Neuwal: Wahlkampf im Internet, Wahlkampf 2.0 oder “I like Chopin”

Samstag, September 20th, 2008

Neuwal. I like Chopin. (neuwal.com)

Ö1 hatte heute (Samstag, 20.08.2008 - schönes Datum übrigens) in der Früh einen Beitrag über “Wahlkampf mit Internet” (Podcast hier zum Nachhören) gesendet.

Dabei ging es um eine Momentaufnahme, wie Parteien im Internet agieren: Es wurden die bekannten Beispiele “Twitter und Wilhelm Molterer” sowie die “interaktive SPÖ-Jugendplattform” genannt. Auch Dominik schrieb auch darüber bereits am 24. August 2008 auf Neuwal in “Die Politik am Irrweg 2.0

“Das Internet ist ein komplett dialogisches Medium. Das heißt Kommunikation findet in beide Richtungen statt. Wenn das erste was die Parteien machen aber ist, dass sie die Kommentarfunktion deaktivieren, spricht es schon Bände”, so Helge Fahrenberger im Ö1-Beitrag.

Situation.
Egal ob Unternehmen oder Partei - ich sehe in den meisten Fällen die gleichen Herausforderungen: Fehlendes Know-How, mangelnde Zeit, verschobene Sichtweise des Internets und vorallem mangelnde Aufmerksamkeit gegenüber dem Online-Medium. Online ist nun eben kein Plakat, dass man schön von außen betrachten kann. Ein Plakat ist einmal affichiert - im Internet beginnt die Arbeit nach dem Online-Stellen.

Die Online-Teams bei SPÖ und ÖVP sind beispielsweise sehr, sehr klein. Der Großteil der Ressourcen wird für “technische Administration” verwendet. Für das “Arbeiten mit dem Web” - ich sage immer, “mit dem Web spielen” - dem Aufbau von Dialogen, dem Vernetzen und dem Weitergehen auf der Zeitachse vs. technische Administration zum Zeitpunkt gibt es wenig Zeit, Aufmerksamkeit und Budget.

Die SPÖ deaktiviert bspw. bewußt Kommentarfunktionien: Man möchte kein ungewolltes Feedback haben. Alles deaktiviert - kein Dialog. Wer diskutieren möchte, soll es auf derstandard.at etc. machen.

Am 1. September war ich gemeinsam mit Online-Vertretern von SPÖ, ÖVP und dem Liberalen Forum bei Radio Orange in einer interessanten Radiodiskussion zum Thema “Wahlkampf 2.0″. Wir haben genau über diese Themen diskutiert -  diese Diskussion kann man hier nachhören.

Auch Positives
Ich finde es allerdings sehr positiv, wenn ich sehe, was in den letzen wenigen Wochen im Web entstanden ist. Man probiert aus und versucht zumindestens. Das ist absolut anzuerkennen, auch wenn meine Erwartungshaltung sehr hoch und diese nicht der Realität entspricht.

Man kann auch die guten, positiven und freundlichen Beispiele hervorheben: Der Blog von Heide Schmidt ist beispielsweise ganz gut gelungen und bietet gute Interaktionsmöglichkeiten. Ebenso freut es mich, wenn sich Einzelpersonen wie Andreas Schieder (SPÖ) für das Online-Medium interessieren und hier experimentieren. Genauso Michi Mojzis (ÖVP) die sich hier sehr stark engagiert. Christoph Chorherr ist es beispielsweise bei den Grünen.

Das sind gute Beispiele auf denen man aufbauen soll.

Lernen.
Stellen Sie sich vor, man schenkt jemandem ein Klavier, der nicht Klavier spielen kann. Man kann sich in den ersten Monaten keinen Chopin, Beethoven, auch keine Sonate oder Klavierkonzert erwarten. Vielleicht auch nicht einmal in 1 oder 2 Jahren. Man muß es ja auch nicht.

