbesserungspunkt für die Grünen: Schwerpunkt auf Klimawandel und Klimapolitik. Beim BZÖ (das sehr auf die Person Haider zugeschnitten ist) den staatstragenden Stil wieder zurück bringen.

Peter Filzmaier
Diese Parteien haben keine Schnittmenge gemeinsamer Wähler (bei der NRW 2006 sind ein paar Tausend Wähler gewechselt). Heute ging es um eine „Mobilisierungsstrategie“: Offensives Ansprechen der Wähler bzw. der nicht vorhandenden Stammwähler. „Proteststimmen haben kein ideologisches Mascherl.“ Van der Bellen ist mit dem grünen Aktivisten auf dünnem Eis unterwegs.

Online-Spiegel
oe24.at: Verbaler Boxkampf mit harten Bandagen
derstandard.at: Untergriffiger Haider, müder Van der Bellen (ORF-Wahlduelle auf derstandard.at)
diepresse.at: Tierschutz kontra Kinderschutz
kleine.at: Haider gehanidcapt, Van der Bellen aktiv
news.at: Van der Bellen und Haider ohne Einklang.
krone.at: Unmögliches Paar
salzburg.com: Grantiger Van der Bellen, angriffiger Haider
tt.com: Kaum Gemeinsamkeiten zwischen Van der Bellen und Haider

Blogs und Twitter
schaffertom: Fand den VbD gut.
sonjaschiff: Alexander van der Bellen, gut geschlagen! Vor allem der Sager mit der Fata Morgana Haider 😉
quitzlipochtli: haider flirtet heftig mit vdb

mucki: …zieht nach Kärnten
karli: tolle haider aussage: „Vernünftig und nachhaltig die abhängigkeit senken“ um dann gleich wieder über die 6cent automaut zu reden.
quitzlippochtli: originell, Turnher fragt Haider bzgl. Energiewende/Ölausstieg. Der schwimmt total.
rupprECHT: VdB: „Wer unterbricht denn andauernd – Herr Haider oder ich?“
htwo: „Werden wir wieder sachlich…wieder sachlich….wieder sachlich…wieder sachlich….wieder sachlich…wieder sachlich“

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„Die Adressaten sind die ZuseherInnen und nicht die Experten, die das danach beurteilen, ob das jetzt ein Boxkampf war.
Lothar Lockl, Die Grünen Bundesparteisekretär

Neuwal in Gespräch. (neuwal.com)

Neuwal: Sie sind im Wahlkampfteam und beraten Alexander van der Bellen. Wie sind sie mit der TV-Konfrontation heute zufrieden?

Lothar Lockl (Bundesparteisekretär, Die Grünen): Alexander van der Bellen hat überzeugt. Er war angriffig, was für ihn etwas ungewöhnlich war. Er hat die wesentlichen Themen in der Sendung vorgegeben: Umweltschutz, klares Bekenntnis zum Rechtstaat, Verfassung, Bürger- und Menschenrecht.

Ich bin sehr zufrieden. Es ist uns sehr gut gelungen klar zu machen, dass es um eine Richtungsentscheidung in Österreich geht: Die Grünen auf der einen Seite und die Freiheitlichen bzw. das BZÖ auf der anderen Seite.

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Neuwal: Was überlegt man sich, wenn sich komplett unterschiedliche Parteien gegenüber stehen?

Lothar Lockl (Bundesparteisekretär, Die Grünen): Man überlegt sich, was man überhaupt in einer Stunde unterbringen kann. Auf was muss man sich vorbereiten, was könnte Thema sein. Eine Stunde ist unglaublich kurz – man reißt kurz drei bis vier Themen an und das war’s dann auch schon wieder.

Die Vorbereitung geht in die Richtung: Wo liegen die Schwerpunkte und Prioritäten. Die Adressaten sind die ZuseherInnen und nicht die Experten, die das danach beurteilen, ob das jetzt ein Boxkampf war.

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Neuwal: Wie bereitet sich van der Bellen vor so einer TV-Diskussion vor?

Lothar Lockl (Bundesparteisekretär, Die Grünen): Am Tag ist er meistens alleine zu Hause. Wir treffen uns oder telefonieren meistens im Vorfeld. Meistens ist die inhaltliche Vorbereitung am Vortag schon abgeschlossen. Er liest sehr viel, studiert auch sehr viele Zahlen. Das benötigt er für seine Sicherheit, auch wenn er weiß, dass das auf Sendung weniger vorkommt. Hauptsächlich Ruhe und Konzentration.

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„Heute ging es darum, die eigenen Wähler bzw. die, die sich vorstellen können BZÖ zu wählen zu mobilisieren.“
Stefan Petzner, Pressesprecher Jörg Haider (BZÖ)

Neuwal. Stefan Petzner (BZÖ) (neuwal.com)

Neuwal: Wie ist ihre Sicht der heutigen TV-Konfrontation?

Stefan Petzner (BZÖ): Der Landeshauptmann ist um 17 Uhr aus der Narkose erwacht. Er hatte eine Operation am heutigen Tag zu überstehen. Er hat nun nicht nur das TV-Duell überstanden, sondern ist auch als klarer Sieger davon hervorgegangen. Ich bin schon ein bisschen Stolz auf ihn, da es nicht einfach ist, nach einer Narkose so ein TV-Duell zu schlagen.

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Neuwal: Wie sehr wurde das Handicap der Narkose als strategisches Mittel eingesetzt?

Stefan Petzner (BZÖ): Die Frage war, wie mache ich das mit dem Handicap? Hier gibt es die alte strategische Regel, ein Handicap zu neutralisieren, in dem man es thematisiert. Für diesen Weg haben wir uns entschieden. Das war vernünftig und gut.

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Neuwal: Wie bereitet man sich für eine Konfrontation vor, wenn zwei so ungleiche Parteien aufeinandertreffen?

Stefan Petzner (BZÖ):Wenn es zwei völlig unterschiedliche Parteien sind, dann sind es auch zwei völlig unterschiedliche Zielgruppen. Dabei geht es besonders darum die eigene Zielgruppe, die eigenen Wähler bzw. die, die sich vorstellen können BZÖ zu wählen zu mobilisieren. Vice versa gilt dies auch für Die Grünen. Dieses Prinzip haben heute beide in der TV-Konfrontation verfolgt. Das hat man auch eindeutig bemerkt

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