„Die neue Wahl“. „Der neue Faymann“.

Als ich den Slogan „Die neue Wahl“ der SPÖ bei der Stadtausfahrt von Wien von der Autobahn aus lesen konnte, kombinierte ich zuerst in Richtung „Der neue Faymann“ – ein neues Auto.

Ich überlegte weiter und kam zum Punkt, dass sich sämtliche Kampagnen auf IT-Produkte und IT-Firmen umlegen lassen. Klar, es geht ja um plakative Positionierung.

SPÖ und ÖVP vergleiche ich hier mit zwei großen „Global Player“: Zum Beispiel HP und IBM. Beides große internationale Konzerne. Beides gut vernetzte europaweite Parteien mit großen Hierarchien, Prozessen und Netzwerken im Hintergrund.

„Der neue Faymann“ symbolisieret für mich ein geheimnisvolles Staats-PC-System, das alles hat, was man braucht: Notebook/PC, Monitor mit bester Ausstattung und einem Laser-/Tintenstrahldrucker in Farbe zugleich: eben sozial, entschlossen, zuverlässig. Man fokusiert auf das gesamte Produkt und die Marke – die Details kommen später.

Die ÖVP hingegen fokusiert auf technischen Spezifikationen. Wir bekommen einen Eindruck, wieviel Arbeitsspeicher, wie groß der Bildschirm oder wieviele USB-Schnittstellen es gibt. Es wird auf eine Handvoll Details fokusiert: Wir erfahren Produktdetails zur Asylpolitik, Familienpolitik und mehr.

Passend dazu gibt es die FPÖ. Die bereits alles was es bisher gegeben hat verwendet und bestehenden Produkten ihre Marke gibt. Es erinnert mich an Südostasien, wo Kopien von Marken und Produkten zum Alltag gehören.

Die Grünen versuchen sich vielleicht als „Chilligreen“. Einem kleinerem lokalen Anbieter. Die Grünen werben hier mit ihrer Unverwüstbarkeit: „Umfallen. Nicht mit mir“ vergleiche ich mit „Unser Notebook-System stürzt nicht ab“. Mag es Regnen oder Schneien – das System läuft. Und gibt dem Produkt gleich einen eigenen neuen Namen: Der „vdb08“. Am besten mit Linux.

Das BZÖ erfindet sich neu. Ändert seine komplette Produktlinie. Inklusive Strategie: Ein Marken- und Produktrelaunch. Möchte von den hinteren Bereichen nach Vorne und spricht neue Zielgruppen an. Für mich in der Strategie mit „Acer“ vergleichbar: Strategie und Produktlinie ändern – und das „nur für Dich“. Deinetwegen.

Beim Liberalen Forum tu ich mir momentan etwas schwerer. Für mich scheint es, dass das LiF derzeit die Rolle des „intellektuellen Notebooks“ der Grünen übernimmt und wirbt im anspruchsvolleren Klientel. Ein exklusiveres Notebook für eine kleinere Zielgruppe. Etwas teurer, dafür sind Bookmarks zu hochwertigen Tageszeitungen, Magazinen, Diversity-Modellen und Wirtschaftsseiten vorgespeichert.

Die KPÖ versucht neue Modelle zu entwickeln und versuchts im Bereich eines Notebooks, das „mit einer Minute kurbeln 10 Minuten Betrieb garantiert„. Ein alternativer Ansatz und garantiert günstiger Zugang – unabhängig vom Stromnetz. Für jeden.

Bei allen Produkten und Marken darf man eines nicht vergessen. PCs und Notebooks werden für alle Marken in wenigen Werken in Südostasien hergestellt. Im Endeffekt ist alles gleich – mit wenigen Unterschieden. Nur andere Bezeichnungen und Settings bei Arbeitsspeicher, Akku, Gehäuse, Grafikkarte, Drucker und Monitor.

Allerdings spannend und interessant.

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.