Umgelegt auf Aktivitäten der Parteien im Internet bedeutet das: Das Klavier ist da - lernt Notenlesen, Fingertechniken, schult euer Gehör, lernt, übt, übt, übt. Manch einer wird merken, dass Klavierspielen gar nicht so sein Sache ist. Dann ist es auch OK und man wird sich anderen Betätigungen widmen. Dann gibt’s ja noch die Violine oder die Gitarre. Und wenn man gänzlich unmusikalisch ist, gibts noch die Malerei, die Bastlerei oder die Gartenbaukunst.

Das gilt natürlich auch für Agenturen und Berater, die Konzepte erarbeiten und Ideen umsetzen: Lernt Klavierspielen, es reicht nicht, über Ö1 oder Radio Stephansdom Klavierkonzerte anzuhören, auch wenn es eine sehr gute Inspirationsquelle ist.

Und um dieses Lernen geht es genauso wie ums “Beibringen”.

Ich merke auch eine unverständliche Distanz zum Medium. Man macht Sachen im Internet, die niemanden interessieren - man geht davon aus, dass DAS die Zielgruppe sehen möchte. Aber - jeder ist die Zielgruppe und jeder sollte sich fragen “Was möchte ich eigentlich sehen und was erwarte ich mir selbst?”.

Dann schaut auch gleich vieles anders aus und würde gleichzeitig viel persönlicher und zugänglicher werden.

Und darauf freue ich mich. Because I like Chopin.

Liberales Forum 2.0. Alles neu im Online-Bereich - der Heide Schmidt Blog.

Montag, September 1st, 2008

Neuwal. Liberales Forum 2.0. Alles neu. (neuwal.com)Neuwal. Liberales Forum 2.0. Alles neu. (neuwal.com)

Irgendwie ist so eine Neuwahl doch nicht ganz so schlecht. Es zeigt, was in so kurzer Zeit alles möglich ist, welche Ideen und Konzepte in wenigen Wochen umgesetzt werden. Es ist schön zu sehen, dass einige Parteien ihre Websites der Zeit anpassen und verbessern und neue Schritte gehen. Jeder Versuch ist gut und zu honorieren. Jede Partei geht ihre eigenen Wege und lernt so dazu. Das ist gut so. 

Ein aktuelles Beispiel ist das ”Liberale Forum“, das sich derzeit Online vernetzt: Eine neue Website ist heute (1. Sep. 2008) online gegangen, ein Heide-Schmidt-Blog schon vergangene Woche und eine Community zur Selbstorganisation für LiF-UnterstützerInnen folgt in wenigen Tagen. Alles darauf ausgelegt, mit Usern und potentiellen WählerInnen in Kontakt zu treten.

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Neuwal zu Gast bei “Wahlkampf 2.0″ in Radio Orange am 29.08.2008

Donnerstag, August 28th, 2008

Neuwal. Bei Radio Orange. (neuwal.com)

Die beiden Reporter der Sendung Netwatcher bei Radio Orange habe ich bei der ORF-TV-Konfrontation Faymann/van der Bellen letzten Dienstag kennengelernt. Wir haben uns ganz gut unterhalten.

Manfrd Krejcik hat mich dann zu seiner Netwatcher Sondersendung “Wahlkampf 2.0″ eingeladen. Freu mich drauf.

Die Sendung ist am Freitag, 29. August von 13.00 bis 14.00 und kann auch live übers Internet verfolgt werden.

Mehr über Neuwal in den Medien

Social Media, ÖVP und Dialog

Donnerstag, August 7th, 2008

NEUWAL. Wilhelm Molterer in twitter (neuwal.com)NEUWAL. Wilhelm Molterer in del.icio.us (neuwal.com)NEUWAL. Wilhelm Molterer in flickr (neuwal.com)NEUWAL. Wilhelm Molterer und Social Media (neuwal.com)

Der Wahlkamp der ÖVP findet derzeit auch im Internet statt. Genauer gesagt im Bereich der “Social Media”: Communities, Blogs und auf der eigenen Website http://www.wilhelmmolterer.at/.

Sämtliche Bilder und Updates werden von einem eigenen “Web 2.0″-Team im Hintergrund bearbeitet. Bilder und schnelle Updates werden mobil mit einem Nokia N95 geschossen und in die Plattformen gespeichert.

