Werbung ist das Ringen um die Aufmerksamkeit des Konsumenten – und die Schönung (oder Färbung) von Realität zu Absatzzwecken. Walwerbung aber ist der Versuch, im vollen Bewusstsein der Gefahr, die damit einhergeht, durch Penetranz in Gehirnsegmenten des Walvolkes zu (ver)bleiben, sich zu positionieren oder rezupositionieren.

Wichtig ist nicht das Gewinnen – sondern das Nichtverlieren bzw. das Nichtmehralsderandereverlieren. Daher müssen politische Walkampagnen nicht gut sein, sondern nur besser sein als die des Gegners.

Insofern ist politische Werbung gut machbar.

Und wir sehen: Politische Werbung funktioniert gleich wie Werbung, nur unter anderen Vorzeichen. Irgendwie mit einem Minus versehen. Ja, und auch tiefer. Sie hat tieferes Niveau. Und gerade deswegen ist sie spannend. Sie ist offener, ehrlicher und durchschaubarer. Die strategische Basis, die Ergebnisse der war-rooms und Thinktanks werden vor uns am Tablett serviert. Sie zeigen sich fast ungeschminkt in einer Headline – DER Kampagnenline. Die ab dem Zeitpunkt ihrer Geburt durch den ganzen Walkampf (mehr oder weniger mutiert) über den Konterfeis der Kandidaten thront.

Wer, wenn nicht er.
Er hat euch nicht belogen.
Jetzt erst recht.
Macht braucht Kontrolle.

Was wird’s diesmal?

Machts der Demner besser als der Schober?
Wer, wenn nicht Ogilvy wirbt für die Schwarzen?
Welches günstige Agentur-Start-up angeln sich die Grünen?
Wer traut sich für die Blauen was zu schmieren?
Und was stricken sich die Orangen selbst?

Schau ma mal!
Martin

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