Die Monarchistenso bezeichnet sich eine Gruppierung, die sich derzeit um ein Antreten bei der Nationalratswahl 2008 bemüht. 2.600 Unterstützungserklärungen werden dafür benötigt – eine Unterstützungserklärung kann auch der Website downgeloaded werden.

Die Monarchisten streben langfristig die Wiedereinführung eines monarchischen Systems im Jahr 2018 an. Sie präsentieren sich in den Farben „schwarz-gelb“. Das sind jene Farben des kaiserlichen „Alt-Österreichs“. Geworben wird mit den Slogans

  • Republik ist Parteiendiktatur
  • Demokratie nicht Demokratur
  • Wir sind die Patrioten für die andere sich halten
  • Weil Schimpfen allein zu wenige ist„.

Die Monarchisten sind mit einigen Videos auf youtube vertreten – hier gibt es ein Video von Salzburg TV:

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=zcSTP4sBvLE[/youtube]

NEUWAL war in Gespräch mit Alexander Šimec (Wahlkampfleiter „Die Monarchisten“).

Es war sehr interessant mit ihm über Die Monarchisten, Kirche, Habsburger, Bildung und die Ideologie der Partei zu sprechen.

NEUWAL. Die Monarchisten. (neuwal.com)NEUWAL. SGA - Die Monarchisten. (neuwal.com)NEUWAL. Alexander Šimec (neuwal.com)NEUWAL. SGA - Die Monarchisten. (neuwal.com)

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NEUWAL (Dieter Zirnig): Wer sind eigentlich „Die Monarchisten“ und was kann man sich unter dieser Partei vorstellen?

Alexander Šimec (Die Monarchisten): Wir wollen, daß die österreichische Republik wieder durch eine Monarchie ersetzt wird. Viele Leute glauben, dass dies die Abschaffung der Demokratie bedeutet – das ist es allerdings nicht. Es geht viel mehr darum, daß man den Alleinvertretungs-Anspruch unserer Parteien durch ein Nicht-Parteiisches-Element ergänzt.

Wir wünschen uns, dass das Staatsoberhaupt nicht aus einer Partei kommt, sondern wieder nach dem Erbprinzip bestimmt wird. Weiters wünschen wir uns, dass das Staatsoberhaupt – der Monarch – mehr als eine repräsentative Funktion hat.

Hätten wir einen Monarchen, würden wir uns den gesamten Bundespräsidenten -Wahlkampf ersparen.

Wir sehen weiters im Staatenbund einen großen Vorteil. Ein Staatenbund mit 6 bis 7 Staaten statt einer zentralisitischen Donaumonarchie.

NEUWAL. Leserfrage.Was verstehen Sie unter einem Staatenbund und wie verhält und unterscheidet sich dieser mit der EU? (Leserfrage von just4ikarus)

Alexander Šimec: Entscheidend ist, daß wir uns trotz Staatenbund innerhalb der EU bewegen.

In der EU gibt es derzeit schon einige Bündnisse: Die skandinavischen Staaten und vorallem die Benelux-Staaten sind dafür gute Beispiele. EU und Staatenbündnisse schließen einander nicht aus.  Es würde sich von der EU nicht unterscheiden, da wir hier innerhalb der EU sind.

Den EU-Mitgliedsstaaten ist nicht verboten miteinander Bündnisse zu haben.

Wie sieht Ihr Parteiprogramm aus – was sind Kernthemen?

Alexander Šimec: Ein wirklich umfangreich ausgearbeitetes Programm gibt es im Internet. Komprimiert sind es fünf Seiten – um hier ins Detail zu gehen reicht leider nicht die jetzt vorhandene Zeit!

Ein Kerngebiet ist auf alle Fälle eine Verfassungsreform für Österreich – die Abschaffung der Republik: Einführung der Monarchie und Einführung eines Monarchens. Wichtig ist beim Monarchen das starke Veto-Recht und die Möglichkeit zur Ansetzung einer Volksabstimmung.

Ein weiteres Gebiet ist jenes, wo man uns vorwirft, undemokratisch zu sein. Ich gebe es offen zu, es ist auch undemokratisch. Wir möchten, daß der Monarch/die Monarchin für den Nichtwähler-Anteil bedingte parteifreie direkt ins Parlament entsenden kann. Es ist sehr undemokratisch aber nicht undemokratischer als das, was wir jetzt haben. Die Wahlbeteiligung sinkt und die Parteien agieren so, als ob nichts ist.

Derzeit sitzen 183 Personen im Parlament. Unabhängig von der Wahlbeteiligung die 70 oder 50 Prozent sein kann. Und das kann es auch nicht sein.

Schaffen „Die Monarchisten“ den Einzug ins Parlament und gibt es bereits einen Kandidaten für eine(n) mögliche(n) MonarchIn?

Alexander Šimec: Sagen wir es so: In Anbetracht der Umstände wäre es eine mittlere Sensation, wenn wir in den Nationalrat kämen. Es gibt derzeit leider mindere Umstände bei der Medien-Berichterstattungen.

Selbst wenn wir es schaffen würden, hätten wir nicht die notwenige Zwei-Drittel-Mehrheit um eine Verfassungsänderung herbeizuführen. Ebenso ist eine Volksabstimmung mit den derzeitigen Machtverhältnissen nicht vorstellbar. Daher ist es jetzt auch noch illusorisch, über Personen zu reden, die dieses Amt ausfüllen könnten.