Es ist meiner Meinung nach ein Weg in die richtige Richtung, mit den Online-Medien und den Usern zu “spielen” und zu informieren.

Das Team um Wilhelm Molterer berichtet auf twitter über den aktuellen Aufenthaltsort, dem aktuellen Geschehen und unterlegt dies mit Bilder. Eine transparente Vorgehensweise, auch wenn die geschriebenen Mitteilungen nicht direkt von Hr. Molterer eingegeben werden. Interessant sind hier auch persönliche Ansichten von Hr. Molterer: Was sind die Sorgen, was sind die Freuden - Persönlichkeit und persönliche Ansichten.

Am Mittwoch, 7. August wurden nach langer Anlaufzeit die bereits bestehenden mehr als 40 “Follower” hinzugefügt. Das bedeutet, daß eine Interaktion zwischen Wilhelm Molterer und der Community aufgebaut werden könnte. Die bisherigen Anfragen blieben bis jetzt unbeantwortet.

Bis dato werden diese Online- und Community-Medien zur reinen eindimensionalen Informationsvermittlung genutzt. Social Media eignen sich hervorragend zum Aufbau eines Dialoges mit den Interessenten.

Interessant wird es, wenn Austausch stattfindet und Persönlichkeit spürbar wird: Für welche Websites interessiert sich Hr. Molterer außer jenen der ÖVP - was gibt es hier noch. Wenn Fragen und Antworten transparent dargestellt werden. Wenn Diskussionen und Meinungsaustausch zugelassen und interessierte User Antwort bekommen und es mehr ist, als Wahlwerbung.

ATV plant Wahldebatte über YouTube

Mittwoch, Juli 30th, 2008

derstandard.at berichtet eben:

Der Kontrapunkt zu den klassischen TV-Konfrontationen im ORF soll am 21. September im Hauptabendprogramm laufen

Wähler fragen Spitzenkandidaten in Videos, die sie auf YouTube hochladen; das Fernsehen konfrontiert die Politiker mit diesen Clips.

Alle aktuellen Wahlsendungen und -diskussionen gibt es im NEUWAL-Walkalender.

NEUWAL, 2.0 und Social Networks

Mittwoch, Juli 30th, 2008

Uns gibt es auch in einigen bekannten Social Networks: Für Bilder, Videos, LIVE-Berichterstattung, Diskussion und Community. Wir freuen uns sehr über Austausch und Inputs in allen Bereichen: Bilder, Postings zu interessanten Themen im Bereich der Neuwahlen.

Weitere Networks sind in aktuell in Planung (Videoübertragung, etc.) - für Inputs, Ideen und Vorschläge bitte einfach melden. Danke!

NEUWAL steht für informieren: Politik, Neuwahlen, Gespräche, Interviews, Meinungen, Statements, Beobachtungen, Wahlkampf. Unparteiisch.

 

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Twitter LIVE Text Messages www.twitter.com/… RSS-Feed
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Tagging

Wenn Euch etwas für uns interessant erscheint - also Bilder, Kommentare, Einträge, Videos, Tweets, Links, etc. - dann bitte mit NEUWAL (#neuwal, etc.) taggen.

LIVE dabei mit Twitter

Mit Twitter seid ihr immer mitdabei - bei Veranstaltungen, Pressekonferenzen, Interviews, plötzlichen Ereignissen, etc. LIVE - schneller gehts fast nicht.

http://twitter.com/NEUWAL - jetzt followen!

Bilder auf flickr

Für Bilder, die in Zusammenhang mit NEUWAL stehen gibt es eine eigene flickr-Gruppe. Bilder von Wahlveranstaltungen, Wahlplakaten, Politikern, Stimmungen, etc. bitte in diese Gruppe uploaden und mit “NEUWAL” taggen.

http://www.flickr.com/groups/834418@N21/

Community auf facebook

Auf Facebook gibt es eine NEUWAL-Gruppe. Hier ist man informiert, wenns um Events, Veranstaltungen, Termine, Diskussionen, etc. geht.

http://www.new.facebook.com/pages/Neuwal/20230831587

Facebook Blog Networks

Der NEUWAL-Blog sucht auch “Fans” durch die Facebook-Applikation “Blog Networks”…

http://apps.new.facebook.com/blognetworks/blogpage.php?blogid=19432

Sharing und Diskussionen auf friendfeed

Durch Friendfeed ist man sowieso über sämtliche Aktivitäten immer informiert. Weiters bietet Friendfeed auch die Möglichkeiten zum gemeinsamen Sharen von Informationen, Links, Meinungen, etc. Mal sehen, ob und wie das funktioniert.

http://friendfeed.com/rooms/neuwal

Alle Termine im Google Kalender

In unserem Google Kalender gibt es alle aktuellen TV-Termine zum Wahlkampf:

http://www.google.com/calendar…

LIVE-Videos

LIVE-Videos über Webcam wird es auf Yahoo Live geben.

http://live.yahoo.com/

Die Blogs der Parteien

Mittwoch, Juli 16th, 2008

Nachdem die Grünen vorzeigen, wie Wahlkampf in Zeiten des Web 2.0 auszusehen hat, habe ich mich auf die Suche nach anderen Parteien gemacht, und leider nur relativ wenig gefunden.

Auf der Hompage der Grünen führt ein Link zum Blog-Portal. Hier findet man relativ aktuelle Blogs von Lisa Rücker, Gabriele Moser, Ulrike Lunacek, Peter Pilz, Johannes Rauch, Christoph Chorherr (der ja schon durch die Plakataktion aufsehen erregt hat) und Marie Ringler.

Auf Rote Blogs verlinkt die SPÖ auf ihrer Homepage. Neben dem aktuellen Sozialminister Erwin Buchinger und dem neuen Staatssekretär Andreas Schieder findet man hier außerdem noch Petra Bayr, Jörg Leichtfried, Siegi Lindenmayr, Georg Pehm, Bettina Stadlbauer, Hannes Swoboda und Jürgen Wutzelhofer.

Die ÖVP bietet in ihrem Bloggerportal Blogs folgender mehr oder weniger bekannten Politiker: Gertrude Aubauer, Beatrix Karl, Michi Mojzis, Reinhold Lopatka, der Gemeinschaftsblog von ÖVP-Jungabgeordneten unter dem Titel Buntschwarz, Franz-Joseph Huainigg und Karin Hakl.

Auf den Seiten von FPÖ und BZÖ hingegen konnte ich keinen Hinweis auf irgendeine Blogaktivität finden.

Dass einige Politiker der großen Parteien den Weg ins Web 2.0 gefunden haben, ist natürlich zu begrüßen. Doch wo bleiben die Spitzenkandidaten, die Politiker, die man auch täglich in den Medien erblickt? Und schlussendlich muss man auch sagen, dass nicht nur Bloggen zu einem interessanten Internet-Wahlkampf gehört. Die Grünen haben es mit aktiven Facebook-Accounts schon vorgezeigt, jetzt sollten auch mal die anderen Parteien folgen, um eine aktive Diskussion zu ermöglichen.

Die Grünen betreten 2.0: Freundschaftsanfragen auf facebook

Dienstag, Juli 15th, 2008

Die Grünen (Monika Lichtenberger) auf facebook.com (neuwal.com)

Der Schritt gefällt mir: Politik geht ins Netz und bietet Dialog. Schön zu sehen, daß Politik und Partei versucht, angreifbar zu werden.

Eva Lichtenberger versuchte in den letzten Tagen, mit Usern auf facebook in Kontakt zu treten. Die ersten Annäherungsversuche verliefen etwas “plump” und “unbegründet“, so Offenbacher in einer twitter-Diskussion. Ich denke, ein paar Begrüßungsworte sind OK ;)

Der facebook-Auftritt von Eva Lichtenberger besteht aus einem facebook-Profil mit derzeit 336 friends und 26 Diskussions-Themen auf der “Wall” sowie einer eigenen “Page” zur näheren Berichterstattung und Diskussion.

Eigentlich ganz gut gemacht.


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