NEUWAL. Leserfrage.Gibts es aus den Reihen der Habsburger Interesse für dieses Amt? (Leserfrage von just4ikarus)

Alexander Šimec: Es gibt von Karl Habsburg keine Signale für eine Funktion als Kaiser interessiert zu sein. Allerdings gibt es von dieser riesigen, mehr als 400 Mitglieder fassenden Familie sehr wohl Signale in diese Richtung. Noch ist die Zeit für eine Bekanntgabe allerdings noch nicht reif.

Wir benötigen eine Vorlaufzeit um Kandidaten und SpitzenkandidatInnen zusammen zu stellen. Tibor Pasztory ist derzeit Spitzenkandidat für Niederösterreich.

NEUWAL. Leserfrage.Gibt es Interesse an der Zurückforderung von Kronländern? (Leserfrage von quitzlipochtli)

Alexander Šimec: Diese Frage lässt zurückschließen, daß wir irgendwelche Territorien als unseren österreichischen Besitz anbetrachten. Das ist es nicht – Kronländer zurückzufordern ist nicht in unserem Interesse.

Die Monarchie ist das alte Österreich. Ein Miteinander und es gibt keine Kolonien von uns. Es war damals ein Bund von Kronländern, wobei das Bundesland Tirol genauso ein armes und rückständiges Kronland wie Krain oder die Bukowina war. Es ist nicht wahr, wenn man davon ausgeht, daß das reiche Österreich die armen, nicht-deutsch-sprachigen Länder ausgebeutet hat. Darum geht es nicht.

Wir reden von einem Staatenbund auf freiwilliger Basis und keinerlei von irgendwelchen Ansprüchen.

Wo positionieren sie sich politisch: Links – Mitte – Rechts?

Alexander Šimec: Das überlassen wir den Betrachtern.

Wie finanzieren sich „Die Monarchisten“ – wie sieht ihr Wahlbudget aus?

Alexander Šimec: Wir finanzieren uns selbst und müssen uns um sämtliche Unterstützer bemühen. Wir haben keinen Cent von Steuerzahlern in unserem Wahlbudget. Wir müssen unsere Unterstützer motivieren und das funktioniert.

Allerdings geht es nicht in so einem Ausmaß wie bei Hr. Haselsteiner beim LiF.

Wie geht es Ihnen beim Sammeln der Unterstützungserklärungen?

Alexander Šimec: Es ist nicht einfach zu den Unterstützungserklärungen zu kommen. Bei uns geht es nicht so wie beim LiF oder bei Hr. Dinkhauser, die sich Studenten heuern und für 15 Euro in der Stunde die Unterstützungserklärungen einsammeln.

Bei uns läuft es umgekehrt: Wir haben hochmotivierte Leute in unserem Team, die sehr überzeugt und motiviert sind. Viele machen dies neben Arbeit und Studium zum „Gottes-Lohn“.

Wir haben allerdings gegenüber anderen Parteien mit großen Sponoren einen enormen Nachteil.

Wie positionieren sie sich im Wahlkampf? Wie sieht ihr Wahlslogan aus?

Alexander Šimec: Unsere Farben sind schwarz-gelb. Schwarz hat nichts mit der ÖVP zu tun – schwarz-gelb sind die Farben von Alt-Österreich.

Wir haben Slogans – ein aktueller lautet „Republik ist Parteidiktatur!“.

Mit welchen Parteien können Sie sich vorstellen zusammen zu arbeiten?

Alexander Šimec: Mit denen, die sich eine Verfassungsänderung vorstellen können.

Wer könnte das derzeit sein?

Alexander Šimec: Derzeit niemand.

Wie sind ihre Standpunkte zum Thema „Bildung“?

Alexander Šimec: Wir fordern freien Zugang zur Bildung. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für unsere Zukunft. Wir setzen uns für die Abschaffung der Studiengebühren ein. Gleichzeitig fordern wir eine Rückkehr zur alten ÖH-Regelung in Bezug auf die Wahlregelung. Hier gab es eine Änderung während der Regierung Schüssels.

Wie stehen „Die Monarchisten“ zur Kirche und welche Position nimmt die Kirche bei ihnen ein?

Alexander Šimec: Sie können sich sicherlich vorstellen, daß wir in unseren Reihen sehr viele gläubige Katholiken sind. Bei uns gibt es allerdings viele Vertreter: Buddhisten, etc.

Jede Monarchie (englische oder holländische) beruft sich auf das berühmte Gottes-Gnadentum: „Von Gottes Gnaden Kaiser von Österreich“. Der Monarch bezieht seine Existenzberechtigung auf eine höhere Macht.

Wir sehen uns allerdings in keinem Naheverhältnis zur katholischen oder einer anderen Kirche.

Herr, Simec, wir bedanken uns bei Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen alles Gute!

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Der Weg zur Politischen Bildung führt bei neuwal über Onlinejournalismus und neuen Formaten. Ich liebe Digital, Medien, Politik und lebe den Digital Mindshift. Am liebsten setze ich für Medienunternehmen strategisch und operativ neue Formate und digitale Produkte um. 9 Jahre Führungspositionen im Bereich Global Digital Strategy in internationalen Konzernen, sieben Jahre selbständig in den Bereichen Digitale Transformation, Digitale Strategie, Journalismus und Medien Strategien, Digitales Marketing, Innovation, Web-Technologie. Nebenbei Bike and Yoga. Making journalism and politics a better